Albstädter Bandsommer
: Meister Chang und Dreibettzimmer rocken den Bürgerturmplatz

Pünktlich zum zweiten Wochenende des Albstädter Bandsommers ist der Sommer zurückgekommen. Meister Chang und Dreibettzimmer rockten den Ebinger Bürgerturmplatz.
Von
Carmen Kreiß und Peter Demmer
Oberndorf
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„Meister Chang“ aus Balingen singen Indie-Rock auf Deutsch – ehrlich und doch eingängig.

Demmer

Den Auftakt an diesem lauen Sommerabend machte die Band Dreibettzimmer aus Reutlingen – allerdings ohne ihren Schlagzeuger Tom Horvat, der im Urlaub war. „Das machen wir nicht mehr ohne Drummer“, witzelten die Musiker nach dem Konzert hinter der Bühne. Eigentlich ist die Band ein Quartett – doch an diesem Abend musste das Publikum auf die Trommeln verzichten. Der Sound der Drums kam diesmal vom Playback – eine aus der Not heraus gefundene Lösung, die erstaunlich gut funktionierte.

Dreibettzimmer aus Reutlingen

Foto: Kreiß

Am Samstagabend eröffneten sie als erste Band den Abend beim Albstädter Bandsommer. Bei fantastischem Wetter war der Platz gut gefüllt. Die Besucher genossen den stimmungsvoll ausgeleuchteten Bürgerturmplatz, kühle Getränke und zwei gelungene Konzerte. Die Musiker – Timo Possekel, Andreas Horvat und Sören Ress – lieferten ein Konzert voller Energie und Leidenschaft. Musik machen sie alle schon lange – und man spürt, dass hier Herzblut im Spiel ist. Gegründet hat sich Dreibettzimmer während der Corona-Zeit, eine Idee von Bassist Andreas Horvat, der auch alle Songtexte schreibt. Genregrenzen? Gibt es für sie nicht. Ein Hauch Punk ist jedoch immer mit dabei. Früher sang Frontmann Sören ausschließlich auf Englisch. Heute setzen sie auf selbstgeschriebene deutsche Texte – und haben damit ihren Platz gefunden.

Persönliche Herausforderungen

Beim Plausch hinter der Bühne öffneten sich die sympathischen Musiker und erzählten von persönlichen Herausforderungen: von Depressionen, von schwierigen Wegen und davon, wie die Musik ihnen geholfen hat, ihren eigenen Pfad zu finden. Offen, ehrlich – so wie ihre Songs.

Dann gaben sie die Bühne frei für die Balinger Band „Meister Chang“: Willkommen zuhause“, tönt es in der ersten Hook über den Ebinger Bürgerturmplatz. Das Trio Adam Schwenger (Gesang und Bass), Andreas Walter (Schlagzeug) und Chris Stifel (Gitarre), holte das Publikum sofort ab und nahm es mit durch den Abend. In der Spitze waren wohl rund 300 Menschen auf dem Platz, inklusive des mitgebrachten Fanclubs, die den drei Musikern lauschten.

Das Publikum sang die Texte von „Meister Chang“ aus voller Kehle mit.

Foto: Demmer

Die Musik, die sie spielen, ist Indie-Rock: Drei Leute, drei Instrumente, null Firlefanz. Ehrlich, direkt und ohne sich zu verkünsteln. Sie singen auf Deutsch: von Verlust, Einsamkeit und anderen Dingen, die das Leben schwer machen. Nun ja: Fröhlichkeit ist allgemein eher nicht so das Ding von „Indie“.

Sie machen genau ihr Ding. Unverstellt, ohne sich bedeutungsschwer über das Gemüt der Besucher zu legen.

Das Trio war routiniert – sowohl im Zusammenspiel als auch mit dem Publikum. Von Song zu Song fiel auf, wie die Musiker sich immer in den Dienst des Songs stellten. Keine überflüssigen Soli, kein Stargehabe, sondern schöne, eigene, eingängige Musik.

Keine leeren Publikumsreihen

Es ist seit jeher in Albstadt eine Herausforderung, die leeren „zehn Meter“ zwischen erster Publikumsreihe und Bühne zu überwinden. „Meister Chang“ arbeiten daran. Beständig, ohne nachzugeben. Am Ende des Abends, als sie sich mit einem sehr witzigen Tokio-Hotel-Cover und dem eigenen neuen, durchaus hitverdächtigen Stück „Der Style des Menschen unantastbar“ verabschieden, waren es nur noch 30 Zentimeter.

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