Die TSV-Spieler mussten ohne die so sehr benötigten Punkte die Rückreise antreten. Foto: Erwin Wasserbauer

Trotz leidenschaftlichem Einsatz gelingt es dem TSV Altensteig nicht, das Spiel in Konstanz über die volle Distanz zu kontrollieren.

Handball-Oberligist TSV Altensteig zeigt bei der HSG Konstanz 2 eine tapfere Leistung und bietet dem hochkarätig besetzten Gastgeber in einem intensiven Duell lange Paroli.

 

Am Ende fehlt jedoch die letzte Konsequenz, um die 28:34 (15:19)-Niederlage abzuwenden. Damit spitzt sich die Lage im Tabellenkeller weiter zu.

HSG bietet Topleute auf

Es war die erwartet schwere Auswärtsaufgabe am Bodensee. Die HSG Konstanz 2 ließ keinen Zweifel daran, dass sie die Punkte unbedingt behalten wollte, und bot mit Christos Erifopoulos, Lukas Dietrich und Torwart Konstantin Pauli geballte Qualität aus dem Drittliga-Kader auf. „Es war klar, dass sie alles reinwerfen würden“, hielt TSV-Coach Alex Hils nach der Partie fest.

So lief die Anfangsphase

Auf Augenhöhe trotz individueller Klasse: Altensteig startete hellwach. Angeführt von einem bärenstarken Luca Eckhard, der auf der Mitte-Position sowohl als Torschütze als auch als kluger Vorbereiter überzeugte, ging der TSV früh in Führung (0:1, 1.) und hielt die Anfangsphase offen (1:2, 2./ 2:3, 5.).

Doch während Altensteig für jeden Treffer hart arbeiten musste, bestrafte Konstanz kleinste Fehler im Angriff blitzschnell. „Wir haben uns in der Abwehr zunächst schwergetan, Zugriff zu finden. Vorne führten technische Fehler direkt zu Gegentoren“, so der Trainer. Die Gastgeber nutzten diese Phase, glichen aus (4:4, 8.) und drehten das Spiel (7:4, 11.).

Dennoch hielt Altensteig kämpferisch dagegen und ließ sich nicht abschütteln. Beim 8:7 (14.) und 10:9 (16.) war der TSV dran, hatte Zugriff und Struktur. Doch genau hier lag der Knackpunkt der ersten Halbzeit: Gute Ansätze waren vorhanden, der Ertrag blieb aus. Konstanz spielte bissiger, erhöhte das Tempo und übernahm innerhalb weniger Minuten schrittweise die Kontrolle.

HSG Konstanz abgeklärt

Bis zur 26. Minute setzten sie sich auf 18:12 ab – ein Zwischenspurt, der die Partie erstmals deutlicher in Richtung der HSG verschob. Aus einem engen Spiel wurde ein klarerer Rückstand, den der TSV bis zum Seitenwechsel immerhin noch auf 15:19 verkürzen konnte.

Die Tür war offen – doch Konstanz blieb abgeklärt: Nach dem Seitenwechsel reagierte Altensteig und zeigte viel Moral. Die Defensive stand nun kompakter, im Angriff wurde geduldiger auf die Chance gewartet und Ballgewinne zielgerichteter ausgespielt.

Die Partie kippt nicht

Mehrfach kämpfte sich das Team auf drei Tore heran (22:19, 40./ 26:23, 45./ 28:25, 48.). In diesen Phasen lag ein Kippen der Partie durchaus in der Luft, doch die individuelle Klasse von Spielmacher Erifopoulos machte den Unterschied. Immer wenn Altensteig am Anschluss schnupperte, fand er die Lücke oder bediente seine Mitspieler perfekt.

Besonders in der 49. Minute verpasste der TSV die Chance, den Druck auf zwei Tore zu verkürzen. Stattdessen konterte Konstanz eiskalt und zog binnen weniger Minuten vorentscheidend auf 31:25 (52.) davon. Ein Riss, den Altensteig in der Schlussphase nicht mehr entscheidend schließen konnte. Beim Stand von 34:28 ertönte die Schlusssirene.

So ist die Lage

Bittere Realität: Abstiegskampf pur. Für den TSV ist die Niederlage ein weiterer Rückschlag. Gleichzeitig zeigt das Spiel, wie nah die Mannschaft dran ist – und wie schmal der Grat zwischen Anschluss und Kontrolle sein kann.

Das sagt der Coach

TSV-Coach Alex Hils zog ein differenziertes Fazit: „Im Vergleich zu den letzten Spielen war das eine deutliche Leistungssteigerung von uns. Wir waren präsent und haben gut mitgehalten. Einige Fehler in den Schlüsselmomenten haben Konstanz jedoch in die Karten gespielt.“

Gleichzeitig bleibt die Lage angespannt: „Wenn man auf die Ergebnisse der Konkurrenz schaut, stehen wir jetzt ganz knapp vor dem Abstieg. So ehrlich müssen wir sein.“

Drei Spiele bleiben dem TSV noch. Die Leistung in Konstanz macht Mut – die Tabelle verlangt jetzt Ergebnisse.