Fast drei Wochen dauert die Vorbereitungszeit bis zur Premiere des Weihnachtscircus. Ein Blick hinter die Kulissen.
Mit Hochdruck bereitet sich das Team vom Lörracher Weihnachtscircus derzeit auf seine Jubiläumsausgabe vor. Vom 19. Dezember bis zum 6. Januar heißt es dann auf dem Festplatz im Grütt zum 25. Mal „Manege frei“. Seit dem 1. Dezember sind dafür 20 Personen im Einsatz.
„Wir sind gut im Rennen“, erklärt Pressesprecherin Sandra Frank. 20 Personen sind zurzeit mit dem Aufbau beschäftigt. Und zumindest von außen betrachtet haben sie schon ganze Arbeit geleistet. Die Zelte stehen. Mit 500 Erdnägeln, 80 Zentimeter tief im Boden verankert, sollten diese auch gegen Stürme gewappnet sein. Vor der ersten Vorstellung werden sie noch gereinigt. Auch 1000 Meter Kabel wurden bereits verlegt.
Noch viel zu tun
Was alles noch zu tun ist, sieht man erst beim Eintritt ins Foyerzelt. Gut zu erkennen ist es an den Gastronomiehütten, die dort im Halbdunkeln stehen. Doch statt in weihnachtlicher Atmosphäre wähnt man sich eher auf einer Baustelle. Etwa 500 Meter an schönen Stoffen zum Abhängen sollen bald Abhilfe schaffen, und pünktlich zur Premiere wird auch der Boden sicher begehbar sein. Am Besuchstag gleicht der Gang zur Mange noch einem kleinen Hürdenlauf.
„Der Wettergott meint es gut mit uns“, freut sich Frank über die Vorhersagen. Jede Schneenacht treibt den Verbrauch an Heizöl nämlich deutlich nach oben. Die Zelte müssen dann durchgehend beheizt werden, damit sich der Schnee auf dem Dach nicht ansammeln kann. Erst viermal sei dies im warmen Dreiländereck vorgekommen, sagt Frank.
An diesem Samstag reisen die ersten Künstler an. Die Proben starten am Sonntag. Der Lörracher Weihnachtscircus legt Wert auf ein stetig wechselndes Programm, sagt die Pressesprecherin, die auch künstlerische Leiterin ist. Früher schwebte die leidenschaftliche Artistin selbst am Trapez durch die Manege. Heute freut sie sich darüber, dass alljährlich zum Weihnachtscircus die ganze Familie in Lörrach zusammenkommt. Die Show indes überlassen sie nun anderen.
Talente aus Monte Carlo
Und während in Lörrach beständig und routiniert der Aufbau vonstattengeht, wird bereits das Programm für die kommenden Jahre geplant. Dafür sieht sich die Familie jedes Jahr beim Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo um. Die guten Künstler seien schnell ausgebucht. Es werde darauf geachtet, Qualität nach Lörrach zu bringen.
Gebührend empfangen
Um die Artisten und Gäste gebührend zu empfangen, wird knapp zwei Wochen vor der Premiere noch das Hauptzelt auf Vordermann gebracht. Maurice Frank streicht dort die Umrandung der Manege. Er gehört zur neuen Generation, die den Zirkusbetrieb einmal übernehmen wird. Nun geht es aber erst einmal um kleinere Reparaturarbeiten, das Auswechseln von Glühbirnen, verschlissenen Stoffen oder Lichterketten. Sandra Frank fertigt die neuen Kostüme für das Ballett an, das die Show von der Eröffnung bis zum Finale mit jeweils sechs Auftritten bereichern wird. Gab es in all den Jahren besondere Erlebnisse, die mit dem Aufbau verbunden waren? Frank denkt sofort an jenes Weihnachtsfest, als der Orkan Lothar über das Land fegte. Mit 25 Feuerwehrmännern konnte das Zirkuszelt schließlich gesichert werden. Und dann war da noch der Heiratsantrag, den ein Aufbauhelfer seiner Freundin machte – eine schöne Überraschung für alle.
Das Wetter ist wichtig
Zwei Wochen wird der Abbau nach der letzten Vorstellung an Dreikönig noch in Anspruch nehmen. Dazu gehört auch die Wiederherrichtung des Platzes. Zum Einpacken der Zelte gelte es zudem den richtigen Tag zu erwischen, sagt Sandra Frank. Denn diese müssen trocken sein. Wenn das Wetter nicht mitspielt, bedeutet dies zusätzliches Wischen mit Handtüchern.