Die Polizei sperrt die Eichendorffstraße während der Bedrohungslage ab. Es stellt sich aber heraus, dass es sich um einen Fehlarm handelt. Foto: Niklas-Marco Dinauer

Die Polizei rückt am Dienstagmorgen zu den Gewerblichen Schulen in Donaueschingen aus, weil ein Amokalarm ausgelöst wurde. Glücklicherweise handelt es sich um einen Fehlalarm. Hat jemand absichtlich den Knopf gedrückt?

Amokalarm an den Gewerblichen Schulen in Donaueschingen. Am Dienstag um 9.33 Uhr geht die Information über ein Meldesystem aus der Schule bei der Polizei ein. In der Folge verlassen Schülergruppen das Gebäude. Es ist ein falscher Alarm.

 

Etwa 20 Schülerinnen und Schüler stehen um kurz nach 10 Uhr an der Bräunlinger Straße und schauen zu, was sich auf der Auffahrt zu den Gewerblichen und den Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen (khs) tut. Zwei Polizeibeamte der Autobahnpolizei sperren den Zugang ab. Auch Schüler, die zum Unterricht wollen, kommen zu der Zeit nicht auf das Gelände. Für weitere Auskünfte verweisen die Beamten vor Ort auf die Pressestelle der Polizei.

Mittlerweile ist klar, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Wie genau es dazu kam, ist am frühen Dienstagmittag noch unklar. Die Meldung ging über ein Alarmgerät aus den Gewerblichen Schulen bei der Polizei ein. „Es war entweder ein technischer Defekt, oder jemand hat manuell den Knopf gedrückt“, sagt Marcel Ferraro, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, der beim Einsatz vor Ort war. Das werde nun ermittelt.

Großaufgebot vor Ort

Eine Androhung oder sonstige Hinweise auf einen Amoklauf hatte es laut Ferraro im Vorfeld jedoch nicht gegeben. „Es war dann relativ schnell klar, dass es in Richtung Fehlalarm geht“, erklärt der Polizeisprecher weiter. Dennoch ist die Polizei mit vielen Einsatzkräften vor Ort, sie sichern das Gelände und bringen Schüler aus dem Gebäude. Mehr als ein halbes Dutzend Einsatzfahrzeuge fahren zwischen 10 und 10.45 Uhr über die Kreuzung in die Eichendorffstraße ein, wo rechterhand mit der Adresse Beethovenstraße die Gewerblichen Schulen liegen. Die Fahrzeuge rücken unauffällig an, nutzen weder Blaulicht noch Signalhorn. Neben dem Donaueschinger Revier sind auch Beamte aus einigen Nachbarstädten beim Einsatz vor Ort.

Polizei gibt Entwarnung

Gegen 11 Uhr, etwa 90 Minuten nach Eintreffen des Alarms, gibt die Polizei schließlich über die Social-Media-Plattform X, ehemals Twitter, Entwarnung. Es handelt sich demnach um einen Fehlalarm. Gefahr für die anwesenden Personen besteht nicht.

Raya Diesler hat nach dem Alarm das Gelände verlassen. Foto: Jens Wursthorn

Eine der Schülerinnen und Schüler, die nach dem Alarm vom Gelände gebracht werden, ist Raya Diesler. Die 18 Jahre alte Maler-Auszubildende berichtet, dass in der Pause des Werkunterrichts durch die Sprechanlage der Schule die Ansage gekommen sei, das Gelände zu verlassen oder sich ins Klassenzimmer zurückzuziehen. Ein weiterer Hinweis sei zehn Minuten später über eine Lehrerin gekommen. Alle sollten das Schulgebäude, aber auch das Gelände verlassen. „Wir sind alle ruhig rausgegangen“, sagt die 18-Jährige zum Ablauf. Die Auszubildende spricht von einem Amokalarm, dessen Abläufe den Schülern erklärt worden seien.

Protokoll für den Ernstfall

Dass die Schule ein Protokoll für den Ernstfall etabliert hat, bestätigt auch Wolfgang Rebhan von der Schulleitung der Gewerblichen Schulen. „Der Alarm wird immer am Schuljahresbeginn mit den Schülern besprochen. Deswegen sind sie auch so ruhig geblieben.“ Im vergangenen Jahr kam es auch in Villingen zu mehreren Amokalarmen an Schulen. Schuld waren dort technische Defekte.

„Generell würde ich sagen, es wird mehr. Aber auch, weil sich mehr Schulen mit den Meldesystemen ausstatten“, sagt Daniel Brill, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Konstanz und für den Schwarzwald-Baar-Kreis zuständig. Mittlerweile habe sich bei solchen Alarmen ein standardmäßiges Vorgehen etabliert. Nach dem Amoklauf von Winnenden im Jahr 2009 habe die Polizei weitreichende Konzepte für solche Bedrohungslagen entwickelt.

Entwarnung nach Evakuierung

Für die Einsatzkräfte ergebe sich vor Ort zwar häufig schnell ein klareres Bild, jedoch wird, wie auch am Dienstag an den Gewerblichen Schulen, in der Regel erst komplett evakuiert. Erst dann kann eine Entwarnung kommen, „es sei denn, wir haben die definitive Aussage, dass es nicht echt war oder sich um einen Defekt handelt“, sagt Daniel Brill. Doch das geschehe eher selten vor der Sicherung der Gebäude durch Polizisten.

Das Schulzentrum

Schulen
Die Gewerblichen Schulen Donaueschingen sind in der Beethovenstraße gelegen, umgeben von der Bräunlinger Straße und Eichendorffstraße. Zu den Gewerblichen Schulen zählen das Technische Gymnasium sowie die Berufsschule und Fachschulen. Benachbart gibt es in der Eichendorffstraße außerdem die Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen (khs). Zu diesen zählen neben der kaufmännischen Berufsschule und dem Berufskolleg auch das Wirtschaftsgymnasium.