Diskussion in Winterlingen
: Gemeinderat uneins über Soccer-Court für TSV Harthausen

Wenn eine namentliche Abstimmung beantragt wird, deutet das nicht auf Einigkeit über den Sachverhalt hin: Vor der Entscheidung über ein Soccer-Spielfeld für den TSV Harthausen haben die Gemeinderäte kontrovers über die Risiken diskutiert.
Von
Karina Eyrich
Oberndorf
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Einen Soccer-Cour wie diesen will der TSV Harthausen neben der Straße nach Neufra führen.

Stopper

„Ich bin kein Gegner, aber das sind mir zu viele Unbekannte“ – so ähnlich wie Rainer Pfersich hat eine Reihe von Gemeinderäten ihre Einlassung zum Projekt des TSV Harthausen „Kleinspielfeld/Soccer Court“ garniert.

Seit 2007 will der Verein, der in der Landesliga Fußball spielt, ein solches Feld – nicht nur für Harthausener Kinder: Alle sollen Zugang haben, um auf dem Kunstrasen auch bei schlechtem Wetter trainieren, Technik- und Reaktionsvermögen verbessern, in der Gruppe Sport treiben zu können.

Zentralere Standorte: viel zu klein

Doch schon die Standortfrage war schwierig zu klären, wie Vorsitzender Andreas Gauggel und Projektleiter Mario Gläsel vom TSV in der jüngsten Gemeinderatssitzung berichteten. Das Schulgelände und der kleine Rasenplatz neben dem Hauptspielfeld beim Vereinsheim: zu klein. Am Ende blieb der Parkplatz beim Zimmerplatz übrig, zwischen der Straße Richtung Neufra und dem Tennisheim sowie dem dortigen Sportfeld.

Das Problem: Ein Bebauungsplan für das Gelände, das der Gemeinde gehört, ist dann nötig und kostet die Gemeinde 16 940 Euro. Erst nach dessen Genehmigung könne sich der TSV mit der Detailplanung beschäftigen und die Finanzierung durch Spender, Sponsoren, Crowdfunding, Bandenwerbung und andere Methoden organisieren, heißt es im Brief an Bürgermeister Michael Maier und die Gemeinderäte.

Andreas Gauggel und Mario Gläsel vom TSV

Foto: Karina Eyrich

In deren Sitzung warben Emil Oswald, auch Ortsvorsteher von Harthausen, und Sebastian Pfaff für das Projekt bei ihren Ratskollegen, andere hatten Zweifel, ob der Finanzierungsplan solide sei. Zuschüsse vom Württembergischen Landes-Sport-Bund hätten auch schon mal zehn Jahre auf sich warten lassen, so Roland Heck, Fraktionschef der Bürgerliste: „Die Kosten liegen bei 125 000 Euro, von denen 91 000 Euro noch offen sind. Diese Lücke kann man mit Wünschen, Wollen und Hoffen nicht füllen.“

Rainer Pfersich, Chef der Zukunfts-Liste, kritisierte die späte Information: Der Ortschaftsrat habe schon im Oktober darüber diskutiert, er als Bürgermeister-Stellvertreter im Februar noch keine Informationen gehabt. Das Stadion Winterlingen haben man wegen Vandalismus „zu einer Festung ausbauen müssen“, und auch dieser Standort sei – außerhalb des Orts – anfällig dafür. Zudem seien Aufsicht, Reinigung und andere Fragen noch nicht geklärt.

„Funktionär hat die Verwaltung beleidigt“

Hermann Linder (Bürgerliste) gab zu bedenken, dass ein Funktionär des TSV die Verwaltung vor nicht allzu langer Zeit in einem Leserbrief beleidigt habe – und den Gemeinderat, fügte Bürgermeister Michael Maier hinzu, und zwar „unter der Gürtellinie“.

Ein weiterer Aspekt war die Notwendigkeit für einen sehr hohen Ballfangzaun um den Soccer-Court, der laut Pfersich 18 Meter neben der Straße liegen wird. Auch der sei sehr teuer, so Pfersich.

Isabell Grüner-Blatt (Zukunft Winterlingen) stellte den Antrag, den Eigenbeitrag der Gemeinde auf die 17 000 Euro für das Erstellen des Bebauungsplans zu deckeln und fügte den Wunsch ihres Fraktionschefs nach namentlicher Abstimmung in ihren Antrag ein. Außerdem soll eine Bauleitplanung gemacht werden.

Am Ende waren es nur drei Gegenstimmen, der Rest der Räte für das Projekt, für das Andreas Gauggel und Mario Gläsel nun Sponsoren finden müssen. Dass die Gemeinde ja auch das Grundstück zur Verfügung stelle – darauf hatte der Bürgermeister vor der Abstimmung hingewiesen. Auch das sei ein finanzieller Beitrag.

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