750 Jahre Harthausen
: Liedpremiere beim Jubiläum: „Mir send Harthauser – und stolz darauf“

Ein neues Lied haben die Kindergartenkinder beim Festakt „750 Jahre Harthausen“ präsentiert und damit ein Festwochenende eröffnet, das es in sich hatte.
Von
Karl-Otto Gauggel
Oberndorf
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Die Turnerinnen des TSV Harthausen setzten ein klares Zeichen: Sie lieben ihren Heimatort.

Karl-Otto Gauggel

„Mir send Harthauser, , darauf sind wir stolz. Denn Harthauser, die sind aus gutem Holz. Mir send Harthauser, was kann’s schönres geb’n? Als in Harthausen zu leb’n!“ Das Lied nach der Melodie „Dorfkind“ mit dem Text von Kindergartenleiterin Sabrina Otto war der schwungvolle Auftakt fürs dreistündige Programm beim Festakt „750 Jahre Harthausen“.

Ortsvorsteher Emil Oswald freute sich über ein volles Haus und die Ehrengäste, Schirmherr und Bürgermeister Michael Maier, Landrat Günther-Martin Pauli, alle Gemeinde- und Ortschaftsräte, ehemalige Ortsvorsteher, seinen Benzinger Kollegen Dirk Sieber, Bürgermeister Reinhard Traub aus Neufra und eine Delegation aus Winterlingens polnischer Partnerstadt Izbica um Bürgermeister Jerzy Lewczuk.

Der Druck der mehr als 200 Seiten dicken Jubiläums- Festschrift „Harthausen ist Heimat“ hat sich laut Oswald verzögert, werde aber bald an alle Haushalte verteilt.

Der Pfarrer muss seine Einkünfte offenlegen und der Bürgermeister ruft zum Widerstand auf

Michael Maiers Festrede war ein Ritt durch die Ortsgeschichte, von der ersten urkundlichen Erwähnung 1275, als der damalige Pfarrer, wie alle Geistlichen, unter Eid seine Einkünfte offenlegen musste, um mit dem Zehnten zur Finanzierung des Kreuzzuges, von Papst Gregor X. ausgerufen, beizutragen über die mehrfach wechselnden Obrigkeiten im Mittelalter bis zur neuzeitlichen Oberamts- und Kreiszugehörigeit zu Sigmaringen sowie den Änderungen im Zusammenhang mit der Kreis- und Gemeindereform Mitte der 1970er-Jahre, bei der Harthausen unter heftigem Protest von Bürgermeister Xaver Blau und vieler Einwohner zum neuen Zollernalbkreis kam und seine Selbständigkeit mit der Eingemeindung nach Winterlingen verlor.

Maier erinnerte an zwei Jahrhunderte dauernde Prozesse um Waldgebiete und Holznutzungrechte und den Widerstand gegen die Eingemeindung, den nur die Zusage von 400 000 D-Mark vom Land zu brechen vermochte.

Wo kommt das her, „auf der Scher“?

Maier erklärte auch den Zusatz zum Ortsnamen „auf der Scher“: Er beziehe sich auf die fränkische Gebietsbezeichnung des „Scherragau“: das althochdeutsche Wort „Skerra“ bedeute spitze Felsen oder Felszacken, wie sie im Ortswappen verewigt seien.

Nach langem Beifall rief Maier der Festgemeinde zu: „Der Zusammenhalt und das ehrenamtliche Engagement in Harthausen sind einfach großartig und absolut vorbildlich.“ Was Emil Oswald bekräftigte: Angesichts der Stärke der Dorfgemeinschaft sei er zuversichtlich, dass die Herausforderungen der Zukunft“ gemeistert würden.

Der Nachbar ist auch da

Der Ortsvorsteher rief alle auf die Bühne, die zur Festschrift und zum Gelingen des Festes beigetragen hatten, und dankte mit Präsenten, ehe Landrat Günther-Martin Pauli und Benzingens Ortsvorsteher Dirk Sieber, der einen Korb mit Wein überreichte, sprachen.

Einmalige Bilder aus der Geschichte

Beim Stehempfang bestand Gelegenheit, einmalige historische Fotos und alte Filme aus dem Nachlass von Karl Locher zu sehen. Der Musikverein Harthausen unter der Leitung von Walter Hauser und der Männergesangverein um Chorleiter Anton Roggenstein umrahmten den Festakt. Lustige Spielszenen streute die Laienspielgruppe Harthausen ins Programm ein, und auch die akrobatischen Tänze der TSV-Turnerinnen und der Vettergarde ernteten tosenden Beifall. Den Schlussakkord beim setzte die Musikkapelle mit der deutschen und der polnischen Nationalhymne unter den unvergesslichen Festakt.

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