Freuen sich auf viele Gäste beim Fastenbrechen in der Schwenninger Neckarhalle: (von links) Brigitte Güntter, Susanne Wolf, Erdogdu Güzel, Cengiz Tastan sowie Ulrich Merz. Foto: Mareike Kratt

Begegnungen schaffen, das Miteinander stärken: Der Jugend- und Elternverein Schwarzwald-Baar lädt wiederholt zum Fastenbrechen ein – diesmal in einem besonderen Rahmen.

Vor sieben Jahren hat der Jugend- und Elternverein Schwarzwald-Baar (JESEV) in Kooperation mit der Pauluskirche Schwenningen zum ersten Mal ein Fastenbrechen veranstaltet – damals mit rund 45 Gästen im Paulus-Gemeindehaus, erinnert sich der Vorsitzende Cengiz Tastan.

 

„Es hat sich ganz schön entwickelt“, blickt er auf das Iftarfest in den vergangenen Jahren zurück, bei während des muslimischen Fastenmonats Ramadan Nicht-Muslime zu dieser besonderen gemeinsamen Mahlzeit eingeladen werden um die interkulturelle und interreligiöse Verständigung voranzutreiben. Für ihn ist der Ramadan grundsätzlich eine Zeit der Gastfreundschaft und des gemeinsamen Besinnens.

Neuer Veranstaltungsort

Zweimal hat das Fastenbrechen im Muslenzentrum stattgefunden, im letzten Jahr sind sogar mehr als 200 Gäste gekommen. Anlass genug für den Verein, in diesem Jahr, am kommenden Samstag, 28. Februar, die Veranstaltung in die Neckarhalle zu verlegen. Die Akteure rechnen diesmal sogar mit rund 400 Gästen, sagt Vorstandsmitglied Erdogdu Güzel.

Auf feste Unterstützung kann der Verein, der rund 100 Erwachsene und gleich viele junge Mitglieder hat, Jahr für Jahr durch die evangelische Kirchengemeinde Schwenningen zählen. Treibende Kraft ist vor allem Pauluskirchen-Pfarrerin Brigitte Güntter. Durch die Elternmentoren der Neckarschule, an der sie das Fach Religion unterrichtet, sei damals die Zusammenarbeit entstanden, erzählt sie.

Viele Christen

Hilfe gab und gibt es nicht nur durch das zur Verfügung stellen von Räumlichkeiten, sondern auch beim Organisieren und Netzwerken – auch über das gemeinsame Fastenbrechen hinaus, wenn es um Integrationsarbeit geht. „Wir sind sowohl im praktischen Anpacken als auch in der Haltung miteinander verbunden“, sagt Brigitte Güntter.

Die Gäste, die das Iftarfest besuchen, sind zu 80 Prozent Christen. Inzwischen hat sich das Fastenbrechen des Jugend- und Elternvereins in der Stadt herumgesprochen, es werden stets Freunde und Arbeitskollegen mitgenommen, die sich immer wieder aufs Neue von der besonderen Atmosphäre, den Gesprächen und dem Essen in den Bann ziehen lassen, erzählt der Vorsitzende des Kirchengemeinderats der evangelischen Gemeinde Schwenningen, Ulrich Merz.

Eine gemeinsame Sprache

War sie bereits vor ein paar Jahren als Gast eingeladen, ist derweil Susanne Wolf diesmal als Unterstützerin mit dabei. Der Projekt- und Veranstaltungsmanagerin der Musikhochschule Trossingen, die gleichzeitig Erfahrung in der Flüchtlingshilfe hat, war es eine Herzensangelegenheit, das Fastenbrechen durch einen musikalischen Beitrag von Hochschulstudenten bereichern zu können.

„Der innere Zusammenhalt der Menschen besteht für mich aus Musik, sie fungiert als gemeinsame Sprache“, findet Susanne Wolf. Grundsätzlich sei es für die Hochschule obligatorisch, den interkulturellen Dialog auf musikalische Weise zu führen, seien doch rund 30 verschiedene Nationen an der Musikhochschule vertreten.

So wird eine Gruppe aus sechs Studenten des Studiengangs Jazz und Pop verschiedene Lieder darbieten – alles Beiträge, die auch inhaltlich das Miteinander unterschiedlicher Kulturen thematisieren, verrät die Musikpädagogin.

Ein eindeutiges Zeichen

Brigitte Güntter ist indes davon angetan, dass Fastenbrechen erstmals „mit so vielen verschiedenen Menschen“ veranstaltet wird. „In Zeiten, in denen versucht wird zu spalten, können wir zeigen, dass es auch anders geht“, findet sie. „Wir setzen dem Fundamentalismus das Engagement und die Gemeinschaft entgegen.“

Und das funktioniere besonders gut durch das gemeinsame Essen, finden derweil Cengiz Tastan und Erdogdu Güzel. „Liebe geht schließlich durch den Magen, es sind alle eingeladen.“

Der Verein

Die Ziele
Der 1999 gegründete Jugend- und Elternverein Schwarzwald-Baar ist zugleich Dachorganisation der beiden Prisma-Bildungseinrichtungen in Singen und Schwenningen. Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, Weiterbildung sowie die Zusammenarbeit mit anderen Kulturen und Glaubensrichtungen haben sich die Mitglieder als Ziel gesetzt. Die drei Säulen Bildung, Dialog und Integration sollen in den neuen Vereinsräumen im ehemaligen Baumer-Fabrikgebäude an der Dauchinger Straße 58 gelebt und ausgebaut werden.

Das Fastenbrechen
Das Iftar-Fest in Zusammenarbeit mit der Pauluskirche Schwenningen sowie der Hochschule für Musik Trossingen findet am Samstag, 28. Februar, 16 Uhr, in der Schwenninger Neckarhalle statt. Auch wenn die Anmeldefrist schon verstrichen ist, sind Nachmeldungen unter info@jesev.de möglich.