Albstadt: Alles beginnt mit einem Wunsch

Sind momentan auf Lesereise: Nicole Mtawa und ihre Tochter Julie. Foto: Dietsche
Schwarzwälder Bote"Ich schreibe eigentlich keine Geschichten, das Leben schreibt sie." Nicole Mtawa, Wahl-Tansanierin und frühere Albstädterin, ist wieder auf Fundraising-Tour – das Ebinger Café Frühholz war ihre erste Station. Im Gepäck hatte sie ihr neues Buch "Besser als ein Traum".
Albstadt-Ebingen. "Alles fängt mit einem Wunsch an, und dann gilt es dranzubleiben" – so formulierte Mtawa die Kernaussage ihres Buches, in dem sie Spannung, Komik und Lebensnähe mühelos unter einen Hut bringt. Zwei Bücher hat sie schon geschrieben: "Sternendiebe", beleuchtet ihre Anfänge in Afrika, in "Sonnenkinder" steht ihre Arbeit in Indien im Vordergrund. In "Besser als ein Traum" erzählt sie von den Abenteuern, die sie gemeinsam mit ihrer jungen Tochter Julie erlebt, wenn die beiden im Mini Cooper mit angehängtem bunten Oldie-Caravan auf Tour gehen. Das Vorwort hat übrigens Inka Bause verfasst – die Moderatorin Bause empfiehlt das Buch jedem, der "gerade etwas verdrossen" und "von den Menschen im Allgemeinen enttäuscht" sei – es wirke wie Medizin.
Das nächste Etappenziel heißt Namibia
Tipps, wie man günstig reisen kann, enthält es überdies, ferner eine Passage über Nicole Mtawas Besuch bei Corinne Hofmann, der Autorin des Bestsellers "Die weiße Massai", und Informationen zu Mtawas neuem Projekt, für das sie jetzt wieder auf Fundraising-Tour geht. Sie will von Tansania nach Namibia umziehen und sich dort 2020 dauerhaft mit ihrer Tochter niederlassen. Sie hat ein Grundstück samt einer Farm erworben und möchte dort eine Therapiestätte für Kinder einrichten – bei der Behandlung sollen Tiere eine Rolle spielen. Das kostet natürlich eine Kleinigkeit; derzeit sucht Mtawa Unternehmen, die bereit, sich zu engagieren, und wirbt um Fördermitgliedschaften. Bereits mit wenig Geld lasse sich Großes bewirken, betont sie.
Das Kinderdorf und die Tagesstätte von "Human Dreams" in Tansania, deren Eröffnung bevorsteht, wird sie natürlich ebenso wenig sich selbst überlassen wie das Pflegeheim in Indien. Es muss gewährleistet sein, dass das Personal in der Lage ist, alles in ihrem Sinn weiterzuführen. Es sei sehr viel passiert seit ihrem Studium in Albstadt, räumt sie während ihres Vortrags ein – und lacht.
Die Bilder und Videos aus Indien und Tansania gaben den Zuschauern einen lebendigen Einblick in die Arbeit von Nicole Mtawas Vereins – einen Einblick, der zugleich nachdenklich stimmte und Hoffnung machte. Sich dem Leben der Armen zu widmen und selbst auf Luxus zu verzichten, war eine Entscheidung, die Mtawa sehr bewusst getroffen hat. Schon als Studentin hat sie im Ausland Erfahrungen mit der Pflege von Kindern gesammelt. Eher zufällig ist sie dagegen zum Bücherschreiben gekommen – aber dann hat sich alles sehr zwanglos ergeben. Stoff für ein weiteres Buch gibt es in Hülle und Fülle.
Wer Nicole Mtawa und ihren Verein unterstützten möchte, findet auf humandreams.org alle nötigen Informationen. Außerdem besteht am 24. September nochmals Gelegenheit, die Autorin zu treffen. Sie liest in der Bibliothek der Hochschule Albstadt-Sigmaringen; Beginn ist um 19 Uhr.