Die Neue Studiobühne in Baiersbronn glänzt mit einem Dutzend amüsanter Sketche von Vicco von Bülow.
Ganz schön viel zu tragen hatte das windschiefe Christbäumchen auf der Bühne im Baiersbronner Rosensaal. Denn immer wieder bekam es unvermittelt eine Ladung Lametta aufgebrummt. Womit wir auch schon beim Thema wären. Unter der klassischen Loriot-Erkenntnis „Früher war mehr Lametta“ hat als neuer Regisseur-Profi Andreas Jendrusch der Neuen Studiobühne Baiersbronn den Spaß am Laienschauspiel zurückgebracht.
Nach der gefeierten Premiere im Haus des Gastes in Tonbach am Freitag gab es am nächsten Tag erneut ein ausverkauftes Haus in Baiersbronn. Schon vor einigen Jahren hatte das Ensemble die unvergleichlichen Loriot-Sketche als Saalstück präsentiert, jetzt kehrten diese – und ein paar neue mehr – auf die Bühne zurück: listig aufgefrischt und lustig die wiedergewonnene Spielfreude der 15 Akteure zählenden Schauspieltruppe versprühend.
Dazu hat Regisseur Jendrusch die Auf-, Ab- und Übergänge zwischen den einzelnen Sketchen mit reizenden neuen Ideen garniert und damit jede Menge zusätzliche Lacher provoziert.
Tollpatschiges zum Start
So begann schon das erste Stück überaus tollpatschig zwischen den Zuschauer-Stuhlreihen. Das Lachen der Zuschauer hielt dann zwei Stunden an bis zum letzten Stück, dem trauten Feierabend, den eine entsetzlich hausfrauliche Nervensäge ihrem eselsgeduldigen Ehemann im Sessel („Ich schreie nicht!“) gründlich versaut.
Herrlich der Chor vom brummigen Bass bis zum glockhellen Sopran in der Jodelschule, die unter dem Dirigat des gestrengen Jodelprofessors einen andächtigen Alpenschluchzer jodeldudeldöte; großartig die Reaktionen bei der Sache mit dem Kosakenzipfel, als sich Herr Pröhl mit Frau Hoppenstedt in die Haare kriegte („und Reiter braucht man ja immer“). Oder die Verzweiflung des Lottogewinners vor der Kamera („Ich heiße Erwin Lindemann“).
Die ganze Lust an der Freude über den loriotischen Unsinn kann an dieser Stelle leider nicht aufgezählt werden. Und noch ist es ja Zeit, diese live zu erleben. Denn weitere Aufführungen folgen.
Lebendiger Theaterspaß
Die Studiobühne verbreitete mit dem lebendigen Theaterspaß so viel Freude, dass Zuschauer auf dem Heimweg noch auf der Treppe vom Rosensaal auf die Straße herzlich lachten und knitze Loriot-Bonmots austauschten.
Freude über Erfolg
Es spielten Dagmar Buchter, Patrizia Finkbeiner, Julia Kotsch, Gisela Gretenkort, Ursula Fuchs (die die Rolle der erkrankten Christa Günther übernommen hatte), Regina Braun, Regine Müller und Vanessa Schmidt sowie Tom Falk, Andreas Fuchs, Harald Schneider, Otto Gaiser, Johannes Hensch und Sadik Varol. Dazu wirkt eine etwa gleich starke Mannschaft hinter den Kulissen.
Noch vor dem ersten Stück hatte sich Regisseur Andreas Jendrusch über den Premierenerfolg gefreut und sich beeindruckt gezeigt, welche Fortschritte die Theater-Truppe in nur so kurzer Zeit der Zusammenarbeit gemacht hätte. Bürgermeister Michael Ruf adelte als Schirmherr die Studiobühne und ihre Auftritte als „Salz in der Suppe im kulturellen Leben unserer Gemeinde“.
I nfo: Weitere Aufführungen der Studiobühne mit ihrem Programm „Früher war mehr Lametta – amüsante Komik von Loriot“ sind am Samstag, 30. November, ab 19.30 Uhr im Stadthaus in Freudenstadt und am Sonntag, 1. Dezember, ab 17 Uhr in der Glashütte Buhlbach. Tickets dafür gibt es im Vorverkauf unter anderem unter www.neue-studiobuehne.de.