Es ist ein lang ersehntes Projekt für den Ruster Rat: Ein Radweg entlang der Kreisstraße, inklusive einer neuen Brücke. Bisher müssen Umwege in Kauf genommen werden.
Die Gemeinde hat es sich zum Ziel gesetzt, mit dem Ortenaukreis und dem Regionalverband Südliche Ortenau, das Radwegenetz zu verbessern und auszubauen. Ein Streckenabschnitt ist den Rustern dabei besonders wichtig, wie bei der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich wurde.
Geplant ist der Neubau eines Rad- und Gehwegs entlang der K 5349 samt einer Brücke über die Alte Elz. Nun wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Bauprojekt geschaffen.
Hintergrund, erinnerte Kai-Achim Klare, waren die Pläne für Radschnellwege von Emmendingen nach Lahr. Und damit habe es auch den Blick auf die Zubringerwege gebraucht. Mit dem „Masterplan Radverkehr“ sei dann das Radwegenetz geplant worden. „In diesem Projekt war schnell klar: Wir brauchen eine Radwegeverbindung entlang der Kreisstraße über die Elz“, so Klare.
Umwege sind derzeit nötig
Wer etwa aus Richtung des am Rande des Oberwaldes gelegenen Waldkindergartens nach Westen möchte, kommt nicht direkt über den Fluss. „Mann muss immer über die Peter-Tumb-Straße und komplett durchs Dorf fahren“, schilderte der Bürgermeister. Auch wenn man auf dem Radweg von Ringsheim kommend am Wasserpark vorbei fahre, müsse man eine umständliche Strecke in Kauf nehmen. „Und das vor allem, weil es keine Radbrücke über die Elz gibt.“ Die sei im Masterplan Radverkehr als wichtiger Lückenschluss aufgenommen worden.
Da der Radweg und die dazugehörige Brücke aber direkt an der Kreisstraße geplant sind, ist das Landratsamt zuständig. Der Ruster Rat hat nun einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zugestimmt. Dadurch wird die Umsetzung des Bauprojekts an die Gemeinde übertragen. Das soll dem Tempo beim Bau helfen. Eigentümer des künftigen Radwegs und der Brücke bleibt laut der Vereinbarung der Kreis. Die Ruster Verwaltung war mit dem Vorschlag, das Projekt selbst zu planen, auf das Landratsamt zugegangen. Klare lobte, dass sich der Kreis dafür so offen gezeigt habe.
Rat Kai Melder (CDU) lobte den Ansatz, solche „Synergieeffekte“ zu nutzen – gerade mit Blick auf den Bürokratieabbau. Ewald Scherer (Freie Wähler) lobte den geplanten Radweg. „Wir warten ja schon lange darauf“, betonte er. Auch wenn er die Absprache mit dem Landratsamt befürworte, hoffe er, dass das die eigene Verwaltung nicht zu sehr in Anspruch nehme. „Wir sind ja in der Regel auch am Anschlag hier in Rust“, gab er zu bedenken. Wenn die Zusammenarbeit aber gut funktioniere, sei es ein Vorzeigeprojekt.
Das Bauprojekt ist im Doppelhaushalt 2025/2026 des Landkreises mit Gesamtkosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Die Gemeinde geht jedoch in Vorleistung und stellt dem Landkreis später Abschlagsrechnungen.
Kosten werden von Kreis und Gemeinde getragen
Das bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche Kosten vom Kreis übernommen werden. „Wir sehen das Projekt in seiner Bedeutung als so groß an, dass wir es jetzt einfach möglich machen müssen“, erklärte der Rathauschef. Im ebenfalls bei der Ratssitzung beschlossenem Haushalt, der ein Millionen-Defizit aufweist, sind die entsprechenden Mittel eingeplant.
Karl-Heinz-Debacher (SPD) erkundigte sich nach den für die Gemeinde entstehenden Planungskosten. Der Großteil trage der Kreis, erklärte Klare. Und auch wenn die Planung vom Ortenaukreis übernommen worden wäre, hätte es Kosten für Rust gegeben, stellte er klar. Aufwendungen für das nötige Personal bekäme die Gemeinde aber nicht zurück. Angesichts der Bedeutung der Radverbindung sei es das aber wert, befand er.
Das Gesamtprojekt
Aktuell hat die Brücke über die Alte Elz Priorität. Perspektivisch soll es aber auch noch eine Unterführung für Radler und Fußgänger bei der K 5349 östlich vom Edeka-Markt auf Höhe der Auffahrt „Roland-Mack Ring“ geben.