Nico Tadic will am 23. Mai erstmals als Spielführer mit dem FC 08 Villingen den SBFV-Pokal gewinnen. Foto: Marc Eich

Nico Tadic ist der Mr. Pokal des FC 08. Dreimal hielt der 31-Jährige schon den südbadischen Cup in die Höhe. Am 23. Mai kann der Villinger dies erstmals als Kapitän schaffen.

Nico Tadic ist schon da. Überpünktlich erscheint der Nullachter vor dem Training im Friedengrund. Dies passt zur Nummer 8: Zuverlässig erfüllt der torgefährliche Sechser seit vielen Jahren seine Aufgaben im Villinger Mittelfeld.

 

Doch Nico Tadic erlebte bei zwei Kreuzbandrissen auch bittere Zeiten. Ausgerechnet vor zwei Finals hatte es den 31-Jährige am Knie erwischt.

Nico Tadic, Sie sind seit 2010, mit einer Unterbrechung von 2013 bis 2018 (FC Bad Dürrheim), beim FC 08. Was ist Ihre erste Pokalerinnerung mit Villingen?

Natürlich hat man immer mitbekommen, wenn der FC 08 im Pokal im Finale stand. Das war einfach auch bei anderen Vereinen in der Region ein Thema. Die Nullachter sind ja der wichtigste Fußball-Verein der Region. Aber ganz ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, wann dies das erste Mal bei mir der Fall war. Eben immer wieder.

Siegerbierchen: Nico Tadic (links) feiert 2024 den Pokalsieg. Foto: IMAGO/Eibner

Beim 5:3-Sieg 2016 gegen Oberachern, übrigens in Offenburg, waren Sie noch nicht wieder im Friedengrund. Auch 2019 fehlten Sie beim 3:1 gegen Rielasingen wegen einem Kreuzbandriss. Wie war dies damals für Sie?

Das war in Pfullendorf – und ich saß mit dem Kreuzbandriss auf der Bank. Es war mein erster Kreuzbandriss, mein erstes Pokalfinale und mein erstes DFB-Pokalspiel (1:4 gegen den FC Schalke 0:4, Anm. d. Red.). Es war schon extrem bitter, dass ich mich kurz vor diesen Höhepunkten so schwer verletzt habe. Für solche Highlights lebt ja ein Amateursportler.

2021 war es dann beim grandiosen 5:1 gegen den Freiburger FC, übrigens in Bahlingen, endlich so weit mit dem ersten SBFV-Pokalsieg als aktiver Spieler auf dem Rasen.

Ja – wir waren vor dem Finale im Hotel, haben uns optimal auf das Endspiel vorbereitet. Wir dachten, dass es ein umkämpftes und enges Finale wird. Nach zehn Minuten war schon klar, dass wir den FFC völlig im Griff hatten. Das war am Ende eine sehr deutliche Sache. Es war ein geiles Gefühl, den Cup erstmal in den Händen zu halten. Außerdem freuten wir uns schon auf die DFB-Pokalauslosung. Es war unglaublich, dann gegen erneut Schalke (1:4) selbst auf dem Rasen zu stehen. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen.

Bitter: Nico Tadic (links) erwischte es schon zweimal vor Pokalfinals mit Kreuzbandrissen. Foto: IMAGO/Eibner

2023 erwischte es Sie kurz vor dem Finale in Emmendingen gegen den SV Oberachern (0:3) erneut am Kreuzband. Wie bitter war das denn?

Das war mehr als bitter. Nach dem zweiten Kreuzbandriss war ich extrem geknickt. Ich wusste damals ja noch nicht, ob ich danach wieder wirklich zurückkommen kann. Da macht man sich schon Gedanken. Ich habe dann aber noch einmal angegriffen.

Der Kampf hat sich gelohnt: Ein Jahr später waren Sie beim 1:0-Finalsieg im Freiburger Dreisamstadion gegen den SC Lahr wieder dabei. Es war der elfte und bisher letzte Cup-Sieg des Rekordpokalsiegers aus Villingen.

Das war, wenn ich es Revue passieren lasse, mein bisher schönstes Endspiel. Wir haben in einem Profistation gespielt. Es waren unglaublich viele Villinger in Freiburg, die Stimmung war gigantisch. Wir hatten das Spiel gegen den Verbandsligisten im Griff, wenn es auch eng war. Bei einer 1:0-Führung kann man sich ja nie sicher sein. Es war ein geiles Gefühl, das Ding in Freiburg wieder zu gewinnen.

2021 hielt Nico Tadic, Spielführer war damals Dragan Ovuka, erstmals mit dem FC 08 den Cup in die Höhe. Foto: Marc Eich

Weshalb mach der FC 08 am 23. Mai in Offenburg gegen den Bahlinger SC das Dutzend voll?

Man muss einfach einen ruhigen Kopf bewahren. Jeder soll in das Spiel gehen, als wäre es ein ganz normales Oberliga-Spiel. Wenn man sich als Mannschaft, auch als einzelner Spieler, zu viel Druck macht, dann geht es meistens nach hinten los. Wir schaffen es, weil wir ein echtes Team sind.

In diesem Fall würden Sie erstmals als Kapitän, zusammen wohl mit Angelo Rinaldi, den Cup in die Höhe stemmen. Haben Sie schon davon geträumt?

Ja, natürlich. Davon träumt man. Es wäre mein vierter Pokalsieg, aber der erste als Kapitän. Das wäre für mich ein ganz besonderer Moment, wenn ich als Spielführer den Pokal überreicht bekomme. Das würde mir sehr viel bedeuten.