Brauchtumsabend in Dormettingen
: Sadbolla, Schantle und Roß-Hexa feiern zusammen

Zu einem höchst sehenswerten Narrentreffen in Miniatur wurde der Brauchtumsabend in Dormettingen. Die „Rutsch-Nomer“ hatten acht Zünfte zu Gast, darunter einige mit jahrhundertealter Tradition.
Von
Volker Schweizer
Oberndorf
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Stolze Gastgeber: Die Klotzmesser und Fuchswadel freuten sich zusammen mit ihrem Zunftmeister Marcel Prowasnik und Waldmeister – im Häs steckte der frühere Narrenvater Reinhold Schweizer – über den Besuch ihrer Freunde aus Schörzingen, Zimmern u.d.B., Beffendorf, Lautlingen, Stein, Erzingen, Roßwangen und Ostdorf.

Schweizer

Auf eine lange Fasnetsgeschichte kann auch das Schieferdorf zurückblicken. Seit mindestens 1838 wird dort genarrt – so steht’s zumindest in der Dorfchronik. Zu den Fuchswadeln, der ältesten Narrenfigur, gesellte sich 1972 der Klotzmesser und ein Jahrzehnt später der Waldmeister. Die Dormettinger, wusste ihr Zunftmeister Marcel Prowasnik zu berichten, waren auch Mitbegründer des Narrenfreundschaftsringes Zollern-Alb.

Fulminant wurde die Großveranstaltung am Samstag eröffnet. Alle Beteiligten zogen unter den Klängen des Klotzmesser-Marsches auf die Bühne der in den Farben der Dormettinger Zunft, grün und rot, närrisch geschmückten Mehrzweckhalle ein. Den Ton gaben die „Mexikaner“, die Stimmungskapelle des Musikvereins, an. Stehend und klatschend begleiteten die Gäste das Defilee der juckenden und Besen schwingenden Hästräger.

Gute Nachbarschaft

Den Anfang der Masken- und Häservorstellung machte Schörzingen, die älteste Zunft des Abends. Sie wurde 1922 gegründet und hat laut ihrem Zunftmeister Markus Bregenzer. Eine gute Nachbarschaft pflegt Dormettingen mit Zimmern u.d.B., und deshalb kamen die Burgnarren ebenfalls unter den Plettenberg. Wie es bei einem Besuch üblich ist, hatten die Vorsitzenden Christoph Jäger und Benjamin Gauß, wie übrigens alle anderen Zunftoberen auch, ein Geschenk mit im Gepäck.

Für die Pflommasäck aus Erzingen und die Kneissle-Schiaßer aus Roßwangen, die mit ihren Roß-Hexa kamen, war die Teilnahme fast schon ein Heimspiel. Dass es mittlerweile in Ostdorf gut närrisch rumort, bewiesen die Kaunta-Hexa, die kurz und knackig einen Einblick in ihre Geschichte gaben.

Brezeln von Hansele und Schantle

Was es mit dem Kübele-Hannes, dem Namensgeber der Narrenzunft Lautlingen auf sich hat, erklärte ihr Chef Micha Fürst. Denn wohl nur wenige wussten, dass die Geschichte, die dahintersteckt, sich vor den Toren von Oberlautlingen, das heute Hossingen heißt, abspielte. In Stein sind die Sadbolla zuhause, die ihre bewegte Dorfhistorie ins Fasnetsbrauchtum integriert haben und ebenfalls sehr eindrücklich präsentierten. So sind die Außenflächen der Holzmasken mit Stubensand aus Originalsteinen einer römischen Anlage in der Hechinger Teilgemeinde überzogen.

Mit rund 420 Häsern kann die Hagen-Henker-Zunft aus Beffendorf aufwarten. Dormettingen wurde allerdings nur mit einem Bus voller Narren angesteuert. Alle Typen waren vertreten, die neuere Figur, ein Bulle, und natürlich die Uralten, die den großen Vorbildern in Oberndorf ähneln. So schritten gemächliche Schantle zusammen mit dem Hansele, das Brezeln verteilte, über das Parkett.

Musik und Tanz bis in den Morgen

Nach der kurzweiligen Lehrstunde ging’s schwungvoll und vor allem laut weiter. Dass Dormettingen gute Stube nur so brodelte, dafür sorgten die Gassenhauer, die die Zäpflesschnäpper aus Stein und die Feierdeifel aus Roßwangen im Wechsel zum Besten gaben, aber auch die Darbietungen der Showtanzgruppen aus Erzingen und Lautlingen in aufwendigen Kostümen und ausgefallenen Choreographien. Für viele wurde der Brauchtumsabend zum Brauchtumsmorgen.

Am „Schmotziga“ geht’s weiter

Eine lange Verschnaufpausen gönnt sich das närrische Volk aber nicht. Am „Schmotziga“ ist nach der Kinderfasnet abends erneut Halligalli angesagt. Der Saal der Katholiken wird zu einem Besen, und im alten Feuerwehrhaus lassen „Die Dorfrocker“ eine Party steigen. Für den Klotzmesserball am Fasnetssonntag, 2. März, verspricht Vorstandsmitglied Timo Pfaff ein „super Programm“. Wer noch keine Karte habe, solle sich am besten schnellstmöglich eine besorgen. Entweder in der Bäckerei Milles oder in der Wohlfühloase von Andrea Edelmann.

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