Mithilfe des neuen Kinofilms „Grand Prix of Europe“ sollen Ed und Edda auch jenseits des Europa-Parks bekannt werden und die Kinderzimmer weltweit erobern, wünscht sich Mack One. Foto: Europa-Park

Die Europa-Park-Maskottchen sind ab 12. Juli im Kino zu sehen. Dadurch erhofft sich Tobias Mundinger von Mack One, dass die Figuren auch unabhängig vom Park bekannt werden.

Egal, ob Josephinas kaiserliche Zauberreise, die Achterbahn Voltron Nevera oder das Geisterschloss Castello dei Medici:

 

Nahezu keine Attraktion wird beim Europa-Park mehr eingeweiht, ohne dass für diese auch eine passende Hintergrundgeschichte erdacht wird.

Tobias Mundinger, Executive Director Mack One, sprach mit unserer Redaktion darüber, warum diese Europa-Park-Geschichten so wichtig sind, wie sie entstehen und was einen guten Geschichtenerfinder ausmacht.

Geschichten müssen familienfreundlich und unterhaltsam sein

Herr Mundinger, warum hat das Geschichtenerzählen, sprich das Storytelling, im Europa-Park immer mehr an Bedeutung gewonnen?

In 50 Jahren Europa-Park hat sich gezeigt, dass liebevoll gestaltete Themenbereiche ein zentraler Erfolgsfaktor sind. Mit Storytelling möchten wir diesen Welten noch mehr Leben einhauchen und das Erlebnis für unsere Gäste noch immersiver gestalten. Ein gutes Beispiel dafür sind der Wiederaufbau der Piraten in Batavia sowie die Entstehung der Erlebniswelt Rulantica. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Erzählweise stärken wir die Identität des Parks und schaffen Potenziale, die weit über das unmittelbare Besuchserlebnis hinausreichen.

Was genau bewirkt Storytelling bei den Besuchern?

Es macht das Erlebnis einzigartig über verschiedene Medien hinweg. Ein Beispiel ist unsere neue Achterbahn Voltron Nevera im kroatischen Themenbereich. Hier greifen wir die Geschichte von Nikola Tesla auf, der ursprünglich aus Kroatien stammt und später in die USA auswanderte. Fun Fact: Tesla war auch an der Elektrifizierung des Bahnhofs in Straßburg beteiligt – also ganz in der Nähe. Die Achterbahn widmet sich seiner fiktiven Erfindung einer Teleportationsmaschine. Transmedial erzählen wir seine Geschichte weiter – mit Buch, Comic und Kurzfilm.

Was ist zuerst da – Gestaltungsidee oder Story?

Beides entsteht parallel und ergänzt sich. Das europäische Themendesign des Parks bildet den Rahmen. Als narrative Ebene darüber haben wir den Adventure Club of Europe (ACE) entwickelt. Jede neue Attraktion ist die Expedition eines ACE-Mitglieds – sei es die Schatzsuche in Batavia, der Erstflug im Voletarium oder die Entwicklung der Teleportationsmaschine bei Voltron. Für unsere jungen Gäste gibt es zusätzlich Figuren wie Ed und Edda, Snorri, Oma Freudenreich oder die Yomis, deren Geschichten die Gestaltung von Kinderbereichen inspirieren.

Tobias Mundinger ist Executive Director Mack One. Foto: Europa-Park

Welche Eigenschaften braucht ein guter Storyteller?

Ein gutes Verständnis für Medienformate und transmediales Denken sind essenziell. Attraktionen bieten oft nur begrenzten Raum für komplexe Geschichten – umso wichtiger ist es, Inhalte klar, prägnant und emotional zu vermitteln. Unsere Storyteller bei Mack Magic arbeiten deshalb eng mit den Designern von Mack Solutions zusammen, um ein ganzheitliches Erlebnis zu schaffen.

Was macht eine gute Europa-Park-Geschichte aus?

Gute Geschichten müssen familienfreundlich, unterhaltsam und qualitativ hochwertig sein – so, wie man es vom Europa-Park erwartet. Unter dem Label Mack Magic bringen wir diese Inhalte auch unabhängig vom Park auf den Markt. Ziel ist es, Eigenmarken zu schaffen, die nicht nur im Park, sondern auch außerhalb funktionieren – im Buchregal, auf dem Bildschirm oder im Spielzeugregal.

Wie wird aus einer Idee eine echte Attraktion?

