Eine Erdkröte Foto: Antje Schultner

Im Enzkreis sind ungewöhnlich viele Amphibien unterwegs. Auch im Kreis Freudenstadt ist Vorsicht beim Fahren geboten.

Mehrere BUND-Aktive aus dem Enzkreis schlagen Alarm: In der ersten Maiwoche wurden zahlreiche wandernde Amphibien gemeldet. Viele der Tiere seien überfahren worden, schreibt der BUND in einer Pressemitteilung.

 

Ungewöhnlich, denn zu diesem Zeitpunkt – nach langer Trockenheit und sehr kühlen Nächten – hätte die Wanderungszeit der Tiere ihren Höhepunkt schon erreicht.

Die Amphibienzäune, an denen BUND-Gruppen die Tiere einsammeln, um sie sicher über die Straßen zu bringen, seien deswegen schon abgebaut worden – die Tempolimits auch schon aufgehoben.

Nach dem Regen in der ersten Mai-Woche hätten BUND-Helfer jedoch wandernde Erdkröten, Frösche, Molche und Feuersalamander beobachten können, teilweise in relativ großer Anzahl.

Später Zeitpunkt ist ungewöhnlich

„Generell kommt es immer wieder vor, dass niedrige Temperaturen und Trockenheit zu einer Pause in der Amphibienwanderung führen und die Tiere danach wieder laufen“, wird ein Sprecher des BUND in der Mitteilung zitiert. Die Anzahl der Tiere und der späte Zeitpunkt der aktuellen Wanderungen seien in dieser Kombination jedoch ungewöhnlich.

Erfahrungswerte der vergangenen Jahre zeigten, dass die klimawandelbedingte Verschiebung der Jahreszeiten dazu führt, dass die Amphibienwanderung immer früher beginnt. Aus diesem Grund werden die Amphibienzäune schon im Januar aufgebaut.

Die Wanderzeit der Amphibien verschiebe sich jedoch nicht einfach, sondern erstrecke sich über einen längeren Zeitraum, heißt es in der Mitteilung weiter.

„Die Tiere haben nur dieses eine Leben“

Die aktuellen Beobachtungen zeigten deutlich, dass in Zukunft mit einer längeren Betreuungszeit der Amphibientrecken gerechnet werden müsse – mit allen Konsequenzen für Ehrenamtliche und Autofahrer.

Für derzeit wandernde Amphibien gebe es diesen Schutz nicht. Viele von ihnen würden die Wanderung nicht überleben. „Deshalb bitten wir, beim Autofahren auf wandernde Amphibien zu achten und freiwillig Rücksicht zu nehmen. Die Tiere haben nur dieses eine Leben“, wird der BUND zitiert.