Am 14. Februar werden Choreographien zu „Ni una menos“ gezeigt – gemeinsam und gleichzeitig an vielen Orten – darunter auch Villingen-Schwenningen.
Ein Abend in der Tanzschule Gramlich in Villingen. Der Kurs von Anita Neidhardt-Merz übt normalerweise hier flotte Line-Dance-Schritte. Aber heute steht auch noch etwas anderes auf dem Trainingsprogramm.
Die Tanzlehrerin drückt aufs Start-Knöpfchen, und aus den Boxen kommen klare, rhythmisch angeschlagene Gitarrenklänge im lateinamerikanischen Stil. Die Gruppe – bunt gemischt, jung und junggeblieben, Frauen, Männer, Kinder – geht in Position. Sie haben die Schritte schon einmal geübt und wissen, was jetzt kommt: „Ni una menos“ heißt der Song, den sie da hören – und zu dem sie nun die einstudierten Schritte machen werden.
Der rhythmische, energiegeladene Dance Track ist perfekt für eine Massenchoreographie geeignet. Er hat einen klaren, treibenden Tanz-Beat und eine einfache, sich wiederholende Struktur, damit die Choreographie leicht zu erlernen und von vielen Menschen tanzbar ist.
Denn genau das ist das Ziel des „One Billion Rising Flashmob“, der sich am Samstag, 14. Februar, an den verschiedensten Orten in Bewegung setzen wird, darunter auch in Villingen-Schwenningen.
Eine leichte Choreo
Schon im vergangenen Jahr fand eine solche Aktion auf dem Villinger Latschariplatz statt, und alle, die an diesem Abend in der Tanzschule die Schritte einüben, waren da auch schon dabei. Anita Neidhardt-Merz freut sich darüber, dass sie auch jetzt wieder mitmachen wollen. Und sie ist froh, dass die Choreographie dieses Mal deutlich leichter einzustudieren ist als bei der Premiere im letzten Jahr.
Gemeinsam sagen sie: „Schluss!“
Sie selbst hat die Gruppe und auch viele weitere Leute mit ihrer Begeisterung für die Aktion angesteckt. „Ich finde, es ist einfach ein tolles Format“, verrät die Tanzbegeisterte und erklärt auch, warum sie das so sieht: „Auf der ganzen Welt tanzen Menschen gemeinsam zu diesem Lied und sagen gemeinsam: ’Schluss!’“
Schluss nämlich zu geschlechtsspezifischer Gewalt und Femiziden (also „Frauenmorden“). „Ni una menos“, das bedeutet: „Nicht eine weniger“. Es ist der Slogan einer Frauenbewegung, die 2015 als Reaktion auf den Mord an einem Teenagermädchen gegründet wurde. Er gibt jetzt in dem Tanz den Takt an, mit dem die weltweite Bewegung „One Billion Rising“ sich noch kraftvoller und vereinter erheben will. Man wolle – der Titel trägt den Zusatz „Women on fire“ – „ein flammendes Zeichen gegen patriarchale Gewalt setzen“ und „einander mit Wärme, Liebe und Begeisterung“ unterstützen, wird seitens der deutschen Sektion der Initiative mitgeteilt.
Getanzt wird am 14. Februar
Mitmachen können alle, die Lust dazu haben – auch Männer sind übrigens herzlich willkommen. Weltweit wurden leicht mittanzbare Line-Dance-Choreographien kreiert, im Idealfall so einfach, dass wirklich alle recht schnell mitmachen können. Für die Aktion am Fastnachtsamstag, 14. Februar, um 12.45 Uhr in der Stadtmitte von Villingen – eine Initiative des Frauenforums VS – wird das auch gelten.
Wer die Schritte dafür vorher einstudieren möchte, kann dazu ganz einfach in der Tanzschule Gramlich im Gebäude Vockenhauser Straße 4 vorbeischauen und bei den kostenfreien Übungsstunden mittrainieren, die hier seit November in regelmäßigen Abständen angeboten werden. Eine, maximal zwei Stunden reichen zum Einstudieren aus, versichert Organisatorin Anita Neidhardt-Merz.
Die verbleibenden Übungstermine sind am 16. und 30. Januar jeweils ab 17 Uhr, und am 11. Januar und 1. Februar jeweils um 15.30 Uhr. Außerdem werden Auffrischungstermine vor dem Flashmob am Sonntag, 8. Februar um 15.30 Uhr und am Freitag, 13. Februar, um 17 Uhr angeboten.
Die Initiative
Global vernetzt
„One Billion Rising – Eine Milliarde erhebt sich“ ist eine weltweite Kampagne für Gleichstellung und für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Es ist eigenen Angaben zufolge eine der größten Aktionen mit Tausenden Events in bis zu 190 Ländern rund um den Globus.
Der Flashmob 2026
Die One-Billion-Rising-Kampagne 2026 steht unter dem Motto „Women on Fire – Ni una menos“. Mit „innerem Feuer, flammender Begeisterung und Empathie“ soll „den Ursachen von patriarchaler Gewalt entgegengewirkt werden.“ Alle Videos, die weltweit von den Tanzaktionen entstehen, werden in einer Youtube-Playlist veröffentlicht. Zudem wird daraus eine neue Video-Collage entstehen, die um die Welt gehen soll.
Kontakt
Mehr Informationen gibt es unter https://www.onebillionrising.de.