Fasnet in Obernheim: Dem Schultes ist bange um die Akten

Schultes Alexander Hofer (links) gibt seine Macht an Ritter Konradin ab.
Volkmar HoffmannAlexander Hofer war erkennbar besorgt – würde er sein Rathaus und seine Amtsstube nach dem sechstägigen närrischen Interregnum noch wiedererkennen, würde er alle seine Akten wiederfinden, alle seine Rechner starten können? „Bald be i zwoa Johr z Oberna em Rothaus im Amt / ond schau kommt´s g’samt G’folge wieder agrant / ond wellet Macht übernemma. Hoffentlich wud na nach dr Fasnet au elles no stau!“
Das kommt darauf an – in den nächsten Tagen führt Ritter Konradin das Regiment, und das weiß Alexander Hofer – fast flehentlich bat er den adligen Herrn, kein Schindluder mit Mobiliar und Requisiten zu treiben. „Jetzt isch Fasnet z’ Oberhan, da han i nenz mai zom saga. D’r Ritt’r Konradin herrscht ab jetzt. / Bass mer wieder guat uf elles uf, ond sitz au guat uf men vorgwöhrmta Rothausstual nuf. / Absetza dend r me jetzt, des isch schau gschwätzt. / Närrisch wird i mi jetzt entferna ond dia Fasnet z Obena wieder richtig kenna lerna. / Konradin, do kriagsch das Schlüssel, abr bass mr guad druf uf, susch ka i nach d’r Fasnet nemme i mei Amtsschtub nuf.“

Hoffentlich passt er gut auf „mei Sach“ auf, barmt der Bürgermeister.
Foto: HoffmannKeine Frage, Alexander Hofer hat sich mit dieser närrischen Poesie als würdiger Nachfolger seiner Amtsvorgänger erwiesen. Mal sehen, wie lange er am Aschermittwoch klar Schiff machen muss, ehe er seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen kann.