Die „grünen Inseln“ sollen eine angenehme Aufenthaltsatmosphäre schaffen. Foto: Bernd Mutschler

Die „grünen Inseln“ am Unteren Ledereck in der Calwer Innenstadt sind jetzt auch offiziell eingeweiht.

„Mir ist seit vielen Jahren ein Dorn im Auge, einen solchen geradezu unmenschlichen Platz zu haben“, sagte der Calwer Oberbürgermeister Florian Kling beim kleinen Festakt, zu dem die Stadt Calw am Freitagnachmittag eingeladen hatte.

 

Was bislang als großer Platz diente, sei eigentlich nicht so geplant gewesen, führte der OB weiter aus. Ursprünglich seien auf dem Platz kleinere Gebäude geplant gewesen. Das sei aber nie umgesetzt worden. Auch war das Gebiet nicht immer ein Platz. „Wo wir stehen, war früher ein Naturlauf der Nagold“, so Kling. Dies sei auch bei der Planung berücksichtigt worden und die jetzigen grünen Inseln seien Naturinseln nachempfunden und sollen eine „angenehme Aufenthaltsatmosphäre“ schaffen.

„Nicht so einfach, wie sich das mancher vorstellt“

Die Idee dazu sei im Bürgerforum Innenstadt entstanden. So sei ein Konzept für die Stadtbegrünung – nicht nur für das Ledereck – entstanden. Die war aber „zunächst nicht finanzierbar“, so Kling. Aber immer, wenn man sich zusammenschließe, „tun sich neue Türen auf“. Die Ausarbeitung des Konzepts für die Innenstadt sei mit 75 Prozent – insgesamt zwei Millionen Euro – vom Bund gefördert worden. Das Förderprogramm sei nach Corona aufgelegt worden, mit dem Ziel, Menschen zurück in die Innenstadt zu holen.

Jürgen Ott (rechts) und Florian Kling gießen symbolisch die Pflanzen der „grünen Inseln“. Foto: Bernd Mutschler

Trotz aller Teams-Meetings und Ähnlichem habe man in der Pandemie gelernt: „Am Ende geht es in einer Gesellschaft immer darum, dass man sich begegnet.“ Und in einer Stadtgesellschaft geschehe dies auf den Plätzen – wie hier am Unteren Ledereck. Für die Umsetzung tat sich dann das nächste Förderprogramm auf, eines für den natürlichen Klimaschutz in Kommunen. Hieraus erhielt die Stadt weitere 320.000 Euro für die rund 490.000 Euro teure Baumaßnahme.

Der Bau selbst war dann „nicht so einfach, wie sich das mancher vorstellt“, so der OB. In einer historischen Stadt wie Calw finde man überall, wo man gräbt, Kanäle und Ähnliches, und „wir wissen oft nicht, was und wo“. Auch deshalb seien die Beete mit Cortenstahl umrandet und angehoben worden, damit für die Bäume und Sträucher genügend Erde vorhanden sei. Denn wichtig sei es, dass es genügend Ablaufflächen für Wasser gebe. Das Ziel: „Immer mehr Flächen entsiegeln.“

OB Florian Kling (links) bei der Eröffnung Foto: Bernd Mutschler

Nun ist endlich alles fertig, auch der Trinkwasserbrunnen, der zu einem späteren Zeitpunkt eingeweiht werden soll. „Ich freue mich ganz besonders für Calw, dass wir diese tolle Aufenthaltsfläche haben“, so der OB, der lediglich bedauerte, dass die Bäume „einfach Zeit zum Wachsen benötigen“.

Insgesamt 227 Quadratmeter Grünfläche ist so entstanden. Gepflanzt wurden unter anderem Winterlinden, ein japanischer Schnurbaum, heimische Sträucher und Stauden, die allesamt die Biodiversität stärken sollen.

Ein großes Thermometer als Geschenk

Die Vorsitzenden des Calwer Gewerbevereins, Jürgen Ott und Nicolai Stotz, überreichten noch ein Geschenk. Ott gab zu, dass er im Gemeinderat einer der wenigen gewesen sei, der skeptisch war. „Wir verbauen die letzte große Spielfläche“, habe er gesagt. Mit Blick auf die heißen Temperaturen habe der OB ihn aber letztlich überzeugt, dass es wichtig sei, die Temperaturen auf diesem Platz zu senken. Deshalb gab es als Geschenk ein großes Thermometer, das nun auf dem Platz angebracht werden und so sichtbar gemacht werden soll, wie wirksam die neuen grünen Inseln wirklich sind.