Dass seine stambulanten Pflegeeinrichtung von Krankenkassen, Leistungserbringern und Wissenschaft abgelehnt werden, das sei „fake news“, sagt der Unternehmer Kaspar Pfister.
„Was treibt BPA-Chef Bernd Meurer, falsche Behauptungen über die angeblich geplante dritte Säule des Pflegesystems zu verbreiten?“ fragt sich der aus Burladingen stammende Altenpflege-Unternehmer Kaspar Pfister und mutmaßt: „Da hat wohl jemand Angst vor Neuerungen!“ Ihm gehe es darum, die „Altenpflege zukunftsfähig zu machen und alte Zöpfe endlich abzuschneiden“, lässt er unsere Redaktion in einer Pressemitteilung wissen. Er fügt aber auch hinzu: „Dafür braucht es Mut und Zuversicht.“
In seiner Einrichtung in Whyl, einem sogenannten „Mit-Mach-Heim“, ginge es nicht nur darum, den Angehörigen pflegebedürftiger Menschen 1000 Euro pro Monat zu sparen. Es ginge auch darum, die Lebensqualität und Gesundheit der Bewohner zu erhöhen, sie zu aktivieren und ihren Allgemeinzustand zu verbessern. Dann könne man Pflegegrade sogar senken, sagt Pfister.
Eine Mischung aus stationär und ambulant
„Stambulant“, das ist eine Wortschöpfung aus stationär und ambulant und mit diesem Model versucht man, die Angehörigen sinnvoll in die Einrichtungen mit einzubeziehen. Das helfe auch, das Fachpersonal, also die Pflegenden, gemäß ihren Qualifikationen nützlich und sinnvoll einzusetzen. Das Pflegesystem werde damit um ein zukunftsfähiges Konzept erweitert und das Ganze finde in einer wohnlichen Atmosphäre statt.
„Genau das machen wir mit Erfolg seit neun Jahren in unserem „stambulant“-Modellprojekt im badischen Whyl.“ Das „Mit-Mach-Heim“ wurde mit den Kassen, dem Sozialministerium das Landes Baden-Württemberg unter Einbindung der kommunalen Spitzenverbände und weiterer Institutionen entwickelt und mehrfach wissenschaftlich evaluiert und von Forschern und Pflegeexperten als Modell der Zukunft anerkannt.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß stellte erst unlängst dazu fest: „Das „stambulante“ Konzept hat sich bewährt und ist wissenschaftlich anerkannt. Es ist zukunftsweisend und im Interesse der pflegebedürftigen Menschen, ihrer Angehörigen und der Pflegekräfte!“ Explizit sprechen sich Krankassen wie AOK und DAK öffentlich für stambulant aus. Wegen des großen Erfolgs des Projektes wurde die Modellphase mit Zustimmung aller Kassen schon fast ein Jahrzehnt lang immer wieder verlängert, um der Politik die Zeit zu geben, es im Gesetz zu verankern.
„Diese Aussage ist falsch und lenkt vom Thema ab“, meint Pfister
Leugnet der BPA-Chef Bernd Meurer die Fakten?
„Doch alle diese Tatsachen ignoriert der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), Bernd Meurer“, so der Vorwurf Pfisters. Entgegen aller Fakten behaupte Meurer in einer Pressemitteilung, „Kassen, Leistungserbringer und Wissenschaft“ hätten sich „gegen einen stambulanten Sektor ausgesprochen.“
„Diese Aussage ist falsch!“ stellt Kaspar Pfister, der Hauptakteur des stambulant-Konzeptes fest. „Die Falschaussage des BPA ist Blendwerk und lenkt vom Thema ab!“ Denn Deutschland habe weltweit mit die höchsten Ausgaben für den Gesundheitsbereich - und schaffe es, den Überfluss zum Mangel zu organisieren. „Deshalb brauchen wir neue Konzepte und neue Wege, auch wenn es Herrn Meurer nur darum geht, seinen Besitzstand zu wahren und zukunftsfähige, neue Konzepte zu verhindern!“ sagt Pfister, der die Pflege reformieren will.
Und das sagen die Zahlen über die „stambulante“ Altenpflege