Wegen gestiegenen Aufwendungen für den Betrieb des Kanalnetzes und hohen Investitionen in die Kläranlage steigen die Gebühren für das Abwasser.
Im Ausschuss Umwelt und Technik (AUT) begründete Peter Kälble, Geschäftsführer der Stadtwerke Schramberg, die Erhöhung der Abwassergebühren zum 1. Januar 2026: Für die Summe aller Aufwendungen von 2022 (5,4 Millionen Euro) bis zum Planjahr 2026 (6,3 Millionen Euro) betrage die durchschnittliche Steigerungsrate 4,2 Prozent pro Jahr.
Der Anstieg des Materialaufwands habe dabei 25,5 Prozent betragen, insbesondere durch höhere Aufwendungen bei der Kanalnetzunterhaltung und -reinigung sowie Kosten im Zusammenhang mit dem Rückbau der Kläranlage Tennenbronn.
Hohe Investitionen
Kälble verwies auch auf die hohen Investitionen im kommenden Jahr: Die geplanten Investitionen ohne Abwasserbeiträge und Zuschüsse beliefen sich auf rund 11,3 Millionen Euro. „Die hohe Investitionssumme geht auf die notwendige Erweiterung der Kläranlage Schramberg zurück, für die im Jahr 2030 die Genehmigung ausläuft. In dem Zusammenhang wird die Kläranlage Tennenbronn stillgelegt und die Abwässer mittels eines neu zu bauenden Kanals zur Kläranlage Schramberg abgeleitet werden“, erläuterte Kälble in der Sitzungsvorlage.
Für die Folgejahre seien ähnliche Investitionssummen notwendig und für die Investitionen in 2026 Zuschüsse in Höhe von 3,1 Millionen Euro vom Land und den mitnutzenden Gemeinden eingeplant.
Die Neukalkulation aufgrund der gestiegenen Kosten führten zu einer Niederschlagswassergebühr von 0,49 Euro pro Quadratmeter relevanter Fläche (Vorjahr 0,45 Euro) und zu einer Schmutzwassergebühr von 3,55 Euro pro Kubikmeter Abwassermenge (bisher 3,32 Euro).
7,2 Prozent mehr
Kälble machte auch eine Beispielrechnung auf: Bei einem durchschnittlichen Ein-/Zweifamilienhaus mit 180 Quadratmeter gebührenrelevanter versiegelter Fläche und 160 Kubikmeter Abwasser lagen die Gebühren für das Abwasser im Jahr 2025 noch bei 612,20 Euro. Ab 1. Januar 2026 sind 656,20 Euro pro Jahr fällig. Die Gebühren steigen also zum Jahreswechsel im Beispielfall um 7,2 Prozent, beziehungsweise um 44 Euro im Jahr, beziehungsweise 3,67 Euro pro Monat.
Einstimmig folgten die Mitglieder des AUT dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Erhöhung der Abwassergebühren und zur dafür nötigen Satzungsänderung.
Nun stand das Thema auf der Tagesordnung des Gemeinderats, der dem Empfehlungsbeschluss des AUT ohne Aussprache einstimmig folgte.