Nächtliche Knallgeräusche sind nicht nur in Sulz ein großes Problem. (Symbolbild) Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Ein lauter Knall in Sulz schreckt in der Nacht die Bürger auf – und das nicht zum ersten Mal. Was unternimmt die Stadt?

„Hat jemand auch den lauten Knall in Sulz gehört? Was war das?“, ploppt am Dienstag, 8. Juli, kurz nach Mitternacht eine Nachricht in einer Sulzer Blaulichtinfo-Whatsapp-Gruppe auf. Es ist nicht die erste Meldung dieser Art.

 

Die Antwort auf die Frage in der Nacht auf Mittwoch lässt nicht lange auf sich warten. „Wieder ein Böller – ist zurzeit öfter um diese Uhrzeit“, heißt es von einer Sulzerin in der Whatsapp-Gruppe. „Ja, ist immer auf dem Neckarweg, hab ich auch schon öfter gehört“, ergänzt eine weitere.

Tatsächlich schilderten Bürger auch Anfang Juni schon bei Bergfelden „ohrenbetäubende Kanonenschläge“ und Beobachtungen eines großen Feuerballs am Himmel zu später Stunde. Vermutet wurde da, dass es sich um professionelle und gegebenenfalls illegale Pyrotechnik aus dem Ausland gehandelt haben könnte. Tatsächlich stellte sich heraus, dass ein zertifizierter Pyrotechniker das Feuerwerk angezeigt hatte, das damit auch genehmigt war.

Tiere leiden stark unter dem Lärm

Das Böllern sorgt dabei nicht nur bei den Bürgern für Schrecken, sondern auch bei den Tieren, die darunter offenbar noch stärker zu leiden haben, wie wir von mehreren Besitzern gehört haben.

Ihr Hund habe entsetzlich gelitten, stundenlang gezittert und sich erbrochen vor Panik, hatte etwa eine Besitzerin im Juni geschildert und die Stadt dazu aufgefordert, das Böllern durch Verbote, Kontrollen und Strafen zu unterbinden. Wir fragen bei der Stadt nach den Konsequenzen.

Diesmal sei der Böllerlärm weder bei der Polizei in Sulz noch bei der Stadt angezeigt worden, erfahren wir von Sabrina Glöckler, Sachgebietsleiterin im Bereich Bürgerdienste. Sie bestätigt aber: In der Vergangenheit habe es vereinzelte Meldungen über Böller oder Feuerwerk im Stadtgebiet gegeben.

Die Meldungen seien jedoch zum einen seltener geworden und zum anderen nicht vorhersehbar. „Regelmäßige nächtliche Kontrollen würden zu keinem Ergebnis führen“, erklärt sie uns auf die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten der Stadt. Gerne sei man aber dazu bereit, entsprechenden Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen.

Es drohen hohe Strafen

Klar ist: Ohne vorherige Anmeldung beim Ordnungsamt darf ein privates Feuerwerk außerhalb der festgelegten Zeiten (an Silvester) nicht gezündet werden. „Erfolgt ein Feuerwerk ohne diese Genehmigung, kann dies eine Ordnungswidrigkeit darstellen und entsprechend mit einer Geldbuße geahndet werden“, erklärt Patrick Zöller, Sprecher beim Polizeipräsidium Konstanz.

Laut Bußgeldkatalog kann beim Abbrennen eines Feuerwerks der Kategorie 2 ohne Genehmigung bis zu 10 000 Euro drohen. Handelt es sich um nicht zertifizierte Böller und werden Menschen gefährdet, kann die Strafe deutlich höher ausfallen.

Fahndung ist schwierig

Nächtliche Knallgeräusche, insbesondere in Sommernächten, sind aber nicht nur in Sulz ein großes Problem. In Villingen etwa wurden schon mehrfach Personen beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern erwischt, wie wir vergangenes Jahr berichteten. Und Mitte Juni rissen Böllerschläge die Villinger um 4.38 Uhr aus dem Bett – und die wiederum die Polizei auf den Plan. Die Fahndung blieb aber ergebnislos.

Dass das Böllerproblem kein Sulz-spezifisches ist, dürfte die Bürger indes freilich wenig trösten. Genauso wie die Tatsache, dass die Verursacher offenbar nur schwer dingfest zu machen sind. So dürfte der nächste Vorfall nur eine Frage der Zeit sein.