Am Donnerstag wurde der Erweiterungsbau des Waldhotels feierlich eröffnet: ein familiäres 14-Millionen-Euro-Projekt mit vielen Besonderheiten.
Über 100 Gäste ließen sich das Ereignis nicht entgehen und beglückwünschten die Gastronomen-Familie Albiez zu ihrem großen Wurf. Mehr als einmal war von der ambitionierten Bauzeit von nur knapp eineinhalb Jahren und dem unglaublichen Schlussspurt der Handwerker die Rede. Senior Hubert Albiez, der das Hotel am Notschrei bereits vor zehn Jahren an die nächste Generation übergeben hat, blieb äußerlich cool: „Du musst Termine setzen, sonst wird das nichts.“
Kompliment an die Handwerker
„Es ist vollbracht!“ rief Benjamin Albiez voller purer Erleichterung bei seiner Begrüßung aus. Er hat die zweifelnden Stimmen noch im Ohr: „Wie soll das klappen?“ Das habe er in den letzten Wochen oft gehört. „Mit den richtigen Handwerkern funktioniert das“, machte Albiez den Leuten vom den Leuten vom Bau ein dickes Kompliment.
Knapper Zeitplan – gehalten
Auch wenn im Außengelände noch am Eröffnungstag die Arbeiter wirkten, war der ambitionierte Termin gehalten worden. „Better together“ (besser gemeinsam) – dieses Motto, das illuminiert und wie auf Moos in der Lobby leuchtet, habe auch die Gastronomen-Nachkommen Albiez, Bock und Ernst während der Bauphase zusammen geschweißt.
Die schönste Untertreibung bei der feierlichen Eröffnung hatte Architekt und Generalunternehmer Karl Lais parat: „Es war nicht ganz leicht.“ Er sprach von einer „Ehre“, das Millionen-Projekt umsetzen zu dürfen. Lais erinnerte an ungläubiges Staunen, als im Sommer Einladungskarten zur Eröffnung verschickt wurden: „Wovon träumt ihr eigentlich?“ hieß es da.
Zehn Ingenieursbüros, 40 Handwerksbetriebe
An die Einhaltung der Termine glaubten am Ende aber selbst die größten Optimisten kaum noch, als im November 40 Zentimeter Neuschnee fielen: „Der Notschrei macht, was er will“, sagte Lais in seiner Ansprache. „Das Bauen auf 1100 Metern Höhe hat seine eigenen Regeln.“ Doch der Wille war stärker als die widrige Witterung. Letztlich spielten zehn Ingenieurbüros und 40 Handwerksbetriebe - alle aus der Region - mit.
„Sensationell! Großartig“
Lais nannte beeindruckende Zahlen: „80 000 Handwerkerstunden – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.“ Sie hätten „handwerklich hochwertige Arbeit geliefert und ein Gebäude mit hohem Qualitätsanspruch“ ermöglicht. An die Adresse des Bauherrn gerichtet, schloss Lais: „Benjamin, sensationell! Ganz großartig!“
„Mut, Weitblick und Leidenschaft“ der Notschrei-Gastronomen würdigte Hansjörg Mair von Schwarzwald-Tourismus, der nachhaltigen Tourismus beschwor. Für Hochschwarzwald-Tourismus zollte Patrick Schreib Anerkennung für ein Bauvorhaben dieser Dimension in einer herausfordernden Zeit.
Über Generationen hinweg
Wieviel Herzblut im neuen Waldhotel am Notschrei steckt, vermittelte Senior Hubert Albiez in seinem Grußwort: „Gib nicht auf, gib alles“, laute seine Lebensdevise. Und weiter: „Wir sind Unternehmer, nicht Unterlasser.“ Dann nannte er seine acht Enkel namentlich, um das generationenübergreifende Projekt zu verdeutlichen.
14 Millionen Euro investiert
Eine Investition von 14 Millionen Euro spielt man nämlich nicht in einer Generation wieder ein, hieß es am Rande. Der 15-jährige Enkel startet derzeit eine Koch-Ausbildung, so dass Kontinuität auf dem Notschrei nicht ausgeschlossen ist. Ein 98-jähriger Nachfahre der ersten Hotel-Gründer von 1900 auf dem Notschrei war übrigens einer der Ehrengäste.
Nur einmal war Visionär Hubert Albiez kurz bitter: als es um die Bauverwaltung ging, „die zu viele Prügel in den Weg legt.“ Doch dann siegte die Freude über das Geschaffene beim Rundgang. Entstanden ist ein Hotel- und Wellness-Komplex, der schon bei der Eröffnung eine wohltuende Atmosphäre und ein Schwarzwald-typisches Ambiente besitzt.
Liebe zum Detail
Die Liebe zum Detail wirkt sich in einer Behaglichkeit aus, die mit viel Holz und auch Hirsch-Geweihen daherkommt, ohne kitschig zu wirken. Großformatige, erstklassige Fotos mit stimmungsvollen Motiven aus der Region zeigen den Schwarzwald von seiner besten Seite. Diese Stärke soll die Gäste in das neue Waldhotel locken.
26 neue Hotelzimmer
Wohlfühl-Atmosphäre verströmen die 26 neu geschaffenen Hotelzimmer, teils originell mit Kuschelecke oder gar einem Baumhaus, teils mit originalen Schindeln aus Bernau oder dekorativen Birken-Stämmen. Das absolute Highlight ist der Spa-Bereich mit einem Sole-Dampfbad im Bergwerk, das in eine großzügige Pool-Landschaft im Außenbereich übergeht. Bis Weihnachten soll auch der Baukran abgebaut sein.