Hospiz in Albstadt
: Die letzte Reise bewusst gestalten

Die Hospizgruppe Ebingen bietet Informationsabende an, die Orientierung für eine Zeit geben, die jeden Menschen betrifft.
Von
red/pm
Oberndorf
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Dorothee Hummel-Wagner, Gisela Dreer, Birgit Beck und Ulrike Fischer beleuchten verschiedene Perspektiven des Themas „letzter Lebensabschnitt“ (von links).

Hospizgruppe

Über Urlaubsreisen, Karriereplanung oder die Altersvorsorge wird selbstverständlich gesprochen. Über die letzte Reise des Lebens hingegen oft erst dann, wenn keine Zeit mehr für wichtige Entscheidungen bleibt. Dabei ist das Lebensende ein Weg, den jeder Mensch früher oder später beschreiten wird. Fachleute sind sich einig: Wer rechtzeitig vorsorgt, entlastet nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie und sein persönliches Umfeld.

Die Informationsveranstaltung „Letzte Reise – Wegweiser am Lebensende“ möchte dazu ermutigen, sich rechtzeitig mit Fragen rund um Sterben, Tod und Vorsorge auseinanderzusetzen. Zu den beiden Abenden laden die Ökumenisch Ambulante Hospizgruppe Albstadt und der Pflegestützpunkt Albstadt ein. Die Veranstaltung findet am 29. Juni und 6. Juli jeweils von 17 bis 20 Uhr in der Kapellstraße 10, Jugendhaus in Ebingen, statt.

Das Sterben gehört zum Leben

Die Organisatoren möchten deutlich machen: Das Sterben gehört zum Leben. Wer sich frühzeitig informiert, kann eigene Wünsche festhalten, Angehörige entlasten und schwierige Situationen besser bewältigen. Die Veranstaltungsreihe richtet sich deshalb ausdrücklich an Menschen aller Altersgruppen.

Viele junge Erwachsene gehen davon aus, dass Eltern im Notfall selbstverständlich Entscheidungen für sie treffen können. Tatsächlich endet dieses Recht mit der Volljährigkeit. Ab dem 18. Lebensjahr dürfen Eltern ohne entsprechende Vollmachten weder medizinische Entscheidungen treffen noch Auskünfte über den Gesundheitszustand ihres Kindes erhalten.

Ein Unfall oder eine plötzliche schwere Erkrankung kann jeden treffen. Deshalb möchten die Referentinnen insbesondere junge Menschen dafür sensibilisieren, sich frühzeitig mit Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung auseinanderzusetzen. „Vorsorge ist keine Frage des Alters, sondern der Verantwortung“, lautet eine zentrale Botschaft der Veranstaltung.

Erfahrene Referentinnen

Durch die beiden Abende führen erfahrene Referentinnen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleiten. Die Palliativfachkrankenschwestern Birgit Beck und Ulrike Fischer vermitteln Einblicke in die Versorgung schwerkranker Menschen und zeigen auf, wie Lebensqualität bis zuletzt erhalten werden kann.

Ebenfalls beteiligt ist Dorothee Hummel-Wagner, Diplom-Pädagogin, die den Blick auf die Vorsorgevollmachten lenkt. Dabei geht es unter anderem um die Fragen, welche Vollmachten sind wichtig und wie kann ich eine Vollmacht erstellen.

Die spirituelle und seelsorgerliche Perspektive bringt Klinikpfarrerin Gisela Dreer ein. Sie spricht über Fragen, die Menschen in der letzten Lebensphase häufig bewegen, über Sterbephasen, den Tod, und die Zeit danach.

Die Teilnehmenden erhalten Informationen über die Begleitung schwerkranker Menschen, über Möglichkeiten der palliativen Versorgung sowie über rechtliche und organisatorische Fragen rund um das Lebensende und die Zeit nach dem Tod.

Hilfsangebote vor Ort

Darüber hinaus wird aufgezeigt, welche Hilfsangebote vor Ort zur Verfügung stehen und wie Angehörige Unterstützung finden können. Dabei steht nicht die Vermittlung trockener Theorie im Vordergrund, sondern ein praxisnaher Austausch. Fragen aus dem Alltag sind ausdrücklich willkommen. Die Referentinnen möchten Unsicherheiten abbauen und Mut machen, sich rechtzeitig mit den eigenen Wünschen und Vorstellungen auseinanderzusetzen.

Die Beschäftigung mit dem Lebensende mag auf den ersten Blick schwerfallen. Doch sie eröffnet auch die Chance, eigene Vorstellungen zu formulieren und wichtige Entscheidungen selbst zu treffen. Die Veranstaltung „Letzte Reise – Wegweiser am Lebensende“ möchte Mut machen, sich diesem Thema zu stellen und den letzten Abschnitt des Lebens nicht dem Zufall zu überlassen.

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