Das Video zeigt viele brutale Szenen. Foto: Holweger

Es sind verstörende Szenen, die man eher in Problemvierteln von Berlin, Frankfurt oder Duisburg vermuten würde: Eine Gruppe von mindestens zehn jungen Männern prügelte sich am Sonntagabend zwischen dem Aldi-Markt und der Tankstelle.

Ein Video von Überwachungskameras der Tankstelle, das unserer Redaktion vorliegt, gibt Zeugnis von den Vorfällen – unmittelbar neben der belebten Bundesstraße und in gerade einmal 250 Metern Entfernung zum Polizeirevier.

 

Auf dem Video ist zunächst zu sehen, wie mehrere junge Männer einen anderen festhalten. Ein weiterer Mann kommt hinzu und schlägt dem Wehrlosen mit voller Wucht die Faust in den Magen. Weitere Personen kommen hinzu gerannt. Der Geschädigte reißt sich los und schlägt seinerseits mit der Faust und Fußtritten auf einen seiner Peiniger ein.

Rasch entwickelt sich ein wüstes Getümmel, in dem Schläge ausgeteilt werden. Offensichtlich ist sehr viel Adrenalin im Spiel. Die Männer stehen sich mit erhobenen Fäusten und tänzelnd wie Boxer an der Einfahrt zum Aldi-Parkplatz gegenüber. Ein Wagen kommt und hält mitten auf der Straße – wenige Meter vor der Ampel, die auf die B 462 führt.

Schläge ausgetauscht

Passanten an der Tankstelle schütteln nur den Kopf und schauen, dass sie so schnell wie möglich aus dem aggressiv aufgeladenen Umfeld verschwinden. Eine Frau schaut entgeistert zu. Andere hingegen machen Fotos und Videos vom Geschehen.

Derweil schubsen sich die Männer immer wieder und halten sich gegenseitig fest. Autos müssen um das Geschehen, das sich zum Teil mitten auf die Bahnhofstraße verlagert hat, herum fahren. Zwei Kontrahenten tauschen Schläge aus, während sie von anderen umringt werden. Beschwichtigungsversuche schlagen fehl.

Wenig später kommt ein weiteres Auto hinzu, aus dem junge Männer aussteigen. Einer davon trägt einen Kapuzenpulli und hebt sofort einen Gegenstand vom Boden auf – um möglicherweise ein Wurfgeschoss zu haben.

Polizei alarmiert

Sekunden später springt ein Mann vor der Tankstelle einen anderen an und schlägt diesen zu Boden. Dieser knallt mit dem Hinterkopf auf die Betonplatten bei den Zapfsäulen. Andere müssen dem benommen daliegenden Mann wieder aufhelfen – und ihn kurz darauf festhalten, damit er nicht wiederum auf seinen Kontrahenten losgeht.

Erst danach beruhigt sich die Szenerie ein wenig. Die Polizei wurde alarmiert, die mit einer Vielzahl von Einsatzkräften ans Ort des Geschehens kam. Zu diesem Zeitpunkt herrschte aber schon Ruhe.

Beim Aldi-Parkplatz ging es am Sonntagabend rund. Foto: Jambrek

Nun stellen sich viele Fragen: „Es waren eindeutig Personen mit Migrationshintergrund“, sagt ein Beobachter, was die Polizei aber nicht bestätigen will. „Dazu kann ich noch keine Angaben machen“, erklärt Polizei-Pressesprecher Daniel Brill.

Die Gruppen seien teilweise mit relativ dicken Autos vorgefahren, so die Beobachtung eines weiteren Augenzeugen.

Viel Ermittlungsarbeit

Ein Mann, der beschwichtigen wollte, trug eine Trainingsjacke mit einem Schriftzug samt Werbung – mutmaßlich von einem Sportverein. Allerdings lässt sich der Vereinsname nicht entziffern.

„Nach jetzigem Stand der Ermittlungen gehen wir von ungefähr zehn Personen aus. Allerdings war das Geschehnis recht unübersichtlich und wird noch viel Ermittlungsarbeit erfordern“, so Pressesprecher Daniel Brill.

Der Auslöser der Auseinandersetzung sei ebenso unklar wie der Wohnort der Beteiligten oder die Schwere von Verletzungen. Nur so viel konnte Brill sagen: „Es gibt bereits Tatverdächtige, die gegebenenfalls einem Strafverfahren zugeführt werden“.