Seit Monaten arbeitet Walter Bihler mit seinem Helfer Manuel Steeb daran, die stillgelegten Simmersfelder Lift-Anlagen am Waldrand und beim Gasthaus Sonne wieder zum Laufen zu bringen und hat viel Energie, Zeit und auch Geld in den Wiederbetrieb gesteckt.
Und das, obwohl Frau Holle ihr Bett in diesem Winter nur selten geschüttelt hat. Mut macht dem 42-Jährigen, dass in den vergangenen Wochen – als die Wiesen in Simmersfeld einige Tage schneebedeckt waren – viele Autos mit Kennzeichen aus weitem Umkreis auf den Parkplatz des Festspielhauses vorfuhren, Holz- und Kunststoffschlitten aus dem Kofferraum holten und den kleinen Hang herunterrutschten.
„Das ist schon bei einer Unterlage von fünf Zentimetern möglich“, behauptet Bihler. Einige Tage später war das Vergnügen nach einsetzendem Tauwetter aber wieder vorbei. Warum tut sich der hauptberufliche Heizungsbauer das bei fortschreitendem Klimawandel und immer weniger schneereichen Tagen im 700 Meter hoch gelegenen Simmersfeld an? Sein Vater habe früher auf dem Hang am Waldrand als Liftführer gearbeitet und Reparaturen erledigt, Mutter Angelika habe an der Kasse gestanden und hungrige Skifahrer am Imbissstand mit Speisen versorgt. Er habe dort im Winter die meiste Freizeit verbracht, das Skifahren gelernt und sich nützlich gemacht: „Das verbindet“.
Die still vor sich hin rostende, früher voll funktionsfähige Anlage und der kaputte Pistenbully hätten ihn nicht ruhen lassen, beschreibt der 42-Jährige Simmersfelder seine Motivation.
Die Anlage steht seit sieben Jahren still
49 Jahre lang gehörten alle drei Skilifte Heinz Gossenberger aus dem Raum Pforzheim. Sobald genug Schnee lag, fuhr er auch noch im hohen Alter los, kümmerte sich vor Ort um organisatorische Abläufe und requirierte Helfer für den laufenden Betrieb. Es dauerte dann nicht lange, bis am Lift III die ersten Alpinfahrer den Hang hinunter wedelten und am Abend das Flutlicht eingeschaltet wurde.
Zum bisher letzten Mal geschah das vor sieben Jahren. Danach fiel immer weniger Schnee – und wenn, dann erst nach den umsatzstarken Weihnachts- und Ferientagen.
Schweren Herzens fasste Gossenberger damals den Entschluss,die Lifte für 300 000 Euro zu verkaufen. Dazu kam es durch sein Ableben aber nicht mehr. Seine Tochter Jana kümmerte sich dann um die Ausschreibung. Ein Unternehmer aus Ammerbuch meldete sich, wollte groß einsteigen. Pech nur, dass seine Firma insolvent war, er die Summe nicht aufbringen konnte und das Geschäft platzte.
Als Walter Bihler davon hörte, meldete er sich bei der befreundeten Familie Gossenberger, die ihm finanziell entgegen kam. Seit einem guten Jahr ist Bihler nun der neue Eigentümer.
Viele Reparaturen nötig
Als erstes habe er sich einen Überblick über die entstandenen Schäden verschaffen müssen, berichtete er dem Schwarzwälder Boten. Lifte, Pistenbully, technische Anlagen, Imbissstand – vieles musste erneuert oder repariert werden. In jeder freien Minute packte der 42-Jährige an, hauptsächlich am Lift III am Waldrand. Meistens war Manuel Steeb dabei, wie Bihler handwerklich begabt.
„Das meiste ist geschafft, und die Genehmigung vom TÜV liegt inzwischen auch vor“, blickt Bihler zuversichtlich in die Zukunft – genauer: auf die Saison 2025/26. Und wenn es in den nächsten Tagen und Wochen kräftig schneit, könnte man sofort loslegen. Personell gebe es mit Vater Klaus, Mutter Angelika und zwei Schwestern keine Probleme. Zumindest die Rodelbahn beim Festspielhaus könnte in kürzester Zeit in Betrieb genommen werden.