Förderverein Burgfelden
: Alte Schule als Spielzeugmuseum

Auf reges Interesse stieß die Ausstellung „Spielzeugburgen“ von Werner Ermel in der Alten Schule in Burgfelden.
Von
Horst Schweizer
Oberndorf
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Eine der Spielzeugburgen, die in der Alten Schule ausgestellt gewesen sind.

Horst Schweizer

An vier Tagen bot der rührige Förderverein Burgfelden um die Vorsitzende Stefanie Doldinger eine Besichtigung der Ausstellung an. Insgesamt waren 13 Spielzeugburgen in der Alten Schule zu betrachten und zu bestaunen.

Diese sind größtenteils im Besitz von Werner Ermel aus Truchtelfingen. Die ein oder andere Burg sei ihm für die Ausstellung von Bekannten zusätzlich überlassen worden, berichtete er. Am ersten Januar-Sonntag, dem dritten Ausstellungstag, hielt Ermel eine ausführliche Einführungsrede,. Er wiederholte diese an Dreikönig.

Der 84-Jährige, seit Jahrzehnten an der Kulturgeschichte interessiert, begann mit einem Zitat von Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1835: „Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben: Trommeln, Pfeifen und Gewehr, Fahn und Säbel und noch mehr, ja, ein ganzes Kriegesheer möchte ich gerne haben.“

„Als Kind spielt man völlig unbefangen“

Der ehemalige Lehrer der Tailfinger Lutherschule meinte dazu, dass man in seiner Jugend das ganze Kinderlied, auch diesen ersten Vers, gesungen habe. „Als Kind ist man dabei völlig unbefangen. Gespielt wurde mit Soldaten, Cowboys, Rittern, Landsknechten und wilden Tieren als Figuren zum Aufstellen und Umschmeißen“, erfuhren die Besucher.

In Kinderjahren hatte Ermel Eisenbahnen mit Spur 0. Dabei sei immer eine Burg gewesen. So entstanden bei ihm verschiedene Burgen, anfangs aus Holz, abgelöst vom Plastik-Zeitalter bis hin zum Vollplastik im Tiefziehverfahren.

Die Bewohner und Besatzungen der Burgen sind Papier- oder Bleisoldaten. Diese hätten die Kinder früher unter der Regie des Opas selbst hergestellt.

Bleireste am Gasherd geschmolzen

„Bleireste wurden am Küchen-Gasherd geschmolzen, gegossen in verschiedenen Formen, am liebsten mochten wir Reiter mit Lanzen“, berichtete Ermel dem interessierten, überwiegend ältere Publikum. Seine Zuhörer erinnerten sich auch an ihre Kindheit mit Burgen.

Was Ermel wichtig war zu betonen, ist die persönliche Verbindung zum Ebinger Heimatmuseum und dessen Geschichte. Er gehört dessen Ausschuss an und bedauert, dass es dort keinen Raum für wechselnde Ausstellungen gibt.

Daher habe sich die Alte Schule in Burgfelden geradezu angeboten. Ermel ist im örtlichen Förderverein seit 27 Jahren Mitglied.

Schimpanse als Burgewohner

Bevor Ermel seine Zuhörer zum Gang durch die Ausstellung einlud, zitierte er nochmals Hoffmann von Fallersleben: „Heute, heute wird’s was geben“, nämlich Spieleburgen in Burgfelden im einstigen Schulsaal.

„Um Ihre Fantasie etwas zu beflügeln und dem Soldatischen die martialische Schärfe zu nehmen, haben wir den Burgen eine verfremdete Mischbevölkerung beigegeben“, sagte der 84-Jährige. Er wies auf einen Schimpansen auf einem Turm oder eine preußische Soldateneinheit hin, die einen Häuptling in seinem Indianerlager besucht.

Alle vielfältigen Figuren aus vergangenen Zeiten seien liebevoll hergestellt und bemalt worden. Den ausgestellten Burgen hatte Ermel als Bezug zur Region Bezeichnungen wie Neu-Schalksburg, Wilden Tierberg, Schloss Haigerloch oder Burg Straßberg gegeben – jedoch auch Fantasienamen wie er verriet, beispielweise Greifenklau oder Klein-Ludwigsburg.

Rund 100 Personen besuchten allein am Sonntag die Ausstellung. Zu dieser gehörten auch Auslagen in Vitrinen, Kataloge, Vorlagen und Gussformen.

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