Die Villinger Kita Kikripp befindet sich in einer wirtschaftlichen Schieflage. Foto: Marc Eich

Die Villinger Kita Kikripp hat eigenen Angaben zufolge einen Insolvenzantrag gestellt. In einer Mitteilung werden schwere Vorwürfe erhoben – entscheidende Fragen bleiben jedoch offen.

Am Freitagabend platzte die Bombe: Die Kikripp Betriebsgesellschaft gGmbH veröffentlichte eine Mitteilung, wonach die Villinger Kita einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hat. Eine offizielle Mitteilung des Insolvenzgerichts Villingen-Schwenningen lag hingegen noch nicht vor.

 

Die umfangreiche Stellungnahme des Betreibers führte dabei zahlreiche Gründe an, die zu der „wirtschaftlich äußerst angespannten Lage“ geführt haben. So sieht sich die Kikripp angesichts der „langanhaltenden Rechtsstreitigkeiten und der erneut gekürzten Zuschüsse der Stadt Villingen-Schwenningen“ zu diesem Schritt gezwungen.

In der Mitteilung werden dabei offene Forderungen seitens der Kikripp im sechsstelligen Bereich sowie von der Stadt umgesetzte Abschlagskürzungen genannt, die „die wirtschaftliche Stabilität der gemeinnützigen Gesellschaft erheblich beeinträchtigt“ hätten.

Die Stadt hatte höhere Abschlagszahlungen zuletzt aufgrund fehlender Anstrengungen zu Kostensenkungen abgelehnt. Das Verwaltungsgericht gab der Stadt in einer Entscheidung hinsichtlich dieser Kürzung Recht. Im Mittelpunkt steht dabei weiterhin eine Rückforderung von 1,3 Millionen Euro seitens der Stadt. Dabei handelt es sich nach Angaben der Verwaltung um zu viel gezahlte Zuschüsse zum Kitabetrieb. Ein Rechtsstreit hierzu läuft weiterhin beim Verwaltungsgericht.

Keine offizielle Stellungnahme der Stadt möglich

Die Kikripp macht in ihrer Stellungnahme unabhängig vom offenen Verfahren deutlich, dass „auch der Insolvenzverwalter zu dem Ergebnis gelangen wird, dass die Krise wesentlich durch das Verhalten der Stadt ausgelöst wurde“. Die Betreiber sehen dabei keinerlei eigene Verantwortung für die wirtschaftliche Schieflage. Da das offizielle Schreiben erst am Freitagabend veröffentlicht wurde, war eine Stellungnahme der Stadt oder des vorläufigen Insolvenzverwalters nicht mehr möglich.

Zumindest in der öffentlichen Mitteilung machen die Verantwortlichen hingegen keine Angaben, wie es nun mit dem Betrieb der Kindertagesstätte weitergeht und ob die Betreuung der nach eigenen Angaben 68 Kinder gesichert ist.

Eltern sind vorab informiert worden

Informationen unserer Redaktion zufolge sind die Eltern bereits am Morgen von den Betreibern über den Schritt informiert worden. Ihnen wurde in einem zweiseitigen Schreiben zugesichert, dass der Kitabetrieb ohne Einschränkungen weitergeht und die Betreuung der Kinder gesichert ist. Das Insolvenzgeld, das in solchen Fällen für die Mitarbeiter gezahlt wird, sichere den Betrieb zunächst – eigenen Einschätzungen zufolge „mindestens bis ins neue Kindergartenjahr“.