Mit der großen Burganlage und der mächtigen Stadtkirche hat Norbert Stockhus zwei Schwerpunkte in seiner Stadtansicht von Schiltach gesetzt.
Die große Burg mit ummauertem Vorhof, dem hohen Bergfried und einem mächtigen Palas thront über der Stadt mit ihren eng zusammen gebauten Fachwerkhäusern an Kinzig und Schiltach.
Am rechten Bildrand beim Zusammenfluss der beiden Flüsse ragt der hohe Sandsteinbau der heutigen Stadtkirche auf, die Nachfolgerin der ursprünglichen Kirche für die Bewohner der zahlreichen Siedlungshöfe an Kinzig und Schiltach im 11. Jahrhundert.
Diese frühe Gemeinde mit einer Kirche im heutigen „Vorstädtle“ von Schiltach bestand schon längere Zeit vor der ersten Erwähnung einer Stadt Schiltach im Jahr 1275, die gerade das Jubiläum ihrer Gründung vor 750 Jahren feiert. Damals legte in der historischen Zehntliste die Verwaltung der Diözese Konstanz für mehrere ihrer Pfarreien die Höhe der Zahlung des damaligen Pfarrers fest zur Finanzierung eines Kreuzzuges.
Städtische Siedlung
Die zweite Erwähnung von Schiltach fand sich in einer Verkaufsurkunde des Herzog Ludwig von Teck von 1280. Zu dieser Zeit gab es neben der schon länger bestehenden Kirche eine städtische Siedlung Schiltach und über ihr eine Burg zu ihrer Verwaltung. Ein genaues Datum zu ihrer Entstehung ist bisher nicht gefunden worden.
Der Historiker Hans Harter hat in dem Buch der Stadt Schiltach von 1980 aus verschiedenen Hinweisen einen Zeitraum für die Entstehung von Burg und Stadt um 1250 bis 1275 durch Herzog Ludwig I. von Teck abgeleitet. Diese Ableitung wird auch in der gerade erschienenen Chronik „Erzähl mir von Schiltach“ von Historiker Michael Kolinski weitgehend bestätigt.
Nur noch Spuren vorhanden
Von der Burg auf dem Schlossberg sind nach mehreren Abrissverfügungen nur noch Spuren vorhanden. Nach einem Kupferstich von Matthäus Merian von 1643 gibt es eine Zeichnung der Burg im Stadtarchiv, die auch als Titelbild der Chronik zu sehen ist sowie auf der Fassade am Rathaus unter dem späteren Schlossherr Reinold von Urslingen. Diese Ansichten könnten Norbert Stockhus als Vorlage für das Stadtbild gedient haben.
Auf der Höhe des Schlossbergs wird die Burg im Bild von hohen Mauern umgeben und der Palas mit Wehrtürmen geschützt. Eine lange Brücke überspannt einen tiefen Graben zum Tor in der Mauer. Vor dem Innenhof mit großem Palas und Ökonomiegebäude erhebt sich der hohe Bergfried. Zwischen dieser „Veste“ oder dem Schloss „die hohe Landes Ehr“ und den Häusern an der Steige erstrecken sich Wiesen und Felder. Dieser Bereich des Bildes ist realitätsnah dargestellt und könnte auch in den Zeiten der Burg ähnlich ausgesehen haben.
Weitere Burg bei Hinterlehengericht
Die heutigen Gebäude um die Friedrich-Grohe-Halle verschwinden unter Bäumen und gehen in Wald über, wie auch der weite Blick ins Tal der Schiltach und über die Höhen des Schwarzwalds mit einer weiteren Burg in Höhe von Hinterlehengericht.