Nachdem der Felgenhersteller BBS am Freitag zum fünften Mal in der Firmengeschichte einen Insolvenzantrag gestellt hat, herrscht Fassungslosigkeit bei Mitarbeitern wie Außenstehenden. Wie es nun weitergeht, ist noch völlig unklar.
Nachdem am Freitagvormittag bekannt geworden ist, dass der Felgenhersteller BBS ein weiteres Mal Insolvenz beantragt hat, sind praktisch noch alle Fragen offen. Das Unternehmen gab am Freitag keinerlei Stellungnahme ab, auch die Kanzlei des vorläufigen Insolvenzverwalters hält sich noch bedeckt: „Wir können noch nichts sagen“, erklärte ein Sprecher. Der Insolvenzverwalter sei nun dabei, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie es vor Ort aussehe. An Spekulationen wolle man sich nicht beteiligen.
Ein Mitarbeiter erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion, er sei „total perplex“, um dann zu sagen: „Wir haben es ja erwartet.“ Mitarbeiter in Schiltach hätten von dem Insolvenzantrag über die Gewerkschaft erfahren, und wiederum die Belegschaft in Herbolzheim informiert, so die unbestätigte Schilderung des Mitarbeiters. Auch intern gab es offenbar keine offiziellen Informationen. Die Nachricht habe sich „wie ein Schlag ins Gesicht“ angefühlt, sagte der Mitarbeiter.
Auch bei Außenstehenden sorgt der fünfte Insolvenzantrag der Firmengeschichte für Empörung: „Das ist doch langsam lächerlich“, „Unglaublich“ oder „Die Mitarbeiter tun mir leid“, lauten Kommentare von Lesern. „Wie oft eigentlich noch ???“, schreibt ein weiterer Nutzer auf Facebook.
Chronik der Insolvenzen
Erstmals musste 2007 die damals noch börsennotierte BBS Kraftfahrzeugtechnik AG einen Insolvenzantrag stellen. Die zweite Insolvenz folgte 2010. Infolge der Krise der Automobilindustrie war BBS im Juli 2020 wieder einmal Pleite. Nach der Übernahme durch die KW Automotive im Jahr 2021 wurde im September 2023 erneut ein Insolvenzantrag gestellt. Infolgedessen haben die jetzigen Investoren der ISH Management Services GmbH den Felgenhersteller übernommen.
Es folgte ein Markenrechtsstreit mit dem Altgesellschafter KW, den die Parteien im Juni dieses Jahres für beendet erklärten. Einige Wochen später sorgte BBS jedoch erneut für Schlagzeilen, als die rund 240 Mitarbeiter fehlende Lohnzahlungen für die Monate Mai und Juni beklagten. Mittlerweile wurden die Gelder ausbezahlt.
Inmitten des Lohn-Dramas sorgte allerdings die Übernahme Übernahme einer Felgenfabrik des insolventen Herstellers Superior Industries in Werdohl durch die BBS Autotechnik für weitere Aufruhr. Nun folgte der nächste Insolvenzantrag – und einmal mehr steht die Belegschaft vor einer ungewissen Zukunft.