Der English Theatre Club des Markgräfler Gymnasiums Müllheim brachte mit der Komödie „Blithe Spirit“ von Noël Coward einen Klassiker des schwarzen Humors auf die Bühne.
Das Kammerspiel in der Aula des Gymnasiums beeindruckte mit pointierten Dialogen, feinem Understatement und großem Spielwitz, heißt es in einem Nachbericht der Schule.
Die Inszenierung unter der Leitung von Katharina Coussot, Gründerin des English Theatre Clubs, entführte das Publikum in die absurde Welt des Schriftstellers Charles Condomine, dessen Versuch, Material für seinen neuen Roman zu sammeln, durch eine spiritistische Séance vollkommen aus dem Ruder läuft. Madame Arcati, die exzentrische Wahrsagerin, beschwört unbeabsichtigt den Geist von Charles’ verstorbener Ehefrau Elvira herauf – und stürzt ihn in ein emotionales Chaos zwischen zwei Ehefrauen, von denen nur eine noch lebt. Was folgt, ist ein ebenso komisches wie geistreiches Spiel um Eifersucht, Identität und Kontrollverlust, das in bester britischer Manier mit Ironie und feiner Beobachtung brilliert. Das Publikum wurde Zeuge einer mit viel Tempo und Liebe zum Detail erzählten Geisterkomödie, die nicht nur unterhielt, sondern auch einen hintergründigen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen warf.
Feine Charakterzeichnung
Die Schüler der Klassen neun bis zwölf überzeugten in einer dichten Ensembleleistung mit feiner Charakterzeichnung. In der Hauptrolle als Charles Condomine beeindruckte Henry Whitehead das Publikum durch sein tragendes und überzeugendes Spiel. Aleah Fischer brillierte in der Rolle der Ruth Condomine mit nuancierter Mimik und souveräner Körpersprache. Ida Ettner als geisterhafte Elvira brachte Witz, Charme und eine gute Portion Chaos auf die Bühne. Emma Whitehead spielte die scheue Haushälterin Edith mit pointierter Zurückhaltung und komischem Timing. Die Rolle der schillernden Madame Arcati war bei Melina Baymaskhan in besten Händen – ihre Präsenz war ebenso exzentrisch wie energiegeladen. Doktor Bradman und seine Frau, gespielt von Akif Özcelik und Inga Bruch, bildeten das rational-skeptische Gegengewicht zum übersinnlichen Treiben und sorgten mit ihrer bürgerlichen Fassungslosigkeit für zusätzliche Lacher. Die Ensembleleistung sorgte für einem gelungenen Theaterabend mit viel Charme und britischem Flair.
In der Kammerspiel-Inszenierung konzentrierte sich das Geschehen auf das Wohnzimmer der Condomines, in dem sich das Spannungsfeld aus Realität und Übersinnlichem, Liebe und Eifersucht, Leben und Tod auf engstem Raum entfaltete.
Applaus fürs ganze Team
Mit langem Applaus feierte das Publikum die Darsteller, die Regisseurin und die Eventtechnik-AG unter der Leitung von Jochen Zoller, die für einen stimmungsvoll ausgeleuchteten Abend sorgten.