Der „Eiffelturm von Hartheim“ Foto: Stadt Messstetten/Volker Bitzer

Hartheim hat nun einen neuen höchsten Punkt. Der Sendemast spielt eine wichtige Rolle im deutschen Funknetz.

Meßstettens Stadtteil Hartheim hat seit einigen Wochen einen neuen höchsten Punkt: Die Spitze des kürzlich aufgestellten Funkmasts auf dem Lau hat die bisherigen lokalen Anhöhen übertroffen.

 

Das über 40 Meter aufragende Stahlgerüst kommt auf 976,5 Meter über Normalnull. Hoch hinaus geht’s aus gutem Grund: Der Hartheimer Umsetzer im Deutschen 450 Mhz-Netz dient strategischen und sicherheitsrelevanten Aufgaben, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt Meßstetten weiter heißt.

Die Energie- und Wasserwirtschaft benötigt durch die fortschreitende und notwendige Digitalisierung sichere und hochverfügbare Kommunikationslösungen. Diese sollen über ein flächendeckendes 450 Mhz-Netz realisiert werden. Die Bundesnetzagentur hat Ende Januar 2020 Eckpunkte zur künftigen Nutzung der 450 MHz-Frequenzen veröffentlicht. Vorgesehen ist die vorrangige Nutzung für Anwendungen der Betreiber kritischer Infrastrukturen im Rahmen eines nationalen Funknetz-Betreibermodells. Wie wichtig das ist, zeigte nicht zuletzt die Ahrtal-Katastrophe im Juli 2021.

„Schwarzfall-sicher“

Laut Netze BW, die sich beispielsweise in Baden-Württemberg um die Realisierung kümmert, ist ein 450 Mhz-Netz „Schwarzfall-sicher“. Das bedeutet, dass es auch bei einem größeren Stromausfall noch mindestens 72 Stunden weiterbetrieben werden kann. Damit das deutschlandweit klappt, egal ob in der Großstadt oder auf dem flachen Land, sind über 1600 sogenannte Umsetzer notwendig.

Der Hartheimer Funkmast ist ein solcher Umsetzer. Exponiert steht er auf dem Lau, einer Anhöhe über dem Stadtteil, die allein dank ihrer natürlichen Topografie schon überragend ist und nicht von ungefähr einen fantastischen Weitblick bis zu den Alpen bietet.

Natürlich bietet sich eine solche Erhebung bestens an. Der Hartheimer Turm misst, Oberkante Tragrohr, vierzigeinhalb Meter; an diesem Standort, seitlich des Sportgeländes, liegt dessen Spitze also bei 976,5 Meter über Normalnull.

Städtisches Grundstück

In Meßstetten waren ansonsten noch der Wasserturm und der Blumersberg in der Kernstadt in der engeren Wahl – allerdings nur kurzfristig. Beide Standorte sind nämlich ungeeignet. Der Wasserturm in Meßstetten taugt aufgrund seiner Bauweise sowie einer möglichen Nachnutzung nicht für das Vorhaben.

Der Blumersberg deckt die Täler nicht ausreichend ab. „Dagegen ist der Standort auf dem Lau als beste Lösung der Region anzusehen.“ Mit diesen Worten wird Dr. Kuhn von der Netze BW zitiert, der das Projekt am 28. November 2022 erneut im Hartheimer Ortschaftsrat vorgestellt hatte.

Zuvor hatte das Gremium bereits in seiner Septembersitzung desselben Jahres erstmals über das Thema beraten. Am Ende stimmte der Ortschaftsrat einstimmig für den Bau des Empfänger- und Sendemastes zum Zwecke der Errichtung einer Mobilfunkanlage im Zuge des Ausbaus des 450 MHz-Netzes; dafür wird ein Teil eines städtischen Grundstückes an die Netze BW verpachtet.

Das Landratsamt Zollernalbkreis erteilte im Herbst 2025 die Baugenehmigung für den Funkmast, wenige Wochen danach erfolgten die Aushubarbeiten. Seit gut zwei Wochen ragt der Hartheimer Sendemast gen Himmel,d fixiert auf einer knapp acht mal acht Meter großen Betonplatte. Strom kommt laut Ortsvorsteher Bodo Schüssler erst im April, weil hier noch größere Baumaßnahmen seitens der EnBw erfolgen. Betreiber des deutschlandweiten 450 Mhz-Netzes ist das Kölner Unternehmen 450connect; Eigentümer des Mastes ist die Netze BW aus Stuttgart. Es wäre grundsätzlich möglich, dass beispielsweise auch Mobilfunkanbieter wie die Telekom oder Vodafone als weitere Mitnutzer Antennen und Sendetechnik auf dem Hartheimer Turm platzieren. Bislang liegt der Stadt jedoch keine Anfrage vor.