Eine neue Doppelpraxis für Osteopathie ist nun in Wyhlen beheimatet. Worauf sie besonders Wert legen, erklären die Inhaber Jesper Burmester und Valerie Bölke.
Valerie Bölke und Jesper Burmester sind studierte Osteopathen. Damit unterscheiden sie sich von einigen Berufskollegen. In der Regel ist zwar die Heilung des Patienten das gemeinsame Ziel, aber die Grundlagen dafür unterscheiden sich. Da aber diese Tätigkeit keiner geschützten Bezeichnung unterliegt, müssen Bölke und Burmester mit einigen Vorurteilen kämpfen.
Verschiedene Ausbildungen
Das Gesundheitssystem ist inzwischen unter anderem auch deshalb so kompliziert, weil immer mehr verschiedene Fachrichtungen und Untergruppen sich eigenständig etablieren. Unterschiedliche Standards lassen direkte Vergleiche manchmal nicht zu. Umfasst etwa die Ausbildung zum Notfallmediziner eine zweijährigen Grundausbildung plus zusätzlich 80 Stunden Weiterbildung und anschließenden praktische Einsätze, braucht es im Bereich der Chirurgie rund sechs Jahre an Ausbildung. In der Osteopathie hingegen umfasse die Ausbildung einen Ein-Jahres-Kurs. Damit verbunden ist die Prüfung zum Heilpraktiker, um in Deutschland eine eigene Praxis eröffnen zu dürfen.
Ein akademischer Weg
Bölke und Burmester haben stattdessen einen akademischen Weg gewählt: Nach einem dreijährigen Bachelor-Studium an der Hochschule Fresenius im hessischen Idstein setzten sie berufsbegleitend einen Master-Abschluss obendrauf. Dort haben sich beide auch kennengelernt und ihre breiten Grundkenntnisse nochmals erweitert. Burmester fand durch sein Freiwilliges Soziales Jahr am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur Medizin. Beide spezialisierten sich in ihrem Aufbaustudium auf die Behandlung von Kindern, Säuglingen und Schwangeren. Nach ihrem Studium arbeiteten beide in der Schweiz. 2023 wechselte Valerie Bölke in die Selbständigkeit und schloss sich der Grenzacher „Gesundheitswerkstatt“ an.
Gemeinsame Praxis
Da in der Schweiz aber Osteopathen seit Kurzem einen eidgenössischen Abschluss benötigen, zog Jesper Burmester nun ebenfalls in die deutsche Selbstständigkeit.
In der Gewerbestraße 8 in Wyhlen teilen sich die Beiden nun gemeinsame Räumlichkeiten. Für sie ist wichtig, dass wie bei physiotherapeutischen Ansätzen der Behandler und Patient gemeinsam eine Störung angehen. „Ich zeige verschiedene Übungen, die die Patienten zuhause machen sollten“, erläutert Valerie Bölke.
Individuelle Behandlung
Doch zunächst gehe es darum, zuzuhören, eine klare Kommunikation zu vollziehen und das gemeinsame Suchen nach Lösungen. „Mein Ziel ist es, zu unterstützen“, sagt Burmester. Fehlhaltungen zu beseitigen, die über Jahrzehnte erworben wurden, benötige Zeit. Das wichtigste Werkzeug seien die Hände der Osteopathen, die damit Spannungen aufspüren und mit verschiedenen direkten und indirekten Techniken zu lösen versuchen. Diese würden individuell auf jeden Patienten abgestimmt, was im Vorfeld allerdings Zeit zur Anamnese benötigt.
„Das unterscheidet dann gute von schlechten Osteopathen“, sind sich die beiden einig.