Die ungenutzten Gebäude des Klybeckareals sollen laut Angaben des Kollektivs als selbstorganisierter Kulturraum zur Verfügung stehen. Mehrere Personen übernachten dort.
Die einstigen Industriegebäude sind mit Transparenten behangen und mehrere Dutzend Personen halten sich auf dem Gelände auf, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort feststellte.
Unter dem Namen „Kulturzentrum Zack!“ kündigte das Besetzerkollektiv mehrere Veranstaltungen wie Konzerte, Mittagessen und Filmvorführungen für die nächsten Tage an; zudem stellte es eine Schwimmbassin für die Kinder auf.
Die ungenutzten Gebäude sollen laut Angaben von Mitgliedern des Kollektivs als selbstorganisierter Kulturraum zur Verfügung stehen. Mehrere Personen übernachten dort. Wie viele Menschen sich im Innern der Gebäude aufhalten, ist nicht bekannt, da das ehemalige Humbug für die Presse nicht zugänglich war.
In einer Mitteilung fordert das Besetzerkollektiv die Eigentümerin auf, die besetzten Gebäude aus der restlichen Quartierplanung für den künftigen Stadtteil „Klybeck plus“ herauszulösen und die „Nutzung des Areals an die Selbstverwaltung von Unten zu übergeben“. Die Verfasser berufen sich dabei auf eine Interpellations-Antwort der Basler Regierung, wonach mit dem Ende des Sommercasinos ein neues Jugendkulturhaus „zu prüfen“ sei.
Zwischennutzung nicht verlängert
Der „Input“ müsse von den Akteuren der Jugendkultur kommen, hieß es weiter in der Regierungsantwort. Swiss Life hatte den Zwischennutzungsvertrag mit Humbug nicht verlängert. Der Club musste das Areal Ende 2025 verlassen, ebenso andere Zwischennutzungen, darunter eine Padelhalle sowie mehrere kleine Firmen, Vereine und Ateliers. Seither stehen die Gebäude leer.
Mit dem Transformationsprojekt „Klybeck plus“ wollen die Grundeigentümer Swiss Life und Rhystadt eine 30 Hektar großes Stadtquartier auf den ehemaligen Klybeck-Industrieparzellen schaffen. Vorgesehen sind Wohnungen für 8500 Menschen und Raum für 7500 Arbeitsplätze.
Austausch mit der Polizei
Auf Anfrage von Keystone-SDA teilte Swiss Life am Sonntagabend mit, dass der Konzern derzeit im Austausch mit der Polizei sei und „das weitere Vorgehen in Absprache mit den Behörden zeitnah festlegen“ werde.
Aktuellen Planungen zufolge sollten die betroffenen Gebäude bis Ende 2027 in Etappen rückgebaut werden, so Swiss Life weiter. Die entsprechenden Rückbaugesuche seien beim Kanton eingereicht worden.