So sieht der Fasnetsnachwuchs im Killertal aus: Die erst vor wenigen Monaten gegründete Narrenzunft Jungingen macht zwar erst in der nächsten Saison richtig los, aber sie hat jetzt schon viel Volk unter ihrem ersten Narrenbaum versammelt Foto: Uwe Fechner

Das lässt sich gut an für die noch junge Narrenzunft Jungingen: Bei Linseneintopf, Schupfnudeln und mit Barzelt gab es bei Veranstaltung Nummer eins ein großes Publikum.

„Käser Bock – hopp hopp“: Einen Narrenruf hat der neue Verein auch schon. Und in Jungingen steht seit Samstag der erste „echte“ Narrenbaum seit Jahrzehnten. Bislang war es üblich, dass der Christbaum vom Platz an der Dorflinde einfach umdekoriert wurde. Der Narrenbaum der Zunft ist extra angefertigt worden.

 

Premiere in Rekordzeit

Erst im vergangenen Sommer gegründet, lud die Junginger Narrenzunft der „Käser“ am Samstag schon zum Narrenbaumstellen am Brunnen unter der Linde. Bei strahlendem Sonnenschein feierten zahlreiche Jungingerinnen und Junginger gemeinsam mit weiteren Narren aus dem Killertal einen großartigen Auftakt zum ersten Fasnetstreiben im neuen Häs und dem Ruf „Käser Bock – hopp hopp“.

Als neue Narrenfiguren bringt die Zunft der Käser den Sepp und die Ziege in den Reigen der vielen Figuren und Larven der freien oberschwäbischen Narrenzünfte ein. Der Sepp stellt einen freundlich dreinschauenden, bärtigen älteren Hirten mit Lodenhut in Fellweste und derber Cordhose dar und ist einer Figur aus Erzählungen längst vergangener Zeiten im Killertal entlehnt. Die vom Sepp geführten Ziegen tragen ein aufwendig genähtes Plätzchenhäs, sind mit einem Glockengürtel gegürtet und haben eine ausdrucksstarke, gehörnte Ziegen(bock)larve mit eindrucksvollem Fellbesatz.

Die Junginger Narren und ihr Doppelvorstand Melanie Schuler und Benjamin Funck konnten sich über die Resonanz ihrer ersten öffentlichen Veranstaltung zurecht freuen.

Schulterklopfen der Zünfte

Es herrschte ein buntes Treiben bei der ersten öffentlichen Präsentation der neuen Gewänder während des bunten Narrentreibens rund um Dorflinde in der Ortsmitte. Zur fröhlichen und ausgelassenen Stimmung trug der Besuch von Hästrägern aus der Nachbarschaft bei: Lautstark wurden die Käser beim ersten Aufrichten ihres Narrenbaumes von den Burladinger Nautle, den Gauselfinger Schnägäg und den Reckstein Hexen, den Hudelgai Bätschern aus Hechingen, den Rauchkatzen aus Stetten unter Holstein, von den Hailix Blechle Starzeln und der Brauchtumsgruppe Renningen angefeuert.

Das Baumstellen wurde professionell und mit maschineller Hilfe absolviert. Im Anschluss an die närrisch routiniert ausgeführte Arbeit wurde von den vielen Narren vom Fach mit Lob nicht gegeizt, und der Erfolg wurde entsprechend froh und ausgiebig gefeiert.

Einig waren sich alle, dass dieser erste Auftritt der Junginger Käser nur der Auftakt zu einer großartigen, neuen Zeitrechnung im Narrenkalender gewesen sei und man sich auf eine fantastische Zukunft mit Sepp und Ziege im und weit ums Killertal freuen dürfe.

Fasnetstreiben

Voll dabei
Die neue Junginger Narrenzunft hat in kürzester Zeit schon viel geschafft. Aber alles kann dann doch nicht drin sein. So sind die handgeschnitzten Masken der Junginger Käser leider nicht rechtzeitig fertig geworden. Deshalb wird die Narrenzunft erst in der nächsten Saison mit Masken auftreten. Das ist so tragisch nun auch wieder nicht, denn die Teilnahme an Umzügen war sowieso erst dann geplant.