Trio Regener in Villingen: Sie lassen die Musik für sich sprechen

Das Trio Regener Pappik Busch spielt beim Jazzfestival im Kleinen Saal des Villinger Theaters am Ring zu Gast.
WenzlerSo war das Trio Regener Pappik Busch im Kleinen Saal des Villinger Theaters am Ring zu Gast, um den Schwarzwald zu jazzen.
Alle drei – Sven Regener, Richard Pappik und Ekki Busch – sind bekannte Namen der Band „Element Of Crime“. Viele Menschen haben diesen Namen schon „irgendwo gehört“, aber sehr viel wenige wissen, worum es sich bei dieser Band handelt.
Daher ein kurzer, ein wirklich ganz kurzer Exkurs: „Element Of Crime“ ist eine deutsche Rockband, die laut Wikipedia „melancholisch-chansoneske Pop- und Rockmusik spielt“. Ja, kann man so sagen. Sie wurde 1985 gegründet und ist bis heute aktiv.
Sven Regener, der Trompete spielte, ist Gründungsmitglied von „Element Of Crime“, daher also schon seit 40 Jahren dabei. Schlagzeuger Richard Pappik stieß 1986 zu der Band und Pianist Ekki Busch begleitet sie als Livemusiker seit den 1990er Jahren. Okay, klar ist: Die Jungs kennen sich schon eine ganze Weile und spielen auch schon, ja, seit Jahrzehnten miteinander. Und das hört man auch – im besten Sinne.
Besondere Stimmung
Der Kleine Saal ist in dämmeriges Licht gehaucht, das in großer Zahl erschienene Publikum steht lässig plaudernd, meist mit einem Weinglas oder einer Flasche Bier in der Hand herum und wartet auf das, was da kommen sollte. Die Stimmung vor Jazzkonzerten ist meist anders als bei anderen musikalischen oder theatralischen Events. Hier liegt eine Art universeller Coolness in der Luft, während es sonst vorkommen kann, dass die Atmosphäre vor Erwartungshaltung geradezu prickelnd aufgeladen ist.
Der Saal füllt sich immer mehr, so langsam nehmen die Zuhörer die Plätze ein. Es erfolgt eine kurze Begrüßung durch einen Jazz-Clubber, dann betreten in aller Gelassenheit die drei Protagonisten die Bühne. Kurze Vorstellung: Sie alle drei seien durch Element Of Crime zusammengekommen und spielten in dieser Formation als völlig eigenständiges Projekt jetzt auch schon seit ein paar Jahren zusammen. Dann fallen noch Namen wie Theolonius Monk, John Coltrane und Miles Davis, mit denen kurz der Stil umrissen wird, woraufhin es auch schon losgeht.
Keine Beleuchtung auf der Bühne
Interessanterweise wird das Licht wie bei Konzerten gewohnt im Zuschauerraum gedimmt. Aber es gibt keine Beleuchtung auf der Bühne, im ganzen Saal herrscht dämmeriges Zwielicht. Die drei Jungs wollen bei ihrem musikalischen Tun offenbar nicht gesehen werden, allein ihre Musik für sich sprechen lassen. Das gelingt ihnen auch recht gut, denn selten hört man ein so ausgezeichnet aufeinander eingespieltes Ensemble.
Sie werfen sich ihre musikalischen Phrasen zu, bespielen sie, werfen sie weiter – da ist viel Routine im Spiel, von der man aber als Zuhörer nichts bemerkt, alles klingt, als wäre es neu und frisch.
Viel beinahe tranceartige ruhige Titel, dann aber auch immer wieder eine Upbeat-Nummer, die die Füße und Köpfe im Publikum zum Mitwippen bewegt. Alles in allem ein stimmiges, cooles Konzert, das von den Zuhörern ausgezeichnet aufgenommen wird.
Die Stimmung ist so entspannt, dass der große Teil des Publikums mangels Gong nach der Pause vergisst, in den Saal zurückzukehren. Aber hei, was springen sie alle, als die drei auf der Bühne einfach wieder zu spielen anfangen. Großer Beifall, zwei Zugaben.