Nazli Hacibayramoglu hat in Sulz eine Praxis für Schmerztherapie eröffnet. Im Gespräch mit unserer Redaktion spricht sie über ihren Ansatz und ihre Haltung zur Schulmedizin.
Für die Sommerbiathletin des Schützenvereins Empfingen, Nazli Hacibayramoglu, steht eine neue Herausforderung an: Am 30. September hat sie in Bergfelden ihre eigene Praxis eröffnet.
Viele Leiden ohne Schulmedizin heilen?
25 Jahre lang arbeitete Hacibayramoglu bereits als medizinische Fachangestellte in verschiedenen Arztpraxen, bevor sie 2011 nach starken Schmerzen im Schienbein einen Heilpraktiker aufsuchte. Die Leistungssportlerin konnte bei keinem der von ihr aufgesuchten Ärzte nachhaltige Hilfe finden, medikamentöse Behandlungen schlugen nicht an.
Über eine Bekannte und eigene Recherchen stieß Hacibayramoglu auf das Thema der manuellen Schmerzbehandlung. Eine Ausbildung zur Heilpraktikerin folgte, danach eine Tätigkeit als Aushilfe in einer Praxis, in der sie präventive Beratungen durchführte.
Zusätzlich zu ihrem Abschluss als Heilpraktikerin hat sie eine zertifizierte Ausbildung, um Blutwerte auszuwerten, Nährstoffe anzupassen und Ernährungskonzepte aufzustellen.
Neben der Labordiagnostik ist Hacibayramoglu vor allem die ursachenbasierte, ganzheitliche Betrachtung ihrer Patienten wichtig. Ihre Überzeugung ist es, dass viele Leiden ohne die klassische Schulmedizin heilbar sind.
Eine ausgewogene Mischung ist wichtig
Schmerz- und Bewegungstherapie sind dabei der Schwerpunkt ihrer Arbeit. Sie bietet unter anderem Ernährungsberatungen, Immunbooster und diverse Infusionskonzepte an. Bewegung und Ernährung, eine bedarfsgerechte Vergabe von Nährstoffen und Boostern für Körper und Geist gehören zum Behandlungsspektrum der Heilpraktikerin.
Ganz abgekoppelt von der Schulmedizin versteht sich Nazli Hacibayramoglu aber nicht. Im Gegenteil: Ihr ist eine ausgewogene Mischung aus Schul- und Alternativmedizin äußerst wichtig.
Bei schweren Krankheiten wie Krebs oder Infektionskrankheiten dürfe sie nicht tätig werden, sagt sie. Medikamente verschreiben darf sie ebenfalls nicht, jedoch Empfehlungen abgeben und auf Ärzte verweisen. Sie unterhält eine Vielzahl von Kooperationen mit Arztpraxen und Psychologen, an die sie Patienten bei Bedarf weiterleitet.
Wichtig ist ihr das Vertrauen zwischen ihr und ihren Patienten. Für eine erfolgreiche Therapie müsse der Patient diese auch wollen. Ihr Ziel ist es, dass die Patienten nach einer Therapie sagen können, ihnen wurde „geholfen, zugehört und erklärt“.