Besetzer auf der Fangbrücke der Holcim-Materialseilbahn bei Dotternhausen – sie verbrachten über vier Stunden im Gestänge. Foto: End Cement

Aktivisten des Bündnisses „End Cement“ haben am Freitag die Fangbrücke der Dotternhausener Materialseilbahn von Holcim besetzt und erst nach über vier Stunden wieder verlassen.

Mehrere Aktivisten des Klimaschutzbündnisses „End Cement“ sind am Freitag gegen 11.25 Uhr auf die Fangbrücke der Dotternhausener Holcim-Materialseilbahn geklettert und haben den Transport des Kalksteins blockiert. Die Polizei sperrte die Bundesstraße 27, über die Bahn und Brücke führen, in beiden Richtungen und gab sie erst wieder frei, nachdem kurz vor 16 Uhr auch die letzten Besetzer die Brücke verlassen hatten.

 

Wie die Polizei berichtet, war sie kurz nach 11.30 Uhr per Notruf von einem Zeugen über die Brückenbesetzung benachrichtigt worden. Vor Ort eingetroffen stellte sie fest, dass eine Gruppe von Klimaaktivisten die Brücke erstiegen und drei Protestplakate über der Fahrbahn angebracht hatte, auf denen Slogans wie „Bäume statt Beton“ und „Holz statt Holcim“ zu lesen standen. Danach hatten die Aktivisten die Stahlkonstruktion wieder verlassen, mit Ausnahme von zwei 37 respektive 25 Jahre alten Männer und einer 25-jährigen Frau, welche oben blieben und die Stellung hielten. Daraufhin sperrte die Polizei aus Sicherheitsgründen die Bundesstraße und leitete den Verkehr um.

Besetzer weigern sich

Da sich das Trio zunächst weigerte, die Brücke von sich aus zu verlassen, forderte die Polizei Spezialkräfte des Polizeipräsidiums an – bereits zuvor sei, wie sie angab, eine Polizeidrohne zum Einsatz gekommen. Mitglieder der Spezialkräfte stiegen zu den drei Besetzern hinauf und konnten sie dazu bewegen, sie zu verlassen. Die Frau, die nicht angeseilt gewesen sei, musste allerdings laut Polizei erst von den Beamten entsprechend gesichert werden.

„Bäume statt Beton“ und „Holz statt Holcim“ forderten die Besetzer. Foto: End Cement

Die Sperrung der B 27 wurde gegen 15.45 Uhr aufgehoben; gegen die Besetzer wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet.

Kundgebung vor dem Tor des Zementwerks

Parallel zur Brückenbesetzung hatte das Bündnis „End Cement“ in einer Pressemitteilung erklärt, dass die Besetzung eine von mehreren sei, die es im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages veranstalte. Mit der Blockadeaktion in Dotternhausen, der eine Kundgebung vor dem Tor des Zementwerks vorausgegangen sei, protestiere das Bündnis gegen die Zementproduktion von Holcim, die massiven Kohlendioxidausstoß, Luftverschmutzung und Umweltzerstörung zur Folge habe, sowie gegen „Menschenrechtsverletzungen des Branchenriesen“.

Die Seilbahn von Holcim transportiere täglich rund 4000 Tonnen Kalkstein; jede davon entspreche einer Tonne Kohlendioxid, die in die Atmosphäre geblasen werde. Holcim mochte sich am Freitag nicht zu diesen Vorwürfen und zu der Aktion äußern.