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Dotternhausen Eigene Chancen nutzen in der Corona-Krise

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Die Fütterung der Kälber gehört zu den schönsten Aufgaben von Sarah Wochner. Foto: Schatz

Dotternhausen - Das tägliche Leben spitzt sich aufgrund der Corona-Pandemie in allen Lebensbereichen zu. Viele nutzen die Veränderungen aber auch. Etwa die Agrar-Studentin Sarah Wochner, die auf dem Hof von Elmar und Christian Gerigk arbeitet. Die ganze Geschichte der 22-Jährigen lesen SIe in unserem (SB+)Artikel.

Wochner muss in ihrem Studiengang an der Universität Hohenheim Ausfallzeiten in Kauf nehmen. Vorlesungen und Prüfungen werden ebenso verschoben wie der Beginn des nächsten Semesters.

Plötzlich hatte sie viel freie Zeit, doch Langeweile gibt es für Sarah Wochner nicht: Für sie war klar, dass sie während dieser Zeit auf dem Gerigk-Hofgut arbeiten will.

In diesem landwirtschaftlichen Betrieb absolvierte die Studentin nach ihrem Abitur 2016 ein mehrwöchiges Praktikum. "Von Anfang an hatte alles gepasst", so Wochner. In den Semesterferien arbeitete sie immer wieder bei der Familie Gerigk, wo sie das nötige Praxiswissen für ihr Studium erhielt.

Auf dem Hof ist sie immer willkommen: "Für uns ist die Studentin mehr als eine Unterstützung", sagt Elmar Gerigk.

Eigentlich strebte sie nach dem Abitur ein Medizinstudium an. Doch sie musste feststellen, dass ihr Traum nicht in Erfüllung gehen kann. Also fasste sie einen neuen Plan. Zufällig stieß sie im Internet auf die Universität Hohenheim und entdeckte den Studiengang Agrarwissenschaften.

Acht Wochen Vorpraktikum

"Die Zeit eilte, denn vor Studienbeginn musste jeder Bewerber ein Vorpraktikum von acht Wochen absolviert haben." Die Familie Gerigk sagte sofort zu.

In dem Betrieb erhielt sie die ersten Einblicke in die Landwirtschaft. "Alles war anders, als ich es mir vorgestellt hatte, aber auf eine positive Art und Weise", verrät sie.

Nach dem Semesterbeginn war sie noch ziemlich skeptisch. Fächer im Grundstudium wie Mathe, Physik und Chemie konnten sie nicht wirklich begeistern. Doch im nächsten Semester kamen Module wie Tiergesundheit und Agrartechnik hinzu und bereicherten den studentischen Alltag.

Heute sagt sie: "Gott sei Dank wurde nie etwas aus dem Medizinstudium. Ich könnte mir ein Leben ohne die Landwirtschaft nicht mehr vorstellen."

Im Dezember 2019 beendete die Dotternhausenerin ihr Bachelor-Studium mit sehr gutem Ergebnis. Mittlerweile studiert sie Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Tierwissenschaften im Master-Studiengang.

Die Module Tierernährung, Tiergesundheit, Züchtung, Tierhaltungstechnik und Verhaltensphysiologie decken die meisten Bereiche der Tierhaltung ab. "Ich kann mein theoretisches Wissen sehr gut mit der praktischen Arbeit auf dem Hof kombinieren." Zusätzlich könne sie dadurch ihr Taschengeld zur Finanzierung des Studiums aufbessern.

Ein wenig Alltag in der Krise

Die Arbeit mit den Tieren sei zwar anstrengend, aber letztlich doch zufriedenstellend. Zudem sei sie froh darüber, durch die Arbeit wenigstens ein bisschen Alltag in der Corona-Krise beizubehalten, denn es würden ja auch die Vereinstermine – etwa bei den Pfadfindern in Balingen – wegfallen.

Wochner steht um 5 Uhr auf. Dann heißt es im "Melkkarussell" die Tiere zu melken und zu inspizieren, ob sie fit sind. Danach müssen die Kälber mit frischem Futter, Wasser und einer Ladung Stroh versorgt werden, bevor es mit Arbeiten weitergeht, die entsprechend der Jahreszeit anfallen. Die Tätigkeit sei sehr vielfältig und kein Tag gleiche dem anderen.

Wenn sie abends nach Hause komme, sei sie dankbar über die Kontakte mit den Menschen auf dem Hof und die Zeit, die sie dort verbringen dürfe. "Außerdem kann ich so einen Beitrag in der jetzigen Krise leisten." Denn viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft seien vakant, weil Saisonarbeitskräfte nicht nach Deutschland einreisen dürfen. Die freie Zeit zuhause sehe sie als Chance, mehr Zeit mit ihren Eltern Elke und Albert Wochner sowie mit ihrem jüngeren Bruder Manuel verbringen zu können.

Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus habe sie nicht. Trotzdem sei es wichtig, "dass wir uns an die Sicherheitsmaßnahmen halten und den sozialen Kontakt vermindern".

Da die Pandemie alles verändere, wisse sie nicht, wann sie ihr Studium beenden könne. Wochner ist aber zuversichtlich, nach der Master-Prüfung eine passende Stelle im landwirtschaftlichen Sektor zu finden: "Ich würde wieder alles genau so machen", sagt sie.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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