Gläserne Produktion in Nusplingen
: Die wichtigen Hauptdarsteller fehlen

Der Schäfer und sein Hund müssen perfekt harmonieren: Das Leistungshüten in Nusplingen ging wegen der Blauzungenkrankheit ohne Schafherden über die Bühne. Viele Besucher kamen, um sich von der „Gläsernen Produktion“ zu überzeugen.
Von
Katja Weiger-Schick
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Auf Tuchfühlung mit dem Lämmchen: Das Landesleistungshüten zog viele Besucher auf den Nusplinger Berg.

Weiger-Schick

Das Landesleistungshüten und die „Gläserne Produktion“ lockten viele Besucher auf den Nusplinger Berg. Allerdings hatten die Veranstalter wegen des Ausbruchs der Blauzungenkrankheit etwas umorganisieren müssen. Denn wichtige Hauptdarsteller fehlten beim Hüte-Ereignis: die Schafe, zumindest in Gestalt einer großen Herde.

Aufgrund der aktuellen bundes- und landesweiten Entwicklung der Blauzungenkrankheit ging das Leistungshüten ohne Schafe über die Bühne. Laut Landratsamt breitet sich die Blauzungenkrankheit massiv in Deutschland aus. Dabei handelt es sich um eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit, die über kleine, blutsaugende Mücken übertragen wird.

Deshalb gab es auf dem Hart nur wenige Schafe zu sehen – und zwar im Streichelzoo. An der Hofstelle der Wanderschäferei Höfel und Braun war dennoch allerhand los.

Arbeitsgemeinschaft wird 25 Jahre alt

Die Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde (AAH) wird in diesem Jahr 25 Jahre alt, was vor dem Konzert der Band „Atemlos“ mit einem Festakt begangen wurde. Zudem bot die AAH ein spannendes Alternativprogramm zur Ausbildung der Hütehunde.

Beim Leistungshüten staunten die Besucher, wie perfekt Hund und Schäfer miteinander harmonieren. Zufrieden zeigten sich die gastgebenden Schäfer Ralf Braun und Harald Höfel mit der Veranstaltung. Sie wurden nicht müde, Fragen der Gäste zu beantworten und aus ihrem abwechslungsreichen Berufsalltag zu berichten.

Viele Jungschäfer aus dem Ländle vor Ort

Zum Hüten gehören neben den Schafen auch die Schäfer und deren Hunde. Sie standen an beiden Tagen im Mittelpunkt. Viele Jungschäfer aus dem Ländle waren auf die Harthöfe gekommen. Den Sonntag nutzten viele Traktor- und Oldtimerfahrer für einen Ausflug auf den Nusplinger Berg. Für den gastlichen Rahmen sorgten die „Hardt-Freunde“, gut erkennbar an ihren blauen T-Shirts. Wenn es auf dem Nusplinger Berg etwas zu feiern gibt, sind die Vereinsmitglieder stets eine feste Bank. Unterstützt wurden sie von etlichen Vereinen der Gesamtgemeinde. „Dafür sind wir sehr dankbar“, betonte Philipp Franke, der Vorsitzende der „Hardt-Freunde“. „Diese Form der Nusplinger Solidarität ist großartig.“

Die „Staufenberger“ des örtlichen Musikvereins unterhielten zur Mittagszeit die Gäste. Insgesamt waren rund 100 Helfer im Einsatz.

Buntes Programm ist geboten

Geboten war auf dem Betriebsareal von Höfel-Braun ein buntes Programm. Als Kooperationspartner fungierten das Landwirtschaftsamt des Zollernalbkreises, der Kreisbauernverband sowie der Landesschafzuchtverband. Zudem gab es auf einem kleinen Bauernmarkt Produkte aus der Region – Honig, Schaffelle, Milchseifen, Öle, Essige, Stofftiere und Holzarbeiten.

Das Team des „Naturparks Obere Donau“ testete die Besucher auf ihr Wissen zur heimischen Flora. Die Kinder sandelten in einer großen Lastwagen-Absetzmulde, machten mit beim Spieleparcours und ließen sich farbenfroh schminken.

Zum Festakt stattete Landrat Günther-Martin Pauli der Veranstaltung einen Besuch ab.

Mit den Schafen über den Truppenübungsplatz

Harald Höfel und Ralf Braun wandern mit 750 Mutterschafen sowie der Nachzucht über den Truppenübungsplatz Heuberg in Stetten am kalten Markt. Dort sind die Tiere als Naturpfleger eingesetzt – für rund 300 Hektar an artenreichen Wiesen. Wenn der Herbst kommt, sind die Schafe auf den Herbstweiden in Nusplingen und Heinstetten. Den Winter verbringt die Herde am Bodensee.

ZAK News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Zollernalbkreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.