Goldene Hochzeit in Ebingen
: Früher kann man einen Heiratsantrag nicht machen

Lothar und Hella Moser aus Ebingen feiern am 5. September Goldene Hochzeit gefeiert.
Von
Horst Schweizer
Oberndorf
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Hella und Lothar Moser aus Ebingen sind seit 50 Jahren glücklich verheiratet.

Horst Schweizer

Noch früher kann man einen Heiratsantrag beim besten Willen nicht machen. Als Lothar Moser fünf Jahre alt war, blockierte er gemäß einem Brauch, der damals noch gepflegt wurde, zusammen mit den anderen Kindern aus der Klarastraße die Haustür des jungen Vaters von nebenan, als der mit seiner frischgetauften Tochter aus der Kirche heimkam. Herr Binder musste sich den Zugang zu seiner Wohnstatt mit einem „Kreuzer“ erkaufen – und bei dieser Gelegenheit erklärte ihm der Nachbarbub angesichts des Säuglings im Taufkissen: „Des Mädle heirat i“.

Das war Ende Mai 1956. Die Nachbarskinder in der Klarastraße wuchsen zusammen auf; die Erinnerung daran, wie sie mit Holzmaterial, das sie gemeinsam vom Berg heruntergeschafft hatten, ihr „Lägerle“ in der großen Buche gebaut hatten, ist auch über 60 Jahre später nicht verblasst. „Wir hatten eine schöne Jugend.“

Die endete mit der Schulzeit. Lothar Moser machte erst eine Mechanikerlehre bei der Firma Bitzer und ging danach 1968 zur Handelsmarine. Vier Jahre lang fuhr er zur See.

Mutter und Familienmanagerin

Während des Heimaturlaubs zeigte er in einer Garage Lichtbilder von seinen Seereisen. Hella Binder, die nach der Schulzeit eine Ausbildung zur Bürokauffrau bei Mayer & Cie. in Tailfingen absolviert und den Nachbarssohn lange nicht gesehen hatte, war sogleich „Feuer und Flamme für ihn“. Die Zuneigung wurde erwidert; drei Jahre später, am 5. September 1975, heirateten die beiden – genau wie es der fünfjährige Lothar seinerzeit angekündigt hatte. Gefeiert wurde auf dem Waldheim. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor: Nadine kam 1980, Tanja 1983 zur Welt. Die Erziehung lag vor allem in den Händen der Mutter, denn Lothar Moser war im Kundendienst von Liebherr tätig und kam oft erst spät abends nach langen Arbeitstagen von seinen Kränen heim. „Mit den Kindern habe ich alles allein gemanagt“, erinnert sich Hella Moser.

In späteren Jahren entdeckten die Eheleute Moser ihre Begeisterung fürs Reisen. 2001 kauften sie sich ein Wohnmobil und waren fortan oft und gerne in ganz Deutschland und in Holland unterwegs – das Nachbarland hatte es den passionierten Radfahrern nicht nur wegen des gut ausgebauten Radwegenetzes angetan.

„Es war toll – und das ist es heute noch!“

Lothar Moser sang außerdem 20 Jahre lang im Shantychor der Marinekameradschaft Ebingen und kümmerte sich intensiv um den großen Garten – und in späteren Jahren mit großer Freude um die drei Enkel. Das Fazit der Mosers über 50 Ehejahre: „Es war toll – und das ist es heute noch.“

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