„Zieht Euch warm an – es wird heiß“ lautete der Titel eines Vortrags von Sven Plöger in Müllheim.
Den Vortrag im ausverkauftem Bürgerhaus in Müllheim hatte der Verein Bürgerwindrad Blauen organisiert. In einem kurzweiligen Vortrag stellte Sven Plöger, bekannter Diplom-Meteorologe und Wettermoderator der ARD, die Zusammenhänge zwischen menschengemachtem CO2-Eintrag in die Atmosphäre und der exponentiellen Entwicklung des Temperaturanstiegs dar, heißt es im Nachbericht des Vereins Bürgerwindrad Blauen. „Es ist nicht die Schwankung der Erdtemperatur, die kritisch ist. Es ist die Geschwindigkeit“, sagte Plöger.
Die sonst oft langsamen Veränderungen aufgrund klimatischer Verschiebungen würden nun immer schneller und mit voller Wucht eintreten. Starkregenereignisse, Felsabbrüche und Süßwassermangel wegen Gletscherschwund seien bereits sichtbare Beispiele.
Schon der Wissenschaftler und Fernsehmoderator Hoimar von Ditfurth zeigte 1978 in einer TV-Sendung die Auswirkungen des CO2-Anstiegs auf. „Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Handlungsproblem“, meinte Plöger. Aber Handeln fange bei jedem selbst an. Zurücklehnen mit dem Argument „Wir können eh nichts machen“, sei keine Option für alle, die an ihre Kinder und Enkel denken.
Plöger äußerte sich auch zur Windkraft und erkundigte sich dazu im Publikum nach dem Stand vor Ort. Nachdem ihm vom Votum der Mehrheit im vergangenen Bürgerentscheid in Schliengen gegen Windräder auf Gemeindegebiet berichtet wurde, plädierte er dafür, den richtigen Weg mit den vermeintlichen Gegnern zu diskutieren. „Und diskutieren heißt auch zuzuhören, um die besten Argumente zu streiten, um dann möglichst gemeinsam etwas voranzubringen.“
Die unbestechliche Physik
Eine gute Grundlage für eine Versachlichung sei die Physik. Diese sei unbestechlich und unabhängig von Meinungen. Augenzwinkernd zitierte der Referent seinen Kollegen Professor Harald Lesch, ebenfalls vielen aus dem Fernsehen bekannt, mit der Aussage: „Physik gilt auch für Idioten.“
Im Ausblick machte Sven Plöger aber auch Hoffnung: Heute schon eingesetzte grüne Technologien zur Energieerzeugung wie Photovoltaik oder Windkraft befänden sich ebenfalls in einem exponentiellen Wachstum. Sie könnten in Zukunft den entscheidenden Beitrag liefern, die Erderwärmung zu bremsen oder sogar zu stoppen. Die Sonne liefere in jedem Fall genug Energie, um die gesamte Menschheit regenerativ zu versorgen.
Nachhaltig wirtschaften
„Es ist zu 100 Prozent sicher, dass in Zukunft die Menschheit nachhaltig wirtschaften wird: Entweder schaffen wir das selbst, oder der Planet Erde erledigt das auf seine Weise. Wir brauchen die Erde, aber die Erde braucht uns nicht“, gab Plöger zu bedenken.