Die evangelische Kirche in Hornberg war Ausrichtungsort der „True Story Nights“. Jungen Menschen den Glauben näherzubringen, lag den Verantwortlichen besonders am Herzen.
Fünf Abende voller Musik, Gemeinschaft und Gedanken über zentrale Fragen des Lebens und des Glaubens – das erlebten junge Menschen bei den „True Story Nights“ in der evangelischen Kirche, die der örtliche CVJM zum zweiten Mal ausrichtete. Mit dem Veranstaltungsformat will der Verein Pro Christ dabei unterstützen, jungen Menschen den Glauben näherzubringen. „Die vielzitierte Oberflächlichkeit der Jugend stimmt nicht“, stellte Magdalena Gramer, Jugendreferentin und Mit-Organisatorin der Veranstaltung fest.
Gramer widerspricht Vorurteilen über Teenager
Das Gespür für Lebensfragen sei da und Antworten werden gesucht. Dafür sprach auch der rege Besuch aller Veranstaltungen von Dienstag bis Samstag. Interessierte Gruppen kamen aus dem ganzen Umland, wie St. Georgen, Schiltach und Aichhalden. Für die Jugendlichen gestalteten die Verantwortlichen die Kirche um in einen gemütlichen Treffpunkt mit Tisch- und Sitzgruppen, Kerzen und spezieller Ausleuchtung. Der Themenstrang umfasste Impulse, Diskussionen sowie Erlebnisse und welche Rolle der christliche Glauben dabei spielt. Leistungsdruck wie ständig auf Achse und immer Up-to-Date sein sowie die dahinterstehenden Wertmaßstäbe und Ideale wurden unter anderem beleuchtet.
Der vorletzte Abend „Wunden zu Wunder“ thematisierte Schuld und Vergebung sowie den damit verbundenen möglichen Neuanfang. Interviewpartner am Freitag war Noah Jecklin, der in der Schweiz lebt und Theologie studiert. Er sei in einer Familie aufgewachsen, die sehr auf Leistung fokussiert war und irgendwann habe er sich selbst nicht mehr gespürt. Suizidale Gedanken folgten – diese Lebenskrise habe er dank seines Glaubens und therapeutischer Unterstützung bewältigt. „Wir haben immer die Entscheidung, wie wir mit Verletzungen umgehen“, war Michel Kramer überzeugt.
Bruchstellen betonen statt sie zu verbergen
Am Beispiel des japanischen „Kintsugi“ (Kunst der Goldreparatur bei zerbrochenen Gefäßen) zeigte der Jugendpastor aus Lörrach, dass Bruchstellen betont statt verborgen werden und eine Geschichte von Verwundbarkeit, Resilienz und Erneuerung erzählen. Neues werden lassen sei auch möglich im Umgang mit schuldig geworden sein an anderen. „Was wir brauchen, ist Heilung“, lud Krämer zu einem gemeinsamen Gebet mit der Bitte um Heilung der eigenen Wunden und Vergebung für das, was wir anderen angetan haben, ein. „Lasst uns beten für die, die es voll brauchen“, ermunterte auch die Band „Lobpreis“, die mit spirituellen Liedern die Atmosphäre vertiefte.
Nach dem offiziellen Ende des Programms gab es Musik mit DJ Matze und es konnte gemeinsam bei Popcorn, Hotdog und anderen Naschereien der Abend reflektiert werden. „Es tut uns als Gemeinde gut, die Lebendigkeit zu spüren,“ resümierte Magdalena Gramer. Sie hat gemeinsam mit Natalie Aberle die Jugendlichen bei der Organisation der Veranstaltung unterstützt. Laut Gramer haben die jungen Leute die Orga fast alleine gestemmt und für viele war es eine Premiere. „Das macht mich ein bisschen stolz,“ lobte die Jugendreferentin den großen Einsatz.
Der CVJM
Der CVJM Hornberg lädt Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren ein zum Jugendkreis, immer dienstags ab18.30 Uhr im Pfarrhaus. Ansprechpartnerin ist Magdalena Gramer (07833/9 558 905)