Feuerwehrabteilung Onstmettingen
: Ein Einfamilienhaus auf Rädern

Die Feuerwehrabteilung Onstmettingen hat am Sonntagnachmittag offiziell ihr neues Hilfsleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 in Dienst gestellt und zugleich ihre Türen für Interessierte geöffnet. Der Publikumsandrang übertraf alle Erwartungen.
Von
Horst Schweizer
Oberndorf
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Schwarzwälder Bote

Gleich zum Auftakt am Samstag bekamen die Besucher eine „Feuerwehr zum Anfassen“ geboten, durften mit Feuerlöschern üben, in die Einsatzkleidung der Aktiven schlüpfen und sich via Gegenüberstellung von Früher und Heute ein Bild davon machen, was sich im Brandschutzwesen im Lauf der Zeit alles geändert hat. Auf reges Interesse stießen die Vorführungen von hydraulischer Schere, Spreizer und Hebekissen, und die Jugendfeuerwehr stellte bei einer Übung ihr Können unter Beweis.

Die Kinder konnten sich in Hüpfburgen austoben, ihr Geschick an der Spritzenwand testen oder im XXL-Sandkasten spielen, die Erwachsenen unterhielt am Sonntag zur Frühschoppen- und Mittagszeit die volkstümliche MVO-Besetzung „Talgang Nord“. Sie waren in Scharen gekommen – „Mit einem solchen Ansturm an beiden Tagen hätten wir nie und nimmer gerechnet“, freute sich der stellvertretende Kommandant Steffen Gonser.

Das neue Fahrzeug ist extrem vielseitig

Zur Fahrzeugübergabe hatten sich zahlreiche Vertreter von Kommunalpolitik, Kirchen und Vereinen eingefunden. Wie sie vom Kommandanten Tobias Pfister erfuhren, eignet sich das neue Hilfsleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 für die allermeisten Einsatzsituationen und Hilfeleistungen. „Damit wird ein großer Beitrag für die Sicherung der Bevölkerung Onstmettingens und der Stadt geleistet“, freute sich Pfister und dankte Verwaltung und Gemeinderat für die bereitgestellten Mittel – und seinen Kameraden für viele ehrenamtliche Stunden, die sie in die Planung investiert hätten.

Oberbürgermeister Roland Tralmer wertete den Besucherandrang als Indiz dafür, dass die Feuerwehr im Onstmettinger Gemeindeleben fest verwurzelt sei. Trotz großen Herausforderungen, schwieriger Finanzlage und Sparzwängen werde man sowohl an der Förderung des Ehrenamts als auch an der Sicherheit der Bevölkerung keine Abstriche machen und die Feuerwehr nicht im Regen stehen lassen. „Hier steht in Gestalt des HLF 20 immerhin ein schönes Einfamilienhaus.“ Das HLF 20 hat genau wie das Tailfinger, das im Juni übergeben wurde, rund 600 000 Euro gekostet, von denen jeweils 92 000 Euro durch Landeszuschüsse finanziert wurden.

Aussicht auf höhere Förderung durch das Land

Kirche, Schule, Kindergarten, Vereine und nicht zuletzt die Feuerwehr – das alles gehöre zu einer Gemeinde, erklärte Ortsvorsteher Jürgen Kurz, gratulierte zum neuen HLF 20 und dankte Stadt und Landkreis für die Finanzierung. Stefan Jetter, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, verwies darauf, dass gerade der neuralgische Punkt am Stich Fahrzeuge mit komplexer Ausstattung und großer Vielseitigkeit erfordere, und stellte für die Zukunft eine höhere Landesförderung der Albstädter Feuerwehr in Aussicht. Finanzbürgermeister Steve Mall empfand das „buchstäblich volle Haus“ als Lohn für die Bereitschaft der Feuerwehr, um die Uhr für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger da zu sein.

Der offiziellen Schlüsselübergabe folgte eine Übung: Das neue HLF 20 kam bei einem simulierten Verkehrsunfall zum Einsatz. Im Rahmen einer Fahrzeugschau präsentierte die Abteilung ihre gesamten Gerätschaften – und eine alte Drehleiter, Baujahr 1962. Einst in Ebingen im Dienst, war sie von 1983 bis 1999 in Onstmettingen eingesetzt und dann verkauft worden. Nun haben Feuerwehrkameraden sie wieder auf Angebotsseiten im Internet entdeckt; einige von ihnen erwarben das Fahrzeug und holten es im österreichischen Feldkirch ab. Jetzt fehlt laut Steffen Gonser nur noch eines: „Ein geeigneter Unterschlupf“.

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