Für Forschungszwecke: Nachlass von James Last geht an die Uni Freiburg

Ron, Caterine und Christine Last (von links) haben den Nachlass ihres Vaters James Last an die Universität Freiburg gegeben. Uni Kanzlerin Christina Leib, Protektorin Sylvia Paletschek sowie Michael Fischer und Knut Holtsträter vom ZPKM haben die Werke entgegen genommen.
Ralf DeckertJazz-Bassist, Arrangeur und Komponist, Orchesterleiter und millionenfach verkaufter Schallplatten-Star. James Last (1929 bis 2015) war seit 1945 bis zu seinem Tod vor zehn Jahren eine der zentralen Persönlichkeiten der Unterhaltungs- und Tanzmusik in Deutschland.
Der unverwechselbare „Happy Sound“ seiner mehr als 160 Plattenproduktionen machte ihn in aller Welt bekannt. Bis heute wird seine Musik verehrt, in den Benelux-Ländern gibt es sogar noch immer einen aktiven Fan-Club, so Lasts Witwe Christine Last am Donnerstag in Freiburg. Dort hat der rund 200 Kisten umfassende musikalische Nachlass des Musikers am Zentrum für Populäre Kultur und Musik (ZPKM) eine neue Heimat gefunden.
Freiburger Uni forscht über James Last
Die Sammlung Last umfasst zahllose Noten, Platten, Fanartikel und die Plattensammlung des als Hans Last in Bremen geborenen Musikers. Dass sie ihren Weg nach Freiburg gefunden hat, ist dem hiesigen Musikwissenschaftler Knut Holtsträter zu verdanken, dem vor einigen Jahren aufgefallen war, dass es zum Schaffen von James Last in Deutschland – trotz der Popularität des Musikers – praktisch keine Forschungen gab. Holtsträter wollte das ändern, wovon der Verleger Wolfgang Stanicek in Wien etwas mitbekam, der zusammen mit dem Erben von James Last auf der Suche nach einem Ort war, an dem die Sammlung des Bandleaders nicht nur unterkommen, sondern auch gewürdigt werden würde.

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Schwarzwälder BoteDas ZPKM als einziges Forschungsinstitut seiner Art in Deutschland bot sich als ideale Lösung an. Christine Last sowie die beiden Kinder von James Last aus erster Ehe, Ron und Caterina Last, haben daraufhin die Sammlung als Schenkung dem Land Baden-Württemberg übergeben.
Institutsleiter Michael Fischer betont, was für ein wichtiger Schatz für die Musikforschung diese Sammlung sei. Bereits jetzt gebe es erste Arbeiten in Freiburg über James Last, die das Forschungsvakuum der Vergangenheit zu füllen beginnen, so Protektorin Sylvia Paletschek.
Fünf Tage für eine Plattenproduktion
Last sei ein Perfektionist gewesen, der stets vor einer Plattenaufnahme genau gewusst habe, wie ein Album klingen werde und dabei nie ein Detail aus dem Blick verloren habe, so Ron Last.
Für eine Plattenproduktion habe sein Vater in der Regel fünf Tage gebraucht: drei für die Aufnahmen, und zwei weitere Tage für die Abmischung. „Mit dem Schreiben der Partituren fing er in der Regel am Abend vor den Aufnahmen an“, so Ron Last über die Arbeitsethik seines Vaters.