Kissin’ Dynamite
: Frontmann Hannes Braun kündigt Bühnenabschied an

Schocknachricht für die Fans der Band „Kissin’ Dynamite“: Sänger Hannes Braun, der in Burladingen aufgewachsen ist, zieht sich als Sänger der Metalband zurück. Das sind die Gründe.
Von
Beate Marschal
Oberndorf
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Hannes Braun zieht sich als Frontmann der international erfolgreichen Band „Kissin’ Dynamite“ zurück. Das Bild zeigt ihn mit seinem Bruder Ande Braun beim Konzert im vergangenen Dezember in der ausverkauften Volksbankmesse in Balingen

Marschal/Archiv

Knapp 20 Jahre lang war Hannes Braun aus Burladingen die Stimme der international erfolgreichen Rock- und Metalband „Kissin’ Dynamite“. Nun hat er seinen Abschied von der Bühne in den Sozialen Medien Instagram und Facebook bekannt gegeben. Braun wird bei dem Konzert der Band am Freitag, 3. Oktober 2026 im Kölner Palladium, letztmals für „Kissin’ Dynamite“ am Mikrofon stehen.

Die bereits bestätigten Shows der „Back with a Bang World Tour – Part II“, sowie die „Dynamite Nights“ am 27. Dezember in der Balinger Volksbankmesse finden wie geplant statt.

In seinem Statement nimmt Braun, der in Burladingen aufgewachsen ist, das wohl Wichtigste vorweg: „Kissin’ Dynamite löst sich nicht auf und auch ich werde weiterhin Teil der Band bleiben.“ Dennoch kündigte er große Veränderungen an: „Ich werde 2026 meine letzten Shows am Mikro mit meinen Jungs spielen. Oder anders gesagt: Ich werde mich von der Rock’n’Roll Bühne zurückziehen und nicht mehr die Stimme am Mikro von KD sein.“

Weiterhin Songschreiber und Produzent

Mit seinem Abschied von der Bühne rückt Braun in den Hintergrund der Band: „Ich bleibe weiterhin Songschreiber, der Produzent und, wenn man so will, der Kapitän unseres Schiffs.“

Der 33-Jährige, der in jungen Jahren gemeinsam mit seinem Bruder Ande Braun (E-Gitarre) und seinen Freunden Jim Müller (E-Gitarre) und Steffen Haile (Bass) und Andi Schnitzer (Schlagzeug bis 2021) „Kissin’ Dynamite“ gegründet hat, erläutert die Gründe für seine Entscheidung und betont gegenüber den Fans der Band, dass es auch für ihn ein „ziemlich krasser Einschnitt“ ist: „Ich habe unfassbar viel erlebt auf der ’Straße’, gewissermaßen schon ab dem Zeitpunkt, als ich noch ein Kind war. Ich bin mit ihr groß geworden und verdanke ihr viel in meinem Leben. Ich habe mit meinen Jungs die wahnwitzigsten Dinge dort draußen erlebt, die locker in fünf Leben passen würden. Mich also von der Bühne zu verabschieden ist, wie ihr euch vorstellen könnt, ein sorgfältig und durchdachter und für mich wichtiger und notwendiger Schritt.“

Es ging schnell nach oben

Der Frontmann geht auf die rasante Entwicklung der Band ein, auf der seine Entscheidung fußt: „Für Kissin’ Dynamite gab es seit der Gründung in 2007 (und auch schon in den fünf Jahren zuvor als ’The Blues Kids’) immer nur eine einzige Richtung – nach vorne! Es gab nur ein Gaspedal und keine Bremse“, beschreibt der Mann mit der hellen und klaren Stimme. Und weiter: „Wir haben uns damals schon im Alter von zwölf Jahren geschworen (es waren Ande, Steffen und ich), dass wir es richtig packen würden. Auf die große Bühne! Konzertreisen, Charterfolge, große Hallen spielen.“

Wenn er die Zeit Revue passieren lässt, habe er Freudentränen in den Augen. Jedoch müsse er sich etwas Wichtiges eingestehen, was er schon eine Weile mit sich herumtrage: „Genau dieses Tourleben ist für mich über die Jahre zu einer Sache geworden, die mich gesundheitlich sehr mitnimmt“, erklärt er. „Es sind nicht die 90 Minuten auf der Bühne, sondern die vielen Reisen, der Schlafentzug, der Druck und der Stress in diesem Tour-Alltag, der mich verzehrt.“ Er müsse das „Richtige“ tun, um sich selbst und seine Gesundheit zu schützen.

Braun fühlte sich als Bremse

Er habe sich selbst in den letzten Jahren bezüglich des Tourgeschehens innerhalb der Band immer mehr wie eine Bremse angefühlt. „Ich wollte weniger, aber das lässt sich nun mal nicht mit unserem Plan ’nach oben’ vereinbaren. Ich lasse hier also an einer Stelle los, nicht nur aus Selbstschutz, sondern auch aus Liebe“, erklärt der gebürtige Burladinger.

„Ich glaube fest dran, dass wir die Band erst zu ganz neuen Sphären aufsteigen lassen können und sie ihr volles Potenzial entfalten kann, wenn ich diesen Schritt gehe“, heißt es in seinem Statement. „Ich trete meinen Posten als Sänger also ab, weil ich mir wünsche, dass wir damit gemeinsam in eine noch viel schönere Zukunft steuern.“ Er bleibe weiterhin an der Seite seiner Jungs und werde den Weg mit ihnen bestreiten. „Nur eben da, wo ich unfassbar viel Power habe“ – als Songschreiber und Produzent.

Wer folgt am Mikrofon

Wer Brauns Position am Mikrofon einnimmt, scheint noch nicht geklärt zu sein. Denn abschließend schreibt der Frontmann: „Bei Kissin’ Dynamite beginnt für mich und den Rest der Jungs eine neue Ära, die wir wieder gemeinsam bestreiten. Nur eben mit einem anderen Gesicht auf der Bühne als meinem!“ Und zuletzt der Aufruf: „Also ihr jungen Talente da draußen: Zeigt euch, schreibt uns! It’s not the End of the Road!!! Euer Hannes.“

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