Die Betreiberin des Lörracher Kiosk am Marktplatz gibt nach 13 Jahren auf. Seit Corona sei der Umsatz extrem eingebrochen. Eine Umnutzung hat die Stadt abgelehnt. Warum?
Das erzählt uns Betreiberin Sandra Galuppi. Immer weniger Menschen kauften Zeitschriften. Zudem öffnete ein zweiter Kiosk in unmittelbarer Nähe.
Um finanziell über die Runden zu kommen, hatte sie eine neue Geschäftsidee. Sie wollte einen Partner mit ins Boot nehmen, der auch gastronomische Angebote offeriert. Dies wurde indes von der Stadt abgelehnt, erzählt sie unserer Redaktion.
Die Betreiberin zog die Reißleine
Sie zog die Reißleine und schloss den Kiosk zum Jahresende, sie bleibt indes vertraglich noch bis Ende des November 2026 gefunden, wenn sich kein Nachfolger meldet, der dann die Miete übernimmt.
Nun äußerte sich auf unsere Anfrage die Stadt zu dem Vorgang. „Die Stadt Lörrach ist Eigentümerin des Zeitungskiosk am Marktplatz. Sowohl der Zeitungskiosk am Bahnhofsplatz als auch der am Marktplatz werden seit dem Jahr 2001 von der Wohnbau Lörrach verwaltet. Beide Kioskbetreibenden bezahlen in etwa die gleiche Pacht“, heißt es. Der Zeitungskiosk sei zur Neuverpachtung bereits ausgeschrieben. Die bisherigen Anfragen konnten jedoch nicht weiterverfolgt werden, da es sich um gastronomische Konzepte handelte oder noch keine Selbstauskunft vorlag, teilt die Stadt weiter mit.
Der Vertrag mit der derzeitigen Betreiberin laufe Ende November 2026 aus. Sollte bereits vorher ein neuer Betreiber gefunden werden, würde der bestehende Vertrag aufgelöst werden.
Abgabe an neuen Betreiber ist möglich
Es bestünden zudem keine Einwände, den Zeitungskiosk an einen neuen Betreiber zu vergeben, sofern die derzeitige Betreiberin den Kiosk abgeben möchte. Bestätigt wurde, dass im Juli 2025 bei der Stadt Lörrach eine Anfrage zur Umnutzung des baurechtlich genehmigten Zeitungskiosk in einen Betrieb zum Verkauf von frisch zubereiteten Speisen und Getränken eingegangen sei. Eine solche Umnutzung wäre baurechtlich genehmigungspflichtig und zudem mit zusätzlichen Umbaukosten – unter anderem für Fettabscheider, Küche, Elektroinstallationen sowie für die Vergrößerung der Lagerflächen – für die Stadt als Eigentümerin verbunden, was aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht zu leisten sei. Aus diesen Gründen wurde die genannte Anfrage abgelehnt.
Gründe der Stadt für die Ablehnung der Umnutzung
Aufgrund der engen räumlichen Situation am Durchgang zwischen Altem und Neuem Marktplatz sei eine Vergrößerung des Kiosks kaum möglich. Die Stadt stehe, in Absprache mit möglichen neuen Interessentinnen und Interessenten, sinnvollen baulichen Ertüchtigungen und Anpassungen offen gegenüber.