Die Entwicklung beginnt bei Mack Solutions, wo Attraktionen konzipiert und geplant werden. Parallel dazu arbeitet Mack Magic am Storytelling und entwickelt mögliche Marken- und Medienprodukte. In einem kreativen Prozess werden alle Aspekte wie Budget, bauliche Umsetzbarkeit, Thematisierung und Erzählstruktur miteinander in Einklang gebracht. Dabei sind oft Kompromisse notwendig – das Gästeerlebnis hat jedoch immer Priorität.

Wie viel kreative Freiheit haben die Buchautoren?

Die Geschichten basieren stets auf einer transmedialen Strategie, die im Park entwickelt wird. Ziel ist es, möglichst viele Synergien zu schaffen. Dabei arbeiten wir eng mit renommierten Partnern wie Coppenrath, Warner Bros oder dem Kika zusammen, die unsere Qualitätsstandards teilen und weitertragen.

Apropos Kika: Wie kam es zur Serie Dino Mates – und wird sie die Attraktion bekannter machen?

Die Idee zur Geschichte entstand intern bei der Entwicklung einer neuen Attraktion. Die charmante Vorstellung einer elsässischen Oma, die im Garten Dinosaurier versteckt und ihnen Gugelhupf serviert, kam bei Coppenrath so gut an, dass daraus eine Bilderbuchreihe entstand – mittlerweile die meistverkaufte des Verlags. Die Serienidee entstand, als die Programmchefin des Kika privat im Park war und die Attraktion fuhr. Beeindruckt von der Geschichte und dem Buch, rief sie uns an, um eine Serie zu entwickeln. Für Michael Mack ging damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung: Europa-Park-Marken in die Kinderzimmer zu bringen. Ganz nach dem Motto des Hauses Mack: „Nur das Gute bricht sich Bahn und hält sich auf der Höhe.“ Gute Geschichten setzen sich durch – das zeigt sich hier besonders deutlich.

Wird die Serie auch die Attraktion beeinflussen, so dass diese auf diese angepasst wird?

In zukünftigen Produktionen ist das definitiv denkbar. Bei Madame Freudenreichs Curiosités war es allerdings umgekehrt: Die Attraktion inspirierte die Buchreihe, die wiederum Grundlage für die Serie wurde. Jetzt prägen die Szenen der Attraktion die Welt der Serie.

Nicht nur die „Dino Mates“ sollen die Kinderzimmer erobern. Auch Ed und Edda erhalten ihren eigenen Film. War es schwer, die Maskottchen für den Film weiterzuentwickeln?

Tatsächlich war das eine besondere Herausforderung. Ursprünglich war Ed Euromaus eine Figur ohne Hintergrundgeschichte. Erst 2011 wurden durch Michael Mack und das 3D-Redesign von Ed und Edda sowie den ersten Animationsfilm Persönlichkeit und Story eingeführt. Um eine Figur lebendig wirken zu lassen, braucht sie nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen – und einen Gegenspieler. Inspiriert von der alemannischen Sagenwelt entstand so der Nachtkrabb als Kontrastfigur.

Welche besonderen Eigenschaften haben Ed und Edda im Film?

Das möchten wir noch nicht verraten – der Film soll emotional mitreißen, überraschen und das Publikum für unsere Charaktere begeistern. Es war uns wichtig, auf internationalem Niveau zu arbeiten und mit erfahrenen Autoren aus den USA und Großbritannien zusammenzuarbeiten, um mit Disney und Pixar mithalten zu können.

Wird der Film die Maskottchen populärer machen?

Wir glauben fest daran. Der Film erscheint in über 70 Ländern und mehr als 30 Sprachen – das bedeutet: Menschen weltweit werden unsere Figuren kennenlernen, auch unabhängig vom Europa-Park. Vor allem im deutschsprachigen Raum und in Frankreich hoffen wir, dass Ed und Edda denselben Kultstatus erreichen wie der Park selbst. Ziel ist es, dass Kinder mit unseren Geschichten und Charakteren aufwachsen. Deshalb begleiten den Film auch ein PC- und Konsolenspiel, Bücher, Tonies-Figuren und vieles mehr. So bringen wir das Europa-Park-Erlebnis direkt ins Kinderzimmer.

Zum Film

Nach der Premiere in Rust soll der 90-minütige „Grand Prix of Europe“ mit Ed und Edda ab 24. Juli weltweit in die Kinos kommen. Zum Inhalt: Edda, die Tochter eines Jahrmarktbetreibers, träumt davon, Rennfahrerin zu werden. Ihr Idol ist dabei Ed. Als sie ihm zum ersten Mal begegnet, steigt sie aus Versehen selbst in sein Cockpit. Daraufhin müssen Ed und Edda gemeinsam ein Rennen quer durch Europa bestreiten.