Ein 20-Jähriger hatte im Dezember mit einer Drohung einen SEK-Einsatz in Mönchweiler ausgelöst. Mittlerweile gibt es weitere Details und eine Anklage gegen den jungen Mann.
Kriminalität spielt in Mönchweiler keine sonderlich große Rolle – das machte auch Daniel Heuseck als Leiter des Villinger Polizeireviers im Gemeinderat deutlich. Aber: Ein Einsatz des Spezialeinsatzkommandos (SEK) im vergangenen Jahr fiel bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik aus der Rolle.
Am 8. Dezember waren zunächst die Polizei und in der Folge auch SEK-Beamte zu einem Mehrfamilienhaus gerufen worden, nachdem dort ein 20-Jähriger damit gedroht hatte, Beamte zu verletzen und sich anschließend das Leben zu nehmen. Das betroffene Wohnhaus wurde daraufhin weiträumig abgesperrt, eine Verhandlungsgruppe bemühte sich darum, die Situation zu klären.
Mann kommt in Spezialklinik
Polizeibeamte mit besonderer Schutzausrüstung und Maschinenpistolen sowie Hundeführer brachten sich in der Nähe in Position, während mit dem jungen Mann verhandelt wurde, der auf dem Balkon stand. Letztlich überwältigten die teils mit Hubschraubern eingeflogenen SEK-Beamten den 20-Jährigen nach einem sechsstündigen Nervenkrieg.
Er kam danach unverletzt in eine Spezialklinik. Die Polizei erklärte in diesem Zusammenhang, dass er sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben soll.
Anklage beim Jugendschöffengericht
Revierleiter Heuseck erklärte nun gegenüber den Gemeinderäten, dass die Ermittlungen im März abgeschlossen worden seien. Die Staatsanwaltschaft habe Anklage wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten erhoben. Aufgrund des Alters des Angeklagten finde die Hauptverhandlung vor dem Jugendschöffengericht statt.
Der Polizeieinsatz führte in Mönchweiler natürlich zu reichlich Diskussionen. Die schwer bewaffneten Beamten sorgten bei Nachbarn für großes Aufsehen und lösten wohl auch teils ungute Gefühle aus. Gemeinderat Wolfgang Eich (Unabhängige Bürger) empfand das Verhalten der Polizei teilweise als übertrieben. Wenn jemand mit einer Maschinenpistole am Haus vorbeilaufe, sei das nicht angenehm, erklärte er.
Kein Termin für Verhandlung
Heuseck verwies auf unterschiedliche Zuständigkeiten und die Notwendigkeit, für die Sicherheit von Kollegen und Bevölkerung zu sorgen. In dieser Hinsicht sehe er das als einen erfolgreichen Einsatz.
Mittlerweile werden auch weitere Details zu dem Einsatz und den Hintergründen bekannt. Beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen bestätigte Pressesprecher Bernhard Lipp den Eingang der Anklage am 20. April. Einen Termin für die Hauptverhandlung gebe es noch nicht – auch deshalb, weil die Anklage noch nicht zugelassen sei.
Verbindung zu Flucht vor Polizei?
Seinen Angaben zufolge geht es um gleich zwei Tatvorwürfe: zum einen den Vorfall am 8. Dezember in Mönchweiler, zum anderen ein im November 2025 begangenes Straßenverkehrsdelikt. „Zwischen den beiden Vorwürfen gibt es eine Verbindung“, erklärt Lipp. Recherchen unserer Redaktion zufolge spielt dabei offenbar auch eine Flucht vor der Polizei eine Rolle. Auf Nachfrage möchte sich das Gericht hierzu aber nicht äußern.