Nach einigen Gesprächen ist die Entscheidung beim Oberligisten gefallen. Warum der Ex-Profi beim Türk. SV Singen keine Perspektiven mehr sah.
Die Entscheidung ist gefallen: Ali Günes ist an diesem Freitag endgültig von seinem Traineramt beim Oberliga-Neuling Türk.SV Singen zurückgetreten. Mit ihm auch sein Co-Trainer Yusuf Cilesiz und Kader Aksan, der als Betreuer fungierte.
Bereits am vergangenen Dienstag war Ali Günes nicht mehr zum Training erschienen. Die Mannschaft wollte ihren Trainer noch zur Umkehr bewegen. An diesem Donnerstag tauschte sich Ali Günes deshalb auch mit dem Spielerrat noch einmal aus, weil ihm das am Herzen lag. Doch am Freitag stand die Entscheidung: Ali Günes ist nicht mehr Cheftrainer beim Türk.SV Singen.
Es ging offenbar um Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstand in Sachen Transferpolitik und vor allem auch um Probleme in infrastruktureller Hinsicht.
Im Klartext: Die Rahmenbedingungen für eine Oberligisten hielten nicht mehr Schritt mit dem erfolgreichen Weg des Türk. SV Singen. Für einen immer sehr ambitionierten Ali Günes mit glasklaren Vorstellungen und Zielen gingen die Fortschritte auf verschiedenen Ebenen offensichtlich zu langsam voran.
Das sagt Ali Günes
Der Ex-Profi bezieht Stellung: „So eine Entscheidung passiert nicht von gestern auf heute. Ich möchte jetzt auch nicht mehr so auf die Details eingehen. Ich habe viele schöne Momente mit dem Club erlebt. Aber es gab auch Dinge, die nicht so liefen, wie sie hätten laufen sollen. Ich denke, ich habe insgesamt zweieinhalb Jahre lang hier sehr gut gearbeitet und kann darauf auch stolz sein. Der Verein lag mir immer am Herzen. Ich wünsche ihm und der Mannschaft alles Gute. Die für den Klassenerhalt noch notwendigen 14, 15 Punkte werden die Jungs noch holen.“
Die Stellungnahme von Türk. SV Singen
Cengiz Bozkurt, veranwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit beim Türk. SV Singen, betont, „dass der Verein und Ali Günes im Guten auseinandergehen. Wir bedauern seine Entscheidung. Es waren in gewissen Punkten Meinungsverschiedenheiten da. Man muss aber beide Seiten verstehen. Wir haben es in den vergangenen Tagen nicht geschafft, zu Lösungen zu kommen. Wir verstehen die Argumente von Ali Günes, aber manchmal sind Dinge eben nicht schnell umsetzbar. Es ist schade, dass das Gespräch zwischen dem Spielerrat und Ali Günes am Donnerstag nicht die Wende gebracht hat. Die Infrastruktur muss bei uns weiter wachsen. Wir sind bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für Ali Günes und haben auch die Hoffnung, dass diese nicht einfache Situation die Mannschaft noch enger zusammenrücken lässt. Am Samstag bei unserer Saison-Generalprobe in Holzhausen werden vom Trainerstab Roman Rudenko und Wolfgang Stolpa das Team betreuen.“
Jetzt kommt bereits der fünfte Trainer in dieser Saison
Nach dem Rücktritt von Ali Günes wird in dieser Saison bereits der fünfte Trainer beim Türk. SV Singen übernehmen. Unter Ali Günes entwickelte sich das Team seit Ende September hervorragend. Vom letzten Platz aus rückte der Aufsteiger bis auf den aktuellen achten Rang vor. Eine große sportliche Baustelle ist neben der Trainersuche aber auch noch die Frage: Wie soll der zu den Stuttgarter Kickers gewechselte Top-Torjäger Abdo M’Boob ersetzt werden?