Die Musikschule in Freiburg erhält nach 75 Jahren erstmals ein eigenes Verwaltungsgebäude.
Es ist vermutlich das beste Geburtstagsgeschenk, das sich die Musikschule in Freiburg anlässlich ihres 75 Geburtstags wünschen konnte: in zentraler Lage in der Günterstalstraße bekommt sie zum ersten Mal seit ihrer Gründung als Teil des Jugendbildungswerks der Stadt ein eigenes Verwaltungsgebäude. In einer denkmalgeschützten, aus zwei Gebäuden bestehenden Villa, verfügt sie künftig über 600 Quadratmeter, die sich auf 16 Räume verteilen. Hinzu kommen 300 Quadratmeter Lagerfläche im Keller.
Im Erdgeschoss wird die Verwaltung der Schule, die seit rund 45 Jahren als eigenständiger Verein geführt wird, eingerichtet und fünf Räume in Beschlag nehmen. In den beiden Obergeschossen werden Proberäume für Solisten und Ensembles ermöglicht. Auch öffentliche Konzerte und Veranstaltungen in der einstigen Gastronomie im Erdgeschoss sind geplant. „Wir wollen hier so viel Musik spielen wie möglich“, erklärt Schulleiter Eckhard Hollweg.
Offizielle Eröffnung ist für Januar geplant
Viel verändern müssen die neuen Mieter dafür nicht, das Haus wurde vor zwölf Jahren umfassend saniert. Der Mietvertrag läuft seit diesem Monat. Die offizielle Eröffnungsfeier könnte schon im Januar stattfinden, so Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) bei der Vorstellung des Projekts.
Man sei „überglücklich“ über diese Entwicklung, so Eckhard Hollweg. Die Stadt habe ein starkes Zeichen für den Stellenwert der Kultur in Freiburg gesetzt. Denn die Bedeutung einer „analogen“ Musikschule für jedermann in der Stadt, an der vor allem junge Menschen im musikalischen Zusammenspiel lernen, aufeinander zu hören, sei gerade in der zunehmend digitalen Welt sehr groß. „Spielen ist die beste Form des Lernens“, ist Hollweg überzeugt.
Musikschule schon lange auf der Suche nach zentralem Standort
Dass der neue Standort gefunden und angemietet werden konnte, sei dem Engagement vieler Menschen in der Musikschule, in deren Förderverein, aber auch in der Verwaltung zu verdanken, so Freiburgs Schulbürgermeisterin Christine Buchheit (Grüne).
Auch für Vermieterin Gertraud Hurrle geht mit dem nun vorgestellten Projekt ein Herzenswunsch in Erfüllung. Sie lebe seit rund einem Vierteljahrhundert in der Stadt und habe schon lange mitbekommen, dass die Musikschule auf der Suche nach einem zentralen Standort in Freiburg gewesen sei. Als dann eine Gastronomie und eine Firma in ihrem Gebäude als Mieter gekündigt hätten, sei dies der ideale Zeitpunkt gewesen.
Musikangebote weiterhin in allen Stadtteilen
Auch für den Förderverein der Musikschule, der Unterrichtsprojekte für sozial schwach Gestellte oder ein Musikprojekt mit Lehrern und Schülern aus der Ukraine in vielfältiger Weise auch finanziell unterstützt, sei der neue Standort eine große Sache, so Vorstandsmitglied Alexander Schöpsdau. Egal, mit wem man redet, die unbefriedigende Raumsituation der Schule hat in der Vergangenheit jedem zu schaffen gemacht, der sich dort engagiert. Man sei nun endlich sichtbarer als vorher im Stadtbild, so Eckhard Hollweg. Jede Schule habe schließlich ein eigenes Gebäude, „und wir jetzt endlich auch.“ Durch die räumliche Nähe zu den Probestandorten im Haus der Jugend und in der Turnseeschule sei nun so etwas wie ein musikpädagogischer Triangel in Freiburg entstanden.
Insgesamt werden an der Musikschule Freiburg rund 3100 überwiegend junge Menschen musikalisch ausgebildet. An dem Konzept, Probe- und Unterrichtsmöglichkeiten in allen Stadtteilen anzubieten, werde sich nichts ändern, so Eckhard Hollweg.