50 Jahre Albstadt: Ein Kulturangebot zum Sattessen

Musizierten auf offener Straße: die Fanfarenbläser des Ensembles „Kimkama“ aus Chambéry.
Martin KistnerDen Anfang hatte am Donnerstagabend „Hautnah“, Partyband mit Referenzen in ganz Süddeutschland, gemacht – da beschränkte sich der Unterhaltungsbetrieb allerdings noch auf den Kurt-Georg-Kiesinger-Platz.
Am Freitagabend gingen auch auf den anderen beiden Bühnen im Hof und im Spitalhof die Rampenlichter an: Auf dem Kiesinger-Platz bot Albstadts Vorzeigeformation „Südlich von Stuttgart“ mit gewohnter Souveränität jene unverwechselbare Mischung aus Soul, Funk, Jazz, Rock und Pop, die es so nur „südlich von Stuttgart“ gibt.
Im Spitalhof spielte „She’s the Boss“ soliden, kompromisslosen Hardrock; hundert Meter weiter erstattete zeitgleich Dominik Eulberg einen durchaus beunruhigenden Sachstandsbericht in Sachen Biodiversität, ehe er zur später Stunde die Rolle des Vortragsredners mit der des DJs vertauschte.
Am Samstagabend gehörte das größte der drei Foren, die Bühne am Kiesinger-Platz, der Heidelberger Coverband „The Wright Thing“. Im Hof gaben der Senegalese Sun Sooley und seine Begleiter Reggae zum Besten – und im Wechsel auch Leiseres aus der afrikanischen Tradition -, während im Spitalhof - der einen überzeugenden Einstand als Konzert-Location gab – Rockröhre „Leeeza“ einem begeisterten Publikum einheizte.

Rockröhre Leeeza auf der Spitalhofbühne
Foto: Karina EyrichDer Sonntag bescherte ein Unterhaltungsprogramm, das vielgestaltiger nicht hätte sein können: auf dem Kiesinger-Platz Deutschrock mit „volXpop“, im Spitalhof Jagdhornklänge und rockige Riffs des „Trio Infernale“, das diesmal ein Quartett war, und im Hof thailändischen Tempeltanz aus Balingen und französische Chansons, vorgetragen von Noemi Schneider.
Die „Balkan Brass Band“ kam verspätet – aber sie kam
Außerdem spielte „Sometimes Salvation“ – die Band war kurzfristig für die „Fabijan Balkan Brass Band“ eingesprungen, die mit Verspätung auf der Bildfläche erschien. Und sich dann nicht lumpen ließ und spontan als Walking-Band durch die Marktstraße zog - ähnlich wie in den Tagen zuvor „Kimkama“, ein Ensemble, das zur Delegation aus der Partnerstadt Chambéry gehörte und sein Publikum mit fetzigen Fanfarenklängen begeisterte.

Wer wagt zu behaupten, dass die Albstädter Party nicht könnten?
Foto: Karina EyrichBlasmusik vom Feinsten boten aber auch die diversen Albstädter Orchester – besondere Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang der gemeinsame Auftritt der Lautlinger und der Margrethausener am Sonntagvormittag: Sie spielten Jürgen Schnitzlers „Albstadt-Marsch“, der aus einem von der Lautlinger Musikkapelle „Frohsinn“ initiierten Wettbewerb als Sieger hervorgegangen war.
Volker Lässings „Albstadt Boogie“ gewinnt
Einen Wettbewerb hat auch Volker Lässing, Onstmettinger Autor und Heimgeschichtsforscher, gewonnen, nämlich den Komponistenwettbewerb für einen „Albstadt Song“. Neun Kompositionen waren bei der Jury eingegangen; die jüngste beteiligte Tonsetzerin war 14, der älteste 90 Jahre alt. Lässings „Albstadt Boogie“ ist durchaus sing- und hörbar – und er selbst, wie sich bei der öffentlichen Präsentation zeigte, eine echte „Rampensau“.