Warum brennt aus heiterem Himmel ein Holzstapel in einem Wald? Und warum versuchen Anwohner und offensichtliche Eigentümer des aufgeschichteten Holzes, eine Medienberichterstattung darüber vehement zu verhindern?
Zu einem Einsatz, der im Nachhinein Fragen aufwerfen dürfte, musste die Feuerwehr am Mittwochabend ausrücken. In einem Wald in Peterzell ist ein Holzstapel in Flammen aufgegangen.
Kurz vor 20 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert. In einem Waldstück am Ortsausgang Richtung Buchenberg brannte ein etwa 20 Meter langer und zwei Meter hoch aufgeschichteter Holzstapel. Als die Feuerwehrabteilungen aus St. Georgen und Peterzell-Stockburg kurz nach der Alarmierung am Einsatzort eintrafen, loderten die Flammen meterhoch. Ein Großteil der meterlangen Holzscheite war bereits verglüht.
Die Feuerwehr, die mit rund 30 Einsatzkräften am Einsatzort war, baute eine Wasserversorgung zu der etwa 50 Meter von der Wohnbebauung in der Buchenberger Straße gelegenen Brandstelle auf. Die Löscharbeiten gestalteten sich herausfordernd. Der brennende Holzstapel stand dicht von Bäumen umgeben. Ein Vorteil war sicherlich, dass es vor dem Brand den ganzen Tag stark geregnet hat und die Bäume und der Waldboden nass waren.
Genau das warf vor Ort aber auch die Frage auf, wie bei dem anhaltenden Regen ein so heftiges Feuer entstehen konnte. Das Wort Brandstiftung machte schnell die Runde. Tatsächlich bestätigte Polizei-Pressesprecher Daniel Brill am Donnerstag: „Wir gehen nach derzeitigem Ermittlungsstand von Brandstiftung aus.“
Da aufgrund der Erstmeldung zunächst ein Hüttenbrand gemeldet wurde, und zunächst nicht klar war, ob möglicherweise mehrere Personen betroffen sein könnten, rückte neben dem Rettungsdienst auch die Einsatzgruppe des Rotkreuz-Ortsvereins mit rund zehn Kräften an die Einsatzstelle aus.
Derweil versuchten Anwohner, die in unmittelbarer Nähe zu dem brennenden Holzstapel wohnen, mehrfach, eine Berichterstattung über den Feuerwehreinsatz zu unterbinden. Der Reporter wurde beschimpft, die Anwohner wollten ihm verbieten, zu fotografieren und sich dem Einsatzort zu nähern. Das dauerte so lange an, bis ein Polizist einschritt und klarstellte, dass der Medienberichterstatter seine Arbeit hier vor Ort machen und eben auch fotografieren dürfe.
Aufgrund der Ausmaße des vom Brand zerstörten Holzstapels schätzt die Polizei den Schaden auf 2500 Euro, informiert Brill. Auf die Frage, ob die Polizei einen Hinweis habe, wer als Brandstifter in Frage komme, wollte sich der Pressesprecher am Donnerstag nicht festlegen. Gemeldet habe den Brand der 57-jährige Besitzer der Holzbeige, nachdem er das Feuer dort hinter seinem Haus bemerkt habe.
Die Polizei bittet nun um sachdienliche Hinweise: „Personen, die am Mittwochabend verdächtige Wahrnehmungen im Bereich des Hauses Buchenberger Straße oder rund um die Holzbeige gemacht haben, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier St. Georgen, Tel. 07724/94 95 00, in Verbindung zu setzen.